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DS Lebe klein .pdf


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Samstag, 4. April 2015

„Es wird mich immer begleiten“
Im September 2012 bekam Marlies Schagerl die Diagnose Krebs. Ein bösartiges Melanom. Im Krankenhaus erfuhr die damals 39-Jährige, dass
sie auch an Brustkrebs erkrankt ist. Doch was die junge Frau in sich entdeckte, war nicht Verzweiflung und Resignation, sondern Kraft und
Überlebenswillen. Ihre Geschichte ist eine von vielen, die Thomas Hartl in seinem Buch „Lebe! Diagnose Krebs als Chance zur Veränderung“
veröffentlicht hat. Darin kommen Betroffene zu Wort, die der schweren Krankheit eine andere Seite abgewinnen.
Text: Mariella Moshammer
Ein kleines Flämmchen bewahrte Marlies
Schagerl vor einem tiefen Fall. Paradoxerweise entzündete es sich genau in jenem Moment, als sich ein tiefes Loch unter ihr auftat.

Hautkrebs und Brustkrebs. Das war 2012.
Heute kann Marlies Schagerl über ihre
Krankheit reden, hat ihre Geschichte im Buch
„Lebe!“ veröffentlicht.
„Es war für mich selbst eine heilsame Möglichkeit, das in einer kleinen, kompakten Geschichte aufzuschreiben.
Die habe ich in einem
Rutsch geschrieben. Das
war befreiend.“
Autor Thomas Hartl lässt
Betroffene erzählen, 24
Menschen, die die Diagnose Krebs bekommen
haben und die leben. Jeder hat sein Schicksal
auf seine Art gemeistert
und jeder hat der Krankheit Seiten abgewonnen,
die für Menschen, die
nicht betroffen sind,
kaum möglich scheinen.
„Mir hat die andere Sicht
auf die Krankheit sehr
geholfen, mit dem
Schock der Diagnose
umzugehen“,
erzählt
Marlies Schagerl: „Weil
ich für mich von Anfang
an gesehen habe, es
wird jetzt nicht alles nur
schlecht sein. Es hat mir
Kraft gegeben zu wissen,

es wird auch positive Veränderungen geben,
ich werde daran wachsen. Ich habe recht
schnell eine richtige Energie entwickelt, um
den Kampf aufzunehmen.“ Das Loch habe
schon gedroht, in das sie zu fallen schien,
aber die gebürtige Niederösterreicherin, die
jetzt in Linz lebt, hat recht schnell ihre Kräfte
gebündelt und Positives aus ihrer Erkrankung
gezogen. „Das hat mir während der Chemotherapie geholfen, die ich vor meiner Operation hatte, und auch in weiterer Folge.“ Obwohl mit jeder Chemotherapie Gift in sie hineintropfte, ging die damals 39-Jährige auch
hier mit ganz anderen Gedanken heran: „Ich
bin nicht an meine Grenzen gekommen. Ich
habe es angenommen, habe gewusst, das
hilft mir jetzt. Ich war fest der Überzeugung,
dass das was mir passiert, mir helfen wird.“

„Ich habe gelernt,
Freude zu empfinden“
Viele der Menschen, die in Hartls Buch von
ihrer Erkrankung und ihrem Leben damit berichten, kennen sich aus einer Selbsthilfegruppe der Krebshilfe Oberösterreich — hier
fand Marlies Schagerl auch neue Freunde.
„Die Krebshilfe und die Selbsthilfegruppe
haben mir sehr geholfen. Der Kontakt in der
ersten Zeit zur Krebshilfe war immens wichtig — die erste Orientierung in diesem
Schockzustand, in dem ich noch war und in

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Samstag, 4. April 2015

der weiteren Folge die Selbsthilfegruppe ...
das ist für mich nach wie vor ein wichtiger
Rückhalt.“ Zur Selbsthilfegruppe geht Marlies Schagerl heute noch, unternimmt mit
den neu gewonnen Freunden auch viel. „Das
Thema Krebs verbindet uns natürlich, aber
wenn wir uns treffen, ist das nicht so, dass
wir über unseren Zustand jammern und sagen, es sei alles so schlecht. Wir erzählen
schon alle, wie es uns aktuell geht, aber
unterm Strich haben wir immer nach so

ein bisschen paradox, aber ich habe einfach
gelernt, Freude zu empfinden, zu lachen und
mich selbst auch nicht immer zu ernst zu
nehmen.“

„In jeder Geschichte
ist eine große Kraft“

Generell habe die Zeit, in der sie akut krank
war, Marlies Schagerl verändert. Bis heute
unterteile sie die Zeit in „davor“ und „danach“. „Ich sehe
viele Dinge viel klarer. Ich war
sicher angepasster früher, da
habe ich ,die Krot gschluckt',
wenn mir etwas nicht gepasst
hat. Heute überhöre ich meine
Bedürfnisse nicht mehr.“
Ein Thema sei der Krebs, trotz
überstandenen Operationen,
Chemotherapien und anderen
Behandlungen, aber noch immer. „Ich bin nicht in der Lage
zu sagen, ich bin geheilt, ich
bin auch noch in der Fünf-Jahres-Frist, nach der man sagt,
man ist geheilt, aber auch dann
ist das noch nicht sicher. Ich
fühle mich soweit, dass es mir
jetzt gut geht, und das ist
schon ein Sieg, den ich errungen habe.“ Nachdem sie die
Fotos: Bilderbox, privat
Diagnose Krebs erhalten hat,
einem Treffen irrsinnig viel gelacht, nehmen stellte sie einige ihre Verhaltensmuster auf
neuen Mut und neue Kraft mit. Jeder geht den Kopf. „Ich habe dafür gesorgt, dass es
anders um mit der Erkrankung.“ Jeder könne mir so gut wie möglich geht. Habe Dinge versich etwas von den anderen mitnehmen. ändert — ich rauche nicht mehr, ich mache
„Wir haben einfach auch Spaß. Und das ist mehr Sport, ernähre mich bewusster, schaue,
etwas, was sonst oft zu kurz kommt“, so dass es mir psychisch gut geht.“
Schagerl: „Ich für meinen Teil kann sogar be- Doch ganz ist der Krebs nicht aus ihrem Behaupten, ich habe früher nicht soviel gelacht, wusstsein verschwunden. „Es wird ein Teil
wie seit ich krank geworden bin. Das klingt von meinem Leben bleiben, aber ich denke

und hoffe auch, dass es immer weniger Platz
in meinem Leben einnimmt. Es ist auch wichtig und gesund, dass ich dieses Thema immer mehr loslassen kann. Aber vergessen
werde ich es sicher nicht.“
Marlies Schagerl geht es heute gut, die 42Jährige ist froh, das Buch gemacht zu haben.
„In jeder einzelnen Geschichte ist eine große
Kraft. Auch für Nicht-Betroffene ist es sehr
lesenswert. Man lernt von dieser Krankheit,
dass man wirklich viel schaffen kann in
schwierigen Situationen. Es ist sehr wohl
sehr vieles möglich, auch wenn anfangs alles
aussichtslos scheint.“ Authentisch und auch
ungeschönt wird der Erkrankung in „Lebe!“
ins Auge gesehen, hoffnungsvoll lassen die
Geschichten auch Menschen, die nicht an
Krebs erkrankt sind, Kraft schöpfen.
„Die Kraft liegt in den Menschen. Sie holen
sie dann einfach hervor.“

Thomas Hartl: Lebe! Diagnose Krebs
als Chance zur Veränderung. Ueberreuter Verlag, 208 Seiten, € 19,99
www.thomashartl.at


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