Dokumentation 2.BKGG 2014 .pdf

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Title: 2.BKGG Doku_10.6.
Author: Johanna Nüsken

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DOKUMENTATION

2.BUNDESKONGRESS
GENDERGESUNDHEIT
Herausforderungen und Potentiale
geschlechtsspezifischer Gesundheitsversorgung

13. – 14. März 2014 Berlin

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Impressum:
Herausgeber: Dr. Martina Kloepfer, Female Resources in Healthcare
Redaktion: Dr. Albrecht Kloepfer, Büro für gesundheitspolitische Kommunikation
Plenumsdokumentation: Johanna Nüsken, Büro für gesundheitspolitische Kommunikation
Fotos: Georg J. Lopata

© Female Resources in Healthcare, Berlin 2014

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Inhalt
VORWORT DR. MARTINA KLOEPFER ........................................................................................... 5!
GRUSSWORT DER SCHIRMHERRIN CORNELIA PRÜFER-STORCKS ................................................ 7!
PLENUM I: GESUNDHEITSBERUFE ............................................................................................. 13!
I.1! ANDREAS WESTERFELLHAUS ....................................................................................................... 13!
I.2! PROF. DR. ADELHEID KUHLMEY ................................................................................................... 15!
II.3 ! DR. REGINA KLAKOW-FRANCK ................................................................................................... 17!

PODIUMSDISKUSSION 1: LEBENSENTWÜRFE, ARBEITSKONZEPTE, FINANZIERUNGSMODELLE ...... 19!
PLENUM II: GENDER IN DIAGNOSE UND THERAPIE ..................................................................... 22!
IV.1 ! PROF. DR. DR. BETTINA PFLEIDERER ....................................................................................... 22!
IV.2 ! PROF. DR. ANNE MARIA MÖLLER-LEIMKÜHLER.......................................................................... 24!
IV.3 ! PROF. DR. PETRA THÜRMANN .................................................................................................. 26!
IV.4 ! PD DR. DR. CHRISTIANE GLEISSNER ........................................................................................ 28!

WORKSHOPS ........................................................................................................................... 30!
WORKSHOP 1: VERSORGUNGSMODELLE & VERSORGUNGSFORSCHUNG ................................................. 30!
WORKSHOP 2: BEST PRACTICE – NEUE ARBEIT, NEUE MODELLE ........................................................... 33!
WORKSHOP 3: SPRECHEN UND FÜHREN - AUSBILDUNG ......................................................................... 35!
WORKSHOP 4: GESUNDHEIT VON JUNGEN UND MÄDCHEN ..................................................................... 37!

PODIUMSDISKUSSION 2: POLITISCHE KONZEPTE IM DIALOG ...................................................... 40!
REFERENTEN, PODIUMSTEILNEHMER, MODERATOREN .............................................................. 44!
!

4

Vorwort Dr. Martina Kloepfer
Kongresspräsidentin, Female Resources in Healthcare

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
Am 13. und 14. März 2014 fand – wieder in der Berlin-Brandenburgischen Akademie der
Wissenschaften am Berliner Gendarmenmarkt – der 2. Bundeskongress Gender-Gesundheit
statt. Ich freue mich sehr, Ihnen hiermit die Dokumentation zum Kongress zu präsentieren.
Der Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist aus Gendergesundheitsaspekten vielversprechend: „Wir wollen die jeweiligen Besonderheiten berücksichtigen, die sich aus der
Frauen- und Männergesundheitsforschung insbesondere für die gesundheitliche Versorgung
und die Erarbeitung von medizinischen Behandlungsleitlinien ergeben,“ heißt es dort. Wir
begrüßen das ausdrücklich. Aber – genug ist das noch nicht! Der Bundeskongress GenderGesundheit sieht den Handlungsbedarf in unserem Gesundheitswesen in viel größerem und
nicht nur medizinischem Rahmen.
Ein Thema des 2. Bundeskongress
Gender-Gesundheit

waren

psychi-

sche Erkrankungen bei Männern –
ein ähnlich blinder Fleck wie der
Herzinfarkt bei Frauen. Auch haben
wir die Anregung vom 1. Bundeskongress Gender-Gesundheit aufgegriffen und uns verstärkt den Genderaspekten in der Gesundheitsversorgung von Kindern gewidmet und
hierzu einen Workshop veranstaltet.
Der drohende Ärztemangel und feh-

M. Kloepfer

lendes Pflegepersonal bilden auch
und gerade für das Thema Gendergesundheit den Rahmen. Das Stichwort in diesem Zusammenhang; Arbeitszeitmodelle. Obwohl der Großteil der Medizinstudierenden weiblich ist,
sind weniger als die Hälfte der praktizierenden Ärzte Frauen - ein volkswirtschaftlicher Luxus,
gerade bei dem be(vor)stehenden Ärztemangel. Ganz zu schweigen von Frauen in Führungspositionen. Die Stagnation auf der Karriereleiter und die Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bleiben große Baustellen. Aber auch in der Pflegelandschaft muss sich noch viel verändern, damit der Beruf für Frauen und Männer attraktiver wird.

