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Fachhochschule Hannover
Fakultät IV: Wirtschaft und Informatik - Abteilung Wirtschaft
Wintersemester 2010/11
Prof. Dr. Günter Buchholz

Fach: Einführung in den Finanzmarkt-Kapitalismus

Thema der Hausarbeit:

Die Kategorien Wert, Geld und Kapital
bei Karl Marx

Örsan Özcan
Schwerinerstr. 34
31655 Stadthagen
Matrikel-Nr. 1081795
Stud.-gang: Wirtschaftsinformatik
Abgabetermin: 17. Dezember 2010

I

Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis

II

1

Einleitung

1

2

Gebrauchswert, Tauschwert und Wert der Ware

2

3

Die Marx´sche Analyse der Wertform

3

3.1

Die einfache, einzelne oder zufällige Wertform

3

3.2

Die totale oder entfaltete Wertform

4

3.3

Die allgemeine Wertform

5

3.4

Die Geldform

5

4

5

6

Das Geld

8

4.1

8

Geldfunktionen

Der Übergang vom Geld zum Kapital

12

5.1

Die allgemeine Formel des Kapitals (G – W – G´)

12

5.2

Die Ware Arbeitskraft

13

Der Mehrwert

15

6.1

Konstantes und variables Kapital, Mehrwertrate

16

6.2

Absoluter und relativer Mehrwert

17

7

Akkumulation: Die Anwendung von Mehrwert als Kapital

18

8

Die organische Zusammensetzung des Kapitals

21

9

Zusammenfassung

23

10

Literaturverzeichnis

26

II

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Die Kurzfassung der Marx´schen Analyse der Wertform

7

Abbildung 2: Die Geldfunktionen eine Übersicht

11

Abbildung 3: Die Verwandlung von Mehrwert in Kapital

20

Abbildung 4: Die organische Zusammensetzung des Kapitals

21

-1-

1

Einleitung

Das Kapital ist Karl Marx‘ wissenschaftliches Hauptwerk. Es ist ein äußerst
umfangreiche, systematische und detailreiche Analyse und Kritik der politischen Ökonomie. Marx versucht in seiner Analyse hinter die versteckten
Funktionsweisen des Kapitalismus zu kommen. Dabei behandelt er Begriffe
wie Wert, Geld und Kapital. Das erste Band des Hauptwerkes („Der Produktionsprozess des Kapitals“) erschien 1867. Nach Marx‘ Tod veröffentlichte
Friedrich Engels, mit Hilfe der Manuskripte von Karl Marx, zwei weitere
Bände.
Veröffentlichung der Kapital-Bände1:
1867 Das Kapital. Erster Band. Der Produktionsprozess des Kapitals.
1885 Das Kapital. Zweiter Band. Der Zirkulationsprozess des Kapitals.
1894 Das Kapital. Dritter Band. Der Gesamtprozess der kapitalistischen
Produktion.
In der vorliegenden Hausarbeit werden die Kategorien Wert, Geld und Kapital bei Karl Marx behandelt. Diese Kategorien analysierte Karl Marx umfangreich in seinem ersten Band des Werkes “Das Kapital“. Aufgrund dessen
gibt diese Hausarbeit zugleich einen Überblick über das erste Band - “Der
Produktionsprozess des Kapitals“ wieder. Ziel der wissenschaftlichen Arbeit
ist es die zentralen Begriffe Wert, Geld und Kapital dem Leser näher zu
bringen.

Die Hausarbeit beginnt mit der Erläuterung des Gebrauchs- sowie Tauschwertes und wird fortgesetzt mit der Darstellung der Marx´schen Analyse
der Wertform. Danach werden die Geldfunktionen beleuchtet und der Übergang vom Geld zum Kapital beschrieben. Ebenfalls wird auf den Mehrwert
eingegangen und die Akkumulation des Kapitals behandelt. Zuletzt wird die
organische Zusammensetzung des Kapitals abgebildet.

