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Title: Hirschfeld: Spekulationen um getöteten Wolf – und noch ein Schuss :: lr-online
Author: René

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Hirschfeld: Spekulationen um getöteten Wolf – und noch ein Schuss :: ...

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http://www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Spekulationen-um-g...

Nachrichten 22. Januar 2015, 02:44 Uhr

HIRSCHFELD Im Fall des vermutlich am zweiten Weihnachtsfeiertag getöteten und enthaupteten

Wolfs bei Hirschfeld (Elbe-Elster) müssen die Spezialisten des brandenburgischen
Landeskriminalamtes weitere Erkenntnisse auswerten. Und sie haben zu klären, ob ein Schuss auf ein
Wohnhaus am Silvesterabend damit in Verbindung steht.
Für einen neuen Ansatz bei den Ermittlungen im Fall des getöteten Wolfs – dem Tier war danach auch
noch der Kopf abgetrennt worden – hat der Hirschfelder Ortsbürgermeister Bernd Trobisch gesorgt. Er
habe bei einer Geburtstagsfeier gehört, wie ein Mann aus dem Ort geäußert habe, dass ein Wolf in
einen Geflügelstall im Dorf eingedrungen sei und der Inhaber dann den Wolf erschossen habe.
Gegenüber der RUNDSCHAU bestätigt der Bürgermeister, dass er dazu von den Beamten des
brandenburgischen Landeskriminalamtes (LKA) vorgeladen und befragt worden sei. Er selber zweifele
an dieser Version, habe sie auch nur von einer Person gehört.
Und Bernd Trobisch berichtet von einem weiteren Vorfall in seinem Dorf. Am Silvesterabend sei auf
die Scheibe eines Wohnhauses geschossen worden, als die Inhaber im Nachbarort zur Silvesterfeier
gewesen seien. Im Ort würde, so Trobisch, sogar die Behauptung umgehen, dass ein
Maschinengewehr vom Typ Kalaschnikow zum Einsatz gekommen sei. Die Besitzerin des
Wohnhauses bestätigt den Vorfall. Demnach ist das Geschoss durch die Scheibe und die Gardine
gefeuert worden und schließlich in der gegenüberliegenden Wand eingedrungen. Zur Art der dabei
verwendeten Waffe könne sie keine Angaben machen. "Das herauszubekommen, ist Sache der
Polizei", sagt sie und bittet darum, namentlich auch nicht genannt zu werden.
Dietmar Keck, Sprecher des brandenburgischen Polizeipräsidiums, erklärt, dass den Beamten beide
Vorfälle bekannt seien und den Hinweisen auch nachgegangen werde. Näher wolle er sich zum
jetzigen Zeitpunkt nicht äußern, um Ermittlungen nicht zu gefährden. Schon in einem Gespräch vorher
hatte er "von einem Puzzle mit vielen Teilen" gesprochen, das aneinandergelegt werden müsse, um
zu Ergebnissen zu kommen.
Und Dietmar Keck bestätigt, dass die Ermittlungsgruppe in der Polizeiwache im benachbarten
Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) ein Büro bezogen hat, um von dort aus ortsnah ermitteln zu
können. Dorthin würden unter anderem auch Jäger zu Befragungen einbestellt. Gleichzeitig bitte die
Polizei dabei auf freiwilliger Basis auch um die Abgabe von DNA-Proben.
"Schließlich ist dem Wolf der Kopf abgetrennt worden", sagt Dietmar Keck und lässt offen, ob dadurch
verwertbare Spuren hinterlassen wurden. Wenn ja, können diese mit den DNA-Proben verglichen
werden.
Die Munitionsspuren, die am Kadaver des aufgefundenen Wolfes gefunden wurden, sind ein weiterer
Anhaltspunkt der Ermittlungen. Sie könnten Aufschluss über den oder die Täter geben. Die Ermittler
werten die Spuren derzeit aus und erhoffen sich Hinweise auf die Art der Waffe, wie die Sprecherin
der Cottbuser Staatsanwaltschaft, Petra Hertwig, in einer vorausgegangenen Pressemitteilung
erklärte. Die Waffe könne wiederum eine Spur zu dem oder den Tätern sein. Der Tierkadaver war für
die Untersuchungen geöffnet worden.
In der Jägerschaft sorgt der noch immer nicht aufgeklärte Fall nach wie vor für Diskussionen.
"Solange kein Ergebnis vorliegt, sehen sich die Jäger unter Generalverdacht gestellt", beschreibt
Harald Müller, der in Hirschfeld ein Geschäft für Waffen und Jagdausstattung betreibt, die
23.01.2015 21:31

Hirschfeld: Spekulationen um getöteten Wolf – und noch ein Schuss :: ...

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http://www.lr-online.de/nachrichten/Tagesthemen-Spekulationen-um-g...

Gemütslage.
"Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Jäger aus der Region das Tier getötet, den Kopf abgetrennt
und es dann auch noch an Ort und Stelle liegen gelassen hat", hat Jörg Kohls, der Vorsitzende des
Jagdverbandes Bad Liebenwerda, in einer ersten Stellungnahme erklärt und seine Position so
begründet: "Derjenige müsse schließlich mit dem Entzug seiner Jagderlaubnis und einer
empfindlichen Strafe rechnen." In der Jägerschaft sei es deshalb noch immer vorherrschende
Überzeugung, dass das Tier dort abgelegt worden sei.
Gestützt würden die Vermutungen auch durch Aussagen, wonach es eine längere Schleifbeziehungsweise Trittspur zum Ablageort des Tieres gegeben haben soll. Im weiteren direkten Umfeld
sollen auch keine Wolfsspuren gefunden worden sein. Auch zu diesen Aussagen will sich der
Sprecher des brandenburgischen Landeskriminalamtes momentan nicht äußern.
Im August des vergangenen Jahres war bereits ein Wolf bei Lieberose (Dahme-Spreewald)
erschossen und geköpft worden. Das Landeskriminalamt prüft einen Zusammenhang zwischen den
Vorfällen. Es wird wegen des Verstoßes gegen das Artenschutzgesetz ermittelt.
Zuletzt lebten in Brandenburg nach Angaben des Landesumweltamtes etwa 14 Wolfsrudel und
weitere Einzeltiere. Sie kommen vor allem im Süden des Landes vor.
Frank Claus

23.01.2015 21:31


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