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2014 0826 verdikum September .pdf


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Title: 2014 0826 verdikum September
Author: User

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ver.dikum
Zeitung der ver.di-Betriebsgruppe Uniklinik Köln
Ausgabe September 2014
Unser Internetauftritt: http://bg-ukk.koeln.verdi.de

Let's Talk About Money 7,4
Millionen Euro Gewinn hat die Uniklinik Köln im Jahre 2013 gemacht.
Dies verkündete der Ärztliche Direktor
der Uniklinik Köln, Prof. Dr. Edgar
Schömig, am 07. Juli auf der Jahrespressekonferenz. "55.185 Patienten
wurden im Jahr 2013 stationär behandelt - ein Zuwachs von 4,3 Prozent.
Ambulant wurden insgesamt 235.781
Patienten behandelt. Ihre Zahl stieg
damit um 7,4 Prozent gegenüber dem
Vorjahr." so Professor Schömig. Und
weiter "Die Auslastung des Klinikums
lag im Jahresdurchschnitt bei knapp 90
Prozent. Angesichts einer durchschnittlichen Auslastung aller bundesdeutschen Krankenhäuser von 77 Prozent
spricht dieses hervorragende Ergebnis
für sich. Wer sich auskennt, weiß, dass
eine durchschnittliche Auslastung von
90% für eine Krankenstation ungefähr
so ist, als ob man mit einem Fiat Panda in 3 Stunden von Köln nach Hamburg fährt. Es ist möglich, aber es geht
massiv über die Leistungsfähigkeit
hinaus. Und hinterher ist wahrscheinlich der Motor kaputt. Das Problem
daran ist: wir Beschäftigten sind der
Motor. Die steigende Zahl von Überlastungsanzeigen, der hohe Krankenstand, die Personalfluktuation: Dies
alles zeigt deutlich, dass die Grenzen
der Belastbarkeit für Pflege, Patienten
Service, MTAs, MFAs und alle anderen
Beschäftigten längst überschritten
wurden. Die meisten von uns haben
einen Beruf im Gesundheitswesen

gewählt, weil sie mit ihrer Arbeitsleistung gerne anderen Menschen helfen
wollten, weil sie einen moralisch integeren Arbeitsplatz wollten, weil sie
nicht nur arbeiten wollten, um Geld zu
verdienen, sondern etwas Sinnvolles
tun. Nun müssen wir feststellen: Was
zählt, ist der Unternehmensgewinn. 7,4
Millionen Euro! Aus dem Geld, was die
Solidargemeinschaft der Versicherten
einzahlt, werden Unternehmensgewinne! Glücklicherweise ist unsere Uniklinik nicht privatisiert worden, wie zum
Beispiel die Kliniken in Marburg und
Gießen. Man stelle sich vor, das Geld,
das die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in die Krankenversicherung
einzahlen, würde von hart schuftenden
Beschäftigten in den Kliniken in die
Taschen der Aktionäre geschaufelt!
Mit sozialer Marktwirtschaft und Sozialstaat hat das nichts mehr zu tun. Trotzdem, was passiert mit dem Unternehmensgewinn unserer Uniklinik Köln?
Können diejenigen, auf deren Rücken
dieser Gewinn erwirtschaftet wurde,
mitentscheiden? Bekommen wir einen
Bonus? Oder vielleicht neue Kolleginnen und Kollegen, die uns unterstützen
und entlasten? 7,4 Millionen Euro! Wie
viele Stellen in der Pflege und Patientenversorgung könnte man damit finanzieren? Rechnerisch wären beispielsweise ca. 185 Krankenschwestern dafür ein Jahr lang zu bezahlen. Man
könnte den Überstundenberg abbauen,
man könnte dafür sorgen, dass
Praxisanleitungen auch stattfinden,

...

statt wegen Personalmangel immer
wieder abgesagt zu werden. Man
könnte Auszubildende, Schülerinnen
und Schüler tatsächlich ausbilden, statt
sie als Ausputzer für die ständigen
Personalengpässe zu verschleißen.
Man könnte Arbeitsbedingungen schaffen, unter denen die Kolleginnen und
Kollegen gerne arbeiten und im Beruf
bleiben
wollen.
Man
könnte....
Tatsächlich werden die Gewinne aber
vermutlich dazu dienen, die Verluste
der kommenden Jahre abzufedern,
denn unter Schwarz-Rot bleibt es leider dabei, das Gesundheitswesen als
"Gesundheitswirtschaft", als Markt anzusehen und nicht als eine gesellschaftliche Aufgabe. Statt Gesundheit
für Alle, soll Gewinn für Wenige produziert werden. Und dem Druck dieser
Umstände kann sich auch unsere Uniklinik leider nicht entziehen. ver.di tritt
für ein Gesundheitswesen ein, das Gesundheit als Ziel und nicht als Ware
ansieht. Wer in ver.di eintritt hilft,
dieses Ziel zu verwirklichen.

