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Title: Thema des Monats
Author: Bente Michaelsen

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Surya Namaskara
Egal ob in einer traditionellen Ashtanga Stunde oder
einer Vinyasaklasse, früher oder später wird man
durch die Sonnengrüße oder Variationen hiervon
gehen. Die Sonnengrüße sind wunderbar um den
Körper aufzuwärmen, die Atmung ganz bewusst mit
der Bewegung zu synchronisieren und extrem viel
Kraft aufzubauen. Es ist daher kein Wunder, dass sie
in vielen Sequenzen am Anfang der Stunde praktiziert
werden.
Die Sonnengrüße sind ein wunderbares Beispiel für
die essentielle Symbiose von Atmung und Bewegung.
Die Bewegung ist an die Atmung gekoppelt, das heißt,
der Atemrhythmus bestimmt die Schnelligkeit der
Bewegungen. Auf der spirituellen Ebene bedeutet
dies, dass die Energie frei von Widerständen durch
den Körper und Geist wandern kann. Auf der eher
physischen Ebene ist diese Synchronisierung wichtig,
um den Muskeln die Chance zu geben, weich von
einer Bewegung in die andere zu gleiten, ohne den
Körper in Stress zu versetzen und somit das
sympathische Nervensystem zu aktivieren, das für den
‚Fight and Flight’ Zustand verantwortlich ist und eine
entspannte und entspannende Bewegungsabfolge
verhindert.
Nun sind die Sonnengrüße oft auch sehr
herausfordernd und die Achtsamkeit gegenüber der
eigenen Atmung und Bewegung geht oft verloren. Um
trotz der Anstrengung weiterhin im Fluss bleiben zu
können ist es wichtig, jede einzelne Bewegung
bewusst auszuführen. Schon beim ersten Vinyasa –
Ekam: die Arme zur Decke heben – gewinnt der
gesamte Körper an Länge und durch die Einatmung
werden die Bandhas sanft mit aktiviert.
Die Stelle, an der die Achtsamkeit häufig verloren
geht in Präparation auf die folgende kraftvolle
Abfolge ist das dritte Vinyasa – Trini: den Kopf leicht
anheben und Länge gewinnen. Wenn hier nicht ganz
bewusst auf die Einatmung und die gleichzeitige
Konzentration an Kraft aus der Mitte geachtet wird,
wird gerade das Zurückspringen schwierig und das
Verletzungsrisiko steigt. Nur, wenn hier die Zeit
genommen wird wirklich bewusst einzuatmen, die
Bandhas zu aktivieren und dadurch die Kraft in der
Mitte zu sammeln, kann mit Leichtigkeit mit der
Ausatmung zurückgesprungen werden. Wer hier in
der Plank Position landet nutzt den Rest der
Ausatmung um die Schultern ein kleines Stück vor die
Handgelenke zu schieben, um dann mit den
Ellenbogen nah am Körper bis auf Ellenbogenhöhe
hinabzusinken in Chaturanga Dandasana.

Wer gleich mit den Armen gebeugt in Chaturanga
Dandasana landet, nimmt sich auch in dieser sehr
kraftvollen und stärkenden Position die Zeit in Ruhe
bis zum kompletten Ende der Ausatmung zu warten
und erst mit dem Beginn der Einatmung sanft den
Brustkorb durch die Hände nach oben zu schieben in
den heraufschauenden Hund, Urdhva Mukha
Svanasana. Die Schultern bleiben dabei in einer Linie
mit den Handgelenken. In dieser Position wird der
Oberkörper ganz wunderbar geöffnet.
Trotzdem ist es auch hier wichtig, den unteren Körper
nicht ganz außer Acht zulassen. Der untere Rücken
bleibt möglichst lang, dafür arbeiten die Beine und der
Po richtig mit. Oft fallen die Füße im
heraufschauenden Hund nach außen. Um dies zu
verhindern, wird bewusst die gesamte Fußoberseite
und alle zehn Zehen in die Matte geschoben. Dies
wird leichter, je aktiver die Beine hier mitarbeiten.
Um in die dann folgende Position zu gelangen, den
herabschauenden Hund – Adho Mukha Svanasana –
wird wieder die Kraft aus der Mitte gefordert. Je mehr
Kraft hier aus dem Bauch kommt, desto leichter wird
es, die Füße gerade über den Spann zurückzurollen
und das Becken zur Decke zu heben. Ganz egal, wie
viele Atemzüge in dem herabschauenden Hund
verbracht werden, auch hier hilft die Atmung
gleichzeitige Länge und Entspannung zu erlangen.
Nimm Dir die Zeit für tiefe und gleichmäßige
Atemzüge.
Mit dem siebten Vinyasa – Sapta: Komm zurück an
den Anfang der Matte – bringt die Einatmung und die
bewusste Ansteuerung des Bauches den Körper
zurück nach vorn. Die Kraft aus dem Zentrum des
Körpers hilft genau wie beim Zurückspringen, sanft
und leise nach vorne zu gleiten und die Wirbelsäule
lang zu machen. Auch Astau: mit der Ausatmung den
Kopf hängen lassen und den Nacken entspannen –
sollte mit Ruhe und Zeit ausgeführt werden. Hier wird
Länge in den gesamten hinteren Körper gebracht.
Die nächste Einatmung – Nava – zieht den Körper fast
automatisch zurück nach oben zum Stehen und mit die
Ausatmung – Dasa – wird komplett beendet bevor der
zweite, dritte…, Zyklus beginnt.
Natürlich muss die eigene Atmung in einer geführten
Klasse im Gegensatz zum Praktizieren des
Mysorestyles oft angepasst werden. Trotzdem gilt
immer weiter: Achtsam und fokussiert die
Bewegungen dem Atemrhythmus angleichen, auch
wenn dieser vielleicht ein bisschen schneller oder
langsamer ist, als der eigene.


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