1

Vgl. URL: http://www.uni-muenster.de/PeaCon/s-texte/MarxKap.htm

-2-

2

Gebrauchswert, Tauschwert und Wert der Ware

Marx beginnt im “Kapital“ im ersten Kapitel mit der Analyse der Ware. Hier zeigt
er, dass in kapitalistischen Gesellschaften die Ware, die typische Gestalt des
Reichtums darstellt: „Der Reichtum der Gesellschaften, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine <<ungeheure Warensammlung>> die einzelne Ware als seine Elementarform.“ 2 Die Ware ist zunächst ein
Gegenstand, welches irgendein menschliches Bedürfnis befriedigt. Die Nützlichkeit einer Sache bezeichnet Marx als Gebrauchswert: „Die Nützlichkeit eines
Dinges, seine Eigenschaft, menschliche Bedürfnisse irgendeiner Art zu befriedigen, macht es zum Gebrauchswert.“3 Der Gebrauchswert, zum Beispiel eines
Tisches, besteht darin, dass man darauf Dinge abstellen kann. Die Ware besitzt
aber außer ihrem Gebrauchswert auch noch einen Tauschwert. Die Ware Tisch
kann ich mit anderen Waren tauschen, zum Beispiel mit drei Stühlen, dann ist
der Tauschwert dieses Tisches – drei Stühle. Wird der Tisch gegen zehn Röcke
getauscht, dann sind zehn Röcke der Tauschwert des Tisches. Wird der Tisch
nicht getauscht, stattdessen nur genutzt, dann besitzt dieser Tisch auch keinen
Tauschwert. Somit ist der Gegenstand auch keine Ware, sondern einfach nur
Gebrauchswert. Wir bezeichnen ein Ding nur als Ware, wenn dieses Ding Gebrauchswert und Tauschwert besitzt. Es ist keine „natürliche“ Eigenschaft der
Dinge Ware zu sein, sondern eine „gesellschaftliche“.4 In kapitalistischen Gesellschaften werden Dinge getauscht, sie besitzen somit einen Tauschwert und
sind daher Ware.
Im Beispiel, weiter oben tauschte sich ein Tisch gegen drei Stühle oder gegen
zehn Röcke. Dementsprechend müssen sich auch drei Stühle mit zehn Röcken
tauschen lassen. Warum? Weil ein Tisch, drei Stühle und zehn Röcke denselben Wert haben: „Das Gemeinsame, was sich im Austauschverhältnis oder
Tauschwert der Ware darstellt, ist also ihr Wert.“5 Die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit, die zur Herstellung eines Gebrauchswertes benötigt wird, stellt

2

Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.49
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.50
4
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.51
5
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.52
3

-3-

den Wert der Ware da. Somit haben ein Tisch, drei Stühle und zehn Röcke
denselben Wert, weil zu ihrer Herstellung gleich viel Arbeit notwendig ist.
Die gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit zur Produktion eines Gebrauchswertes ist variabel. Steigt nämlich die Produktivkraft der Arbeit, können in derselben Zeit mehr Produkte produziert werden, dann nimmt die zur Produktion
des Gebrauchswertes gesellschaftlich notwendige Arbeitszeit ab und der Wert
des Produktes sinkt. Sinkt dagegen die Produktivkraft der Arbeit, nimmt die zur
Produktion des Gebrauchswertes gesellschaftlich notwendige Arbeitskraft zu
und die Wertgröße des einzelnen Produkts steigt.6

3

Die Marx´sche Analyse der Wertform

Im letzten Abschnitt wurde gezeigt, dass Waren Gebrauchsgegenstände und
Wertträger zugleich sind. Sie besitzen eine Doppelform, die Naturalform und die
Wertform. Zum Beispiel ist die Naturalform eines Tisches seine stoffliche Beschaffenheit (z.B. Holz, Glas oder Metall). Im folgenden Abschnitt werden wir
jedoch zunächst die Wertform behandeln.
Waren besitzen eine gemeinsame Wertform – die Geldform. Zuerst beginnen
wir aber mit der Analyse der einfachen Wertform.

3.1

Die einfache, einzelne oder zufällige Wertform

„Das einfachste Wertverhältnis ist offenbar das Wertverhältnis einer Ware zu
einer einzigen verschiedenartigen Ware, gleichgültig welcher.“7 Damit ist der
Wertausdruck einer Ware in einer zweiten Ware gemeint:
x Ware A ist y Ware B wert8
(1 Tisch sind 3 Stühle wert)

6

Vgl. Heinrich, Michael, Kritik der politischen Ökonomie: Eine Einführung. Schmetterling Verlag,
4. Auflage, Stuttgart 2005, S. 41
7
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.62
8
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.62

