Platon Der Staatsmann (Philosophie).pdf


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THEODOROS: Wie du vorschlägst: zieh' diesen zu. Es
sind ja beide noch jung, und sie werden diese ganze Strapaze leichter ertragen, wenn sie sich ein wenig ausruhen
können.
SOKRATES: Möglicherweise, fremder Mann, könnten ja
beide von weitem mit mir verwandt sein. Von dem einen
behauptet ihr doch, er gleiche mir offensichtlich in seinen
Zügen, während der andere ebenso heißt wie ich und sein
Name eine nähere Beziehung andeutet. Es gehört sich ja,
daß wir unsere Verwandten immer gern im Gespräch
kennenlernen. So fand ich mich nun gestern mit Theaitetos in einer Unterredung zusammen, und jetzt eben habe
ich zugehört, wie er dir Antwort gab; bei Sokrates aber
war nichts dergleichen der Fall. Indes sollten wir auch ihn
prüfen. An mir ist es dann später wieder; jetzt aber muß
er dir Rede und Antwort stehen.
DER FREMDE: So mag es geschehen, Sokrates, hörst du,
was Sokrates sagt ?
DER JÜNGERE SOKRATES : Ja.
DER FREMDE : Und bist du mit seinem Vorschlag einverstanden ?
DER JÜNGERE SOKRATES: Durchaus.
DER FREMDE: Von dir aus scheint also kein Hindernis
zu bestehen, und mir kommt es wohl noch weniger zu,
Schwierigkeiten zu machen. Also gut, nach dem Sophisten, scheint mir, müssen wir nun den Staatsmann unter
die Lupe nehmen. Sage mir denn, ob wir auch ihn unter
die wissenden Männer zählen sollen, ja oder nein ?
DER JÜNGERE SOKRATES : Ja.
DER FREMDE: Unter den Wissensgebieten müssen wir
also eine Einteilung vornehmen, wie damals, als wir den
ersten der beiden betrachteten ?
DER JÜNGERE SOKRATES: Vermutlich wohl.
DER FREMDE: Doch dünkt mich, Sokrates, nicht nach
demselben Schnitt.
DER JÜNGERE SOKRATES : Nach welchem denn ?
DER FREMDE: Nach einem anderen.
DER JÜNGERE SOKRATES : Ja, offenbar.
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