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Angelschein Fischwilderei .pdf


Original filename: Angelschein_Fischwilderei.pdf
Author: Christian Baldhoff

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Angelschein – Fischerwilderei ist ein Problem
Für manche scheint es wie ein schlechter Scherz. Doch es ist Realität. Es gibt tatsächlich im deutschen
Strafgesetzbuch einen Paragraphen zur Fischwilderei. Genauer gesagt lässt sich dieser in § 293 des
Strafgesetzbuches (StGB) wiederfinden. Was sich kurios und ein wenig lächerlich anhört, ist bereits seit
über 80 Jahren Bestandteil unseres Strafrechts. Doch zunächst sollte geklärt werden, was unter einer
Fischwilderei tatsächlich zu verstehen ist. Hierbei geht es nicht um die großen Fischkutter, die tagtäglich
aufs Meer hinausfahren und dabei wohlmöglich gegen Gesetze verstoßen könnten.
Mit der Fischwilderei rücken vor allem normale Verbraucher in den Fokus, die beim Angel-Hobby
häufig gegen geltendes Recht verstoßen. Wer unberechtigt angelt oder ein fremdes Fischereirecht
verletzt, begeht eine Straftat. Viele wussten das bislang nicht. Auch für Kritiker erscheint das häufig
nicht nachvollziehbar. Immerhin können bei Fischwilderei Freiheitsstrafen von bis zu 2 Jahre verhängt
werden oder ersatzweise Geldstrafen. Nachvollziehbare Gründe, die ebenfalls unter diesen Paragraphen
fallen, sind damit zusammenhängende Zerstörungen oder Beschädigungen.
Die Fischwilderei lässt sich praktisch als eine dogmatische Besonderheit definieren. Denn es muss
hierbei nicht einmal zu einer Vollendung der Tat kommen. Es kann bereits ausreichen, eine Angel ins
Wasser zu halten, ohne überhaupt einen Fisch an der Angel zu haben. Alleine diese Gegebenheit reicht
aus, um der Fischwilderei überführt werden zu können.
Die Strafbarkeit liegt aber nicht alleine im Angeln direkt, sondern in 2 Gegebenheiten, die viele Angler
nicht erfüllen können oder wollen. Zu einem sollten Interessierte dabei wissen, das es in Deutschland
keine freien Gewässer mehr gibt. Das Recht zum Angeln und die jeweiligen Voraussetzungen sind zwar
in jedem Bundesland teilweise unterschiedlich, dennoch strikt geregelt.
Wer eine Angel in der Hand hält, macht sich bereits dann der Fischwilderei schuldig, wenn er keinen
staatlichen Angelschein vorzeigen kann. Der Angelschein genügt aber zumeist nicht. Für das
ausgewählte Gewässer ist eine Erlaubniskarte im Voraus zu erwerben. Fehlt diese, kann ebenfalls eine
Fischwilderei vorliegen.
Oben hatten wir bereits die zwei wichtigsten Voraussetzungen (Angelschein und Erlaubniskarte)
aufgeführt. Fehlen diese, liegt eine Fischwilderei vor. Der Angelschein wird von staatlicher Stelle (der
Fischereibehörde) zeitlich be- oder unbefristet ausgestellt. Um diesen Ausweis erhalten zu können, ist
es sogar notwendig, eine umfangreiche Prüfung abzulegen und an einem Lehr Kurs über mehrere
Stunden teilzunehmen.
Erst wenn die Prüfung bestanden und der Angelschein ausgestellt wurde, haben Sie das Recht, in
Deutschland nach Lust und Laune zu angeln, wäre da nicht die Erlaubniskarte. Beim Fehlen führt das
unweigerlich zur Fischwilderei. Die Erlaubniskarte muss für jedes Gewässer neu gekauft werden.
Zuständig ist meistens der Pächter oder dessen Vertreter. Mit der Karte (wird als Tages-, Woche-,
Monats- oder Jahreskarte ausgestellt) erhalten Sie die Erlaubnis am zugewiesenen Gewässer zu den
aufgeführten Bedingungen Angeln zu dürfen. Fehlt eine dieser Voraussetzungen, liegt eine
Fischwilderei vor.

Problematisch wird es insbesondere auch bei privaten Gewässern und Teichen. Dort kann aus der
Fischwilderei schnell ein Diebstahl nach § 242 StGB werden. Übrigens muss es sich bei beiden Punkten
nicht nur um Fische als solches handeln. Der Begriff ist im juristischen Sinne weit gefasst. So beinhaltet
die Fischwilderei nicht nur Fische, sondern auch Krebse, Muscheln, Neunaugen und kann sich in einigen
Bundesländern sogar auf Fischnährtiere ausweiten.
Weiteres sollte beachtet werden, dass aus der Fischwilderei auch eine Hehlerei hervorgehen kann, die
nach § 259 StGB bestraft wird. Wer zum Beispiel Fische aus Fischwilderei veräußert oder ankauft,
macht sich dem Gesetz nach der Hehlerei schuldig. Dabei ist es unerheblich, ob es sich um 10 Kilo oder
um nur einen einzelnen Fisch gehandelt hat.
Fischwilderei kann aber ebenso vorliegen, wenn die Fangquoten überschritten wurden (vorausgesetzt,
das diese gesetzlich geregelt waren). Mit der Beschuldigung können zudem die Angelgeräte und Köder
eingezogen und von der Staatsanwaltschaft verwertet werden. Maßgabe hierfür ist der § 259 StGB.


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