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Der Genderkongress setzt bei der Benennung von Problemen an und sucht nach Lösungen
in Bereichen von Kommunikation und Strukturen in der Arbeitswelt, aber auch in der Rahmengestaltung und Politik.
Der Kongress bietet eine Plattform für den interdisziplinären Austausch – und er ist ein Gefäß für Inhalte. Inhalte die Sie, liebe Leserinnen und Leser, in der vorliegenden Dokumentation wiederfinden.
Ich wünsche Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre!
Dr. Martina Kloepfer

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Grußwort der Schirmherrin Cornelia Prüfer-Storcks
Senatorin für Gesundheit und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg

Sehr geehrte Frau Dr. Kloepfer, sehr geehrten Damen und Herren,
ich begrüße Sie herzlich zum zweiten Bundeskongress Gender-Gesundheit. Ich habe sehr
gerne die Schirmherrschaft für diesen Kongress übernommen. Ich bin der festen Überzeugung, dass eine Entwicklung hin zur geschlechtergerechten und geschlechtsspezifischen
Versorgung nicht nur für Frauen sondern auch für Männer zu einer besseren medizinischen
Behandlung führt, unser Gesundheitswesen effizienter und seine Ergebnisse besser macht.
Das Thema beschäftigt mich nicht erst seit gestern. Ich kam aus der Frauenpolitik und war
Staatssekretärin im Ministerium für Frauen, Familie, Jugend und Gesundheit, als im Jahre
2000 der Landtag NRW eine Enquete-Kommission „Frauengerechte Gesundheitsversorgung“ einsetzte. Damals stellte man noch das „Frauengerechte“ in den Vordergrund, aber
die Arbeit der Kommission war schon auf Gender-Aspekte ausgerichtet. Fast 15 Jahre später
kann ich nicht behaupten, dass schon alle Empfehlungen der Enquete Realität sind. Wir sind
sicher ein Stück vorangekommen, aber das Gesundheitswesen ist nicht durchgängig geschlechtssensibel. Als Mitglied der Verhandlungsgruppe Gesundheit habe ich mich deshalb
erfolgreich dafür eingesetzt, den Gender-Aspekt im Koalitionsvertrag zu verankern. Damit
verpflichtet sich die Bundesregierung neue Initiativen für eine Geschlechtermedizin zu starten und die Ergebnisse von Frauen- und Männergesundheitsforschung für die gesundheitliche Versorgung zu berücksichtigen.
Meines Erachtens haben wir beim Thema Gender-Gesundheit sowohl ein Umsetzungs- als
auch ein Erkenntnisproblem. Viele geschlechtsspezifische Unterschiede sind mittlerweile
bekannt, aber es sind Zweifel angebracht, ob sie tatsächlich jedem Angehörigen eines Gesundheitsberufs jederzeit präsent sind. Die Ursachenforschung ist ausbaufähig: Was ist biologisch, was sozial gelernt, was auf die gesellschaftlichen Verhältnisse zurück zu führen?
Und schließlich die Frage aller Fragen: Was kann wie verändert werden, was kann ruhig
bleiben wie es ist. Der Gender Datenreport 2010 des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend nennt eine Fülle von Daten und Fakten zu Gesundheitsstatus und
Gesundheitsrisiken von Frauen und Männern: Frauen werden älter als Männer. Die Lebenserwartung von neugeborenen Mädchen beträgt in Deutschland heute 81 Jahre, die von neugeborenen Jungen 75 Jahre. Wenn das daran liegt, dass Frauen gesünder sind als Männer,
dann wissen sie aber offenbar nichts davon. Fakt ist jedenfalls: Männer bewerten ihren Gesundheitszustand im Durchschnitt besser und sind mit ihrer Gesundheit zufriedener als

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Frauen. Auch Gesundheitsrisiken
und gesundheitsbewusstes Verhalten verteilen sich unterschiedlich auf die Geschlechter. Frauen
sind stärker von Armut, häuslicher
und sexueller Gewalt sowie Diskriminierung im Beruf betroffen –
alles krankmachende Faktoren.
Auf der anderen Seite ernähren
sie sich gesünder, gehen rechtzeitiger zum Arzt oder zur Ärztin und
nehmen viel mehr VorsorgeunterC. Prüfer-Storcks