Wem nützt das Freihandelsabkommen?
Offiziell
seit genau einem Jahr
verhandelt die EU mit den USA das
TTIP, das "Transatlantic Trade and
Investment Partnership"-Abkommen.
Laut Kanzlerin Merkel soll es der
Steigerung der Wirtschaftsleistung in
beiden Handelsräumen, der Senkung
der Arbeitslosigkeit sowie der Erhöhung der Einkommen der Arbeitnehmer
dienen. Tatsächlich ist zu befürchten,
dass dieses Abkommen, welches ohne
Beteiligung der nationalen Parlamente
und ohne Beteiligung des EUParlaments, dafür aber unter dem
Einfluss von über 600 Vertretern der
verhandelt wird, zu einer massiven

Bedrohung für Verbraucherinnen und
Verbraucher und Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer wird. Den Gewerkschaften und Verbraucherorganisationen wird keine Möglichkeit zur Mitgestaltung eingeräumt. Das Abkommen
soll Unternehmen die Möglichkeit einräumen, gegen Staaten zu klagen, die
vermeintlich die erwarteten Profite der
Konzerne
gefährden.
Da
diese
"Schiedsgerichte" außerhalb der nationalstaatlichen Rechtssysteme agieren
und auch keiner höherinstanzlichen
Kontrolle unterliegen, wird zukünftig jedes staatliche Handeln mit dem Risiko
von gigantischen Schadenersatzansprüchen internationaler Konzerne behaftet sein. Man stelle sich vor: Soziale
Standards, Umweltschutz oder Abrüstung werden für demokratische Staaten zu einem finanziellen Risiko. Aufgrund der Liberalisierung des öffentlichen Beschaffungswesens wird für
Kommunen und Land die Förderung
der örtlichen Wirtschaft nicht mehr
möglich sein. Es droht ein Ausverkauf
von öffentlichen Dienstleistungen wie
z.B.
Wasserversorgung,
Bildung,
ÖPNV oder Abfallentsorgung.
Die Forderungen der ver.di, des DGB
und der Europäischen Gewerkschaften
an ein solches Abkommen sind daher
folgende:
• Anpassung von Umweltvorschriften
und Standards jeweils auf dem
höchsten Niveau, vollständige Ratifizierung aller ILO-Sozialstandards in
der EU wie in den USA, Sicherung von
Mitbestimmungs- und Arbeitnehmerrechten in transatlantischen Unternehmen auf höchsten Standard.
• Die Rechte von Verbraucherinnen
und Verbraucher müssen ebenfalls auf
höchstem Niveau geschützt werden.
Seite 2

Der Schutz von persönlichen Daten
und der Schutz von Urheberrechten
muss gewährleistet werden.
• Öffentliche Dienstleistungen sind aus
dem
Abkommen
auszuklammern.
Auch für das öffentliche Beschaffungswesen dürfen keine Regelungen erfolgen, die zu weiterer Liberalisierung
oder Privatisierung öffentlicher Dienstleistungen führen.

Wir
lehnen
Investoren/StaatStreitschlichtungsverfahren im TTIP
ab. Die Rechtsordnungen beider Wirtschaftsräume bieten ausreichenden
Schutz für Investoren.
• Die Entscheidung der EU, nicht über
audiovisuelle Dienstleistungen als Träger kultureller Vielfalt zu verhandeln,
muss ebenso Bestand haben, wie die
UNESCO-Konvention zum Schutz der
Vielfalt der Kultur.
Näheres zum Thema findet Ihr unter
anderem
dort:
-http://www.verdi-bg-fhh.de/aktuelles/4109verdi-wirtschaftspolitik-aktuell-ttip-freie-fahrtfur-konzerne
https://www.campact.de/ttip/appell/teilnehmen/

Boni für Klinikchefs
Bis zu 1,3 Millionen Euro Bonuszahlungen bekamen Klinikdirektoren und
Oberärzte in Nordrhein-Westfälischen
Unikliniken im Jahre 2011 ausgezahlt.
Zusätzlich zum Grundgehalt, das auch
mal 590.000 Euro pro Jahr betragen
kann. Diese Zahlen hat der Landesrechnungshof (LRH) in seinem diesjährigen Bericht veröffentlicht. Verknüpft
sind diese Bonuszahlungen mit Zielvereinbarungen. Bedenken geäußert
hat der LRH bezüglich der für das Jahr
2011 festgestellten sehr hohen Zahl
von Chefärztinnen und Chefärzten

