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VORWORT

Die Cardinalfrage blieb mir, durch deren Entscheidung alle untergeordneten Probleme erst
ihre Lösung erwarten können: ob der Menschengeist nur eine epitellurische Bedeutung
beanspruchen könne oder nicht? Lebt er sich
aus im Diesseits oder ragt sein ursprüngliches
Wesen wie sein eigentlicher Lebenserfolg über
seine irdische Erscheinung hinaus?

(I. H. v. Fichte, 1878)

Die Entwicklungsgestalt, die sich der Mensch in der Auseinandersetzung mit
den Gegebenheiten seines Lebens verleiht, trägt Ewigkeitswert in sich. Das
Schicksal des Menschen, die ethische Inspiration seiner individuellen Bildungen und Bindungen, lässt sich philosophisch zureichend nur dann begreifen,
wenn man es als Ausdruck eines überempirischen Seelenwesens versteht, das
im Göttlich-Geistigen seinen Ursprung und sein Strebensziel findet.
Immanuel Hermann von Fichtes Denken verdeutlicht, dass eine Bewusstseinslehre, die den ganzen Umfang seelischen Lebens berücksichtigen will, als eine
metaphysisch orientierte Disziplin aufgefasst werden muss, die in der spekulativ vertiefenden Durchdringung der psychologischen Tatsachen eine spirituelle Anthropologie begründet. Die Grundzüge dieser Metaphysik des Geistes
möchte die folgende Darstellung der Philosophie Fichtes entfalten.
Herrn Prof. em. Dr. Gunter Scholtz, der die Entstehung der Untersuchung
über einen längeren Zeitraum begleitet hat, danke ich für seinen Rat, seine
Hilfe und seine fördernden Anregungen. Mein Dank gilt ebenso Herrn Prof.
Dr. Walter Schweidler für die Erstellung des Zweitgutachtens. Auch den
Freunden und Angehörigen, die auf je eigene Art die Abfassung der Schrift
unterstützt haben, möchte ich danken.
Die folgende Untersuchung, die als wesentliche Verständnisvoraussetzung
die Bemühung um eine Erschließung der Idee persönlicher Unsterblichkeit in
sich beschließt, ist dem Andenken meines Vaters Heinz Hellmuth und meines
Cousins Michael Albry gewidmet.
Meerbusch, im Januar 2010
Yves Hellmuth