suchungen wahr. Daraus kann
man den Schluss ziehen, dass wir

im Interesse der Frauen mehr an den gesellschaftlichen Verhältnissen, bei den Männern
mehr am individuellen Verhalten arbeiten müssen. Männer rauchen mehr und sie konsumieren mehr Alkohol und illegale Drogen als Frauen; Frauen sind häufiger von Medikamenten
abhängig. Männer erleiden mehr schwere und tödliche Unfälle als Frauen. Sie begehen auch
deutlich häufiger als Frauen Selbstmord. Für Männer ist die Jugend, für Frauen das Alter
eine besonders unfallträchtige Lebensphase.
Auch bei der Diagnostik und Behandlung von Krankheiten gibt es signifikante geschlechtsspezifische Unterschiede. Die häufigste Todesursache bei Frauen ist wie bei Männern die
vermeintliche „Managerkrankheit“ Koronare Herzkrankheit. Frauen glauben allerdings, Brustkrebs sei die häufigste Todesursache bei Frauen. Vielleicht ein Grund, warum die Defizite
bei der Behandlung von KHK-Patientinnen so wenig thematisiert werden. Die Wahrscheinlichkeit, nach dem ersten Herzinfarkt zu versterben, beträgt bei Männern 30, bei Frauen 50
Prozent. Wir wissen, dass Frauen nicht die erwarteten „männlichen“ Symptome zeigen. Ein
offenbar tödliches Risiko. Frauen unter 50 sterben doppelt so häufig nach einer Bypass-OP
wie Männer unter 50. Genetische Unterschiede oder Behandlungsfehler? Frauen werden
nach einem Herzinfarkt seltener als Männer entsprechend den Leitlinien behandelt. Sie werden seltener und später zur Herztransplantation angemeldet. 80 Prozent der Transplantierten sind Männer. Ist das nun das Ergebnis einer Benachteiligung von Frauen oder hat es
etwas mit den Vergabekriterien bei Organtransplantation zu tun, die ohnehin kritisch diskutiert werden. Der Trend gilt generell bei der Organspende: Frauen spenden, Männer empfangen. Mehr Frauen als Männer haben einen Organspenderausweis. 60 Prozent der Lebendspenden von Nieren erfolgen durch Frauen. Zumindest muss man hieraus doch den
Schluss ziehen, dass Organspendekampagnen stärker auf Männer als Zielgruppe ausgerich-

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tet sein müssen. Psychische Erkrankungen werden bei Frauen doppelt so häufig diagnostiziert wie bei Männern. Hier mag es umgekehrt sein wie beim Herzinfarkt: Männer zeigen
nicht die erwarteten „weiblichen“ Symptome einer Depression. „Typisch weiblich“: Depression, Angst, Essstörungen, posttraumatische Belastungsstörung, versuchter Suizid. „Typisch
männlich“: Sucht, antisoziale Persönlichkeitsstörung, vollendeter Suizid. Frauen werden häufiger als Männern Medikamente verordnet. Medikamente wirken sehr unterschiedlich bei
Männern und bei Frauen. Bei Frauen zeigen sich deutlich mehr unerwünschte Nebenwirkungen. Das Wissen darüber ist allerdings nicht weit verbreitet, denn in Studien waren Frauen
lange unterrepräsentiert (Risiko Schwangerschaft). Dadurch fällt es unter Umständen im
Ergebnis gar nicht auf, wenn ein Medikament bei Frauen nicht oder anders wirkt. Deshalb ist
es gut, dass der Frauenanteil bei Zulassungsstudien inzwischen deutlich gestiegen ist. Allerdings war dafür auch eine Verpflichtung der Pharmaindustrie im AMNOG nötig. Auch bei den
Behandlern gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede: Ärzte verordnen älteren Patienten
ungeeignete Medikamente häufiger als Ärztinnen. Bei der Behandlung von Männern mit
Bluthochdruck waren Ärzte und Ärztinnen in einer schwedischen Studie gleich erfolgreich.
Die Patientinnen wurden aber von Ärztinnen signifikant besser behandelt.
Die Analyse, dass wir im Gesundheitswesen Unter-, Über- und Fallversorgungen haben, ist
immer noch richtig, betrifft Männer und Frauen – aber sehr unterschiedlich. Die Unterversorgung der einen ist häufig die Überversorgung der anderen. Geschlechtersensibilität bedeutet,
dass alle im Gesundheitswesen Tätigen sich die unterschiedliche Lebensrealität von Männern und Frauen, die biologischen und sozial erlernten Unterschiede der Geschlechter, ihre
unterschiedlichen Behandlung im Gesundheitswesen und ihre unterschiedliche Rolle als
Professionelle im Medizinbetrieb immer wieder bewusst machen müssen.
Studien zeigen, dass die
geschlechtsspezifischen
Unterschiede

Ärztinnen

bewusster sind als Ärzten,
dass sie „geschlechtssensibler“ behandeln. Auch
wird Frauen stets eine
größere Kommunikationsfähigkeit und mehr Kooperationsbereitschaft
zugeschrieben. Für den
Gesundheitsmonitor 2012
Auditorium

der Bertelsmann-Stiftung

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