sowie Oberärztinnen und Oberärzten,
die ihre Ziele zu mindestens 100 v. H.
erreichten. Dies deutet aus seiner
Sicht daraufhin, dass die vereinbarten
Ziele nicht ambitioniert genug, sondern
zu leicht erreichbar waren. Die meisten
Zielvereinbarungen beziehen sich auf
das wirtschaftliche Ergebnis der einzelnen Klinik, häufig auch in Form von
Umsatzbeteiligungen. Im Klartext: Viele krumme Rücken erwirtschaften den
Gewinn, Chefarzt und Oberärzte
kassieren. Und je mehr der Chef spart,
sei es an Personal oder Material, desto
besser verdient er. Das Geld, das die
Solidargemeinschaft der Versicherten
für die Krankenversorgung bereitstellt,
wandert in die Tasche Weniger, statt
für eine vernünftige Personalausstattung der Kliniken verwendet zu werden. Der Appell an die Beschäftigten,
wirtschaftlich zu handeln und zu denken, bekommt so einen ganz besonderen Klang. Bei den anstehenden Verhandlungen für die Tarifrunde 2015
lassen wir uns bestimmt nichts mehr
von der "schwierigen wirtschaftlichen
Lage der Unikliniken" vorjammern! Und
wenn für uns mal wieder Überstunden
oder kurzfristige Krankheitsvertretung
anstehen, wird das Wissen um den
Fluss des Geldes unsere Laune nicht
verbessern. Wir brauchen mehr Stellen in Versorgung, Service und Pflege,
statt Chefarztgehälter im Millionenbereich. Dafür werden wir gemeinsam in
der Tarifrunde 2015 kämpfen. Wer
mitkämpfen
will:
ver.di
Vertrauensleute im Betrieb ansprechen
Oder: https://mitgliedwerden.verdi.de.

Seite 3

Eine Ära endet
Rolf Winterboer übernimmt neue
Aufgaben
Ohne ihn mit seiner markanten Stimme
und seiner gigantischen Vuvuzela wäre
der Streik von 2006 nicht zu ertragen
gewesen: Rolf Winterboer hat uns viele
Jahr als Gewerkschaftssekretär im

Unvergessen
seine
Rolle
als
unermüdlicher Motivator und Organisator im langen Tarifkampf von 2006, in
dem er dafür sorgte, dass die
ver.dianer vom ersten bis zum letzten
Streiktag ein Bild der Solidarität, der
Entschlossenheit, aber auch der
Kreativität und Lebensfreude abgaben.
Er war morgens als erster im Streikzelt
und sorgte auch nachmittags noch für
Elan und Stimmung. Rolf war sich
auch für eine Nachtschicht bei den
Beschäftigten nicht zu schade. Mit
seinem Einsatz hat er sicherlich so
manchen gewerkschaftlichen "Winterschläfer" reaktiviert und dem einen
oder anderen Vorstandsmitglied im
Uniklinikum gezeigt, wo der Hammer
hängt. Dass er immer gesprächsbereit
und offen ist, hat ihm Respekt und
Vertrauen auch auf der Arbeitgeberseite verschafft. Wir ver.dianer
der Uniklinik Köln wünschen Rolf
Alles Gute bei seinen neuen Aufgaben
und uns selbst, dass er uns im
nächsten Tarifkampf zumindest einmal
mit Megafon und Vuvuzela besucht.
LIEBER ROLF, VIELEN DANK UND
ALLES GUTE FÜR DIE ZUKUNFT.

FB3 begleitet, motiviert und unterstützt.
Er wird aber leider ab sofort nicht mehr
als Fachbereichssekretär für uns zuständig sein. Aufgrund der Neustrukturierung innerhalb ver.di wird er
zukünftig für ein größeres räumliches
Gebiet übergreifend tätig sein. Rolf,
der von Hause aus Fernmeldetechniker ist und ein Studium an der Sozialakademie Dortmund absolviert hat, hat
immer durch erstaunlich detaillierte
Kenntnisse verblüfft und auf fast jede
Frage zum Tarifvertrag die Antwort aus
dem Ärmel geschüttelt.

Astrid Rogge-Musall
Astrid Rogge-Musall wird demnächst
die Nachfolge von Rolf Winterboer
antreten.
Astrid war bislang für den Fachbereich
Handel in der ver.di Bundeszentrale in
Berlin tätig. Wir begrüßen Astrid und
freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit.

Aushang der ver.di-Betriebsgruppen-Zeitung: vor der Cafeteria im LFI Eb. 0 VZ Eb. 01 Geschäftsbereich 3 Eb. 02
Unter der Internetadresse http://bg-ukk.koeln.verdi.de kann diese und
vorherige Auflagen des ver.dikum's nachgelesen werden.
Auch findet sich hier Aktuelles aus dem Betrieb sowie aktuelle Hinweise
und Informationen aus dem Fachbereich, landes- und bundesweit.

Seite 4

V.i.S.d.P. Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di;
Christa Nottebaum, Fachbereich 3, Gesundheit,Soziale
Dienste, Wohlfahrt und Kirchen; Bezirk Köln
Hans-Böckler-Platz 9, 50672 Köln


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