-4-

Der Wert der Ware A wird in Ware B ausgedrückt. In unserem Beispiel wird der
Wert des Tisches ausgedrückt und der Stuhl dient als Mittel zum Ausdruck des
Werts. Die beiden Waren, Tisch und Stuhl, spielen in dem Wertausdruck unterschiedliche Rollen. Der Wert der ersten Ware (Tisch) wird als relativer Wert bezeichnet, sie befindet sich in relativer Wertform. Die zweite Ware befindet sich
in Äquivalentform, sie dient als Äquivalent. Der Ausdruck “ein Tisch = drei Stühle“ schließt ebenso folgende Rückbeziehung ein: “drei Stühle = ein Tisch". Nun
befindet sich der Stuhl in relativer Wertform und der Tisch in Äquivalentform.
Die zweite Ware (Ware B) stellt nicht nur einen bestimmten Gebrauchswert da,
sie gilt ebenso als unmittelbare Verkörperung von Wert. Der Wert nimmt die
Gestalt der Ware B an, somit erhält der Wert der Ware A eine gegenständliche
Form. Der Wert der Ware A wird sichtbar und messbar. Marx drückt dies folgender Weise aus: „Der in der Ware eingehüllte innere Gegensatz von Gebrauchswert und Wert wird also dargestellt durch einen äußeren Gegensatz,
d.h. durch das Verhältnis zweier Waren, worin die eine Ware, deren Wert ausgedrückt werden soll, unmittelbar nur als Gebrauchswert, die andere Ware hingegen, worin Wert ausgedrückt wird, unmittelbar als Tauschwert gilt.“ 9

3.2

Die totale oder entfaltete Wertform

In der totalen oder entfalteten Wertform wird der Wert der Ware A in zahllosen
anderen Waren dargestellt:
z Ware A = u Ware B oder = v Ware C oder = w Ware D oder = etc.
( 1 Tisch sind 3 Stühle wert,
1 Tisch sind 10 Röcke wert,
1 Tisch sind 200 Eier wert,
1 Tisch sind 80 Bananen wert,
usw.)
Die totale Wertform ist also nichts anderes als eine Aneinanderreihung von einfachen Wertformen. In unserem Beispiel steht der Tisch im gesellschaftlichen
Verhältnis zur Warenwelt. Jetzt dient die Ware Stuhl, Rock, Ei, Banane, usw.,
9

Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.75 f.

-5-

als die Verkörperung des Wertes der Ware Tisch. Tauschen wir den Tisch mit
vielen anderen Waren, so wird der Wert unseres Tisches in einer Reihe von
anderen Waren ausgedrückt. Also müssen auch genauso andere Warenbesitzer ihre Ware mit unserem Tisch austauschen und somit die Werte ihrer unterschiedlichen Waren in der Ware Tisch ausdrücken. Nun erhalten wir, als Resultat der Rückbeziehungen, die allgemeine Wertform:

3.3

Die allgemeine Wertform
3 Stühle sind
10 Röcke sind
200 Eier sind

1 Tisch wert

80 Bananen sind
x Ware A sind
Jetzt dient eine einzige Ware (Tisch) als Wertausdruck für alle anderen Waren.
Schlussfolgernd wird der Wert der Waren nun einfach und einheitlich ausgedrückt. Man bezeichnet die Ware, die als Wertausdruck für alle anderen Waren
dient, als „allgemeines Äquivalent“.10 Marx beschreibt dies folgendermaßen:
„Die Waren stellen ihre Werte jetzt erstens einfach dar, weil in einer einzigen
Ware, und zweitens einheitlich, weil in derselben Ware. Ihre Wertform ist einfach und gemeinschaftlich, daher allgemein.“11
Alle konkreten Arbeiten werden im Wertausdruck auf eine Arbeit reduziert, die
als konkrete Arbeit in der Lage ist den gesellschaftlichen Charakter aller Arbeiten darzustellen.

3.4 Die Geldform
Marx beschreibt, dass jene spezifische Warenart, deren Naturalform mit der
Äquivalentform gesellschaftlich verwächst, zur Geldware wird - es funktioniert
als Geld12 (historisch gesehen war diese spezifische Warenart Gold, teilweise
Silber).
10

Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.79 ff.
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.79
12
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.83
11

-6-

Die Geldform unterscheidet sich durch nichts von der allgemeinen Wertform,
außer dass jetzt das Gold die allgemeine Wertform annimmt. Gold dient ab sofort als „allgemeines Äquivalent“:
1 Tisch sind
3 Stühle sind
10 Röcke sind
200 Eier sind

2 Unzen Gold wert

80 Bananen sind
x Ware A sind
Der Fortschritt der Geldform, im Vergleich mit allen anderen Wertformen, besteht einzig und allein darin, dass „[...] die allgemeine Äquivalentform jetzt durch
gesellschaftliche Gewohnheit endgültig mit der spezifischen Naturalform der
Ware Gold verwachsen ist“13. Da sich alle relativen Wertausdrücke in der Geldware abbilden, entsteht endlich die Preisform.14 Zum Beispiel ist die Preisform
des „Tisches“:
1 Tisch = 2 Unzen Gold

13
14

Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.84
Vgl. Marx, Karl, Das Kapital Bd. I, in: MEW 23 Dietz Verlag, Berlin 1969, S.84


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