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FAZ 29.10.2014 Kirchenspaltung.pdf


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den originalgetreuen Wiederaufbau mit
einem neuen Inhalt verbinden will. Vorgesehen ist ein Zentrum für Frieden und
Versöhnung, in dem an die Opfer der
NS-Herrschaft gedacht werden soll.
Viele Wiederaufbaugegner befürworten
die Idee eines Versöhnungszentrums
durchaus. Sie befürchten aber, dass ein
Wiederaufbau die Auseinandersetzung
mit dieser verstörenden Vergangenheit
nicht fördern, sondern stattdessen eine
"heile Welt" vortäuschen würde. Außerdem bezweifeln sie, dass der Wiederaufbau eines dermaßen belasteten GebäuAbbildung:
Abbildung:
Wörter:
© 2014 PMG Presse-Monitor GmbH

des wirklich zu einem Symbol für Frieden und Versöhnung werden kann.
Diese Frage wird umso kontroverser
diskutiert, als die Garnisonkirche mit
militärischer Symbolik geradezu überladen war. Reliefdarstellungen von
Gewehren, Pistolen, Schwertern, Pfeilen, Panzern und Rüstungen kündeten
weithin sichtbar von der militärischen
Macht der Hohenzollern.
Derzeit ist keine Lösung des Konfliktes
in Sicht. Für zusätzlichen Zündstoff
sorgt das Verhalten der in Potsdam
regierenden "Rathauskooperation" aus

SPD, CDU und Bündnis 90/Die Grünen,
die eine Debatte über die Garnisonkirche um beinahe jeden Preis verhindern
will. Daher wurden alle Vorstöße für
einen Bürgerentscheid oder auch nur
eine Bürgerbefragung mit teilweise fragwürdigen Verfahrenstricks abgewürgt.
Selbst der Antrag auf einen Bürgerdialog wurde von der Rathauskooperation
im September abgelehnt. Deshalb dürfte
der Konflikt um die Garnisonkirche
weitergehen.
MATTHIAS GRÜNZIG

Triumphbogen? Der Standort der 1968 abgerissenen Garnisonkirche lässt noch Platz für architektonische
und historische Überlegungen.
Foto dpa
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