MA 1 .pdf

File information


Original filename: MA 1.pdf
Title: Das erste Graffiti
Author: Jan Seiler

This PDF 1.5 document has been generated by Microsoft® Word 2010, and has been sent on pdf-archive.com on 09/04/2015 at 18:37, from IP address 83.76.x.x. The current document download page has been viewed 1104 times.
File size: 1.9 MB (26 pages).
Privacy: public file


Download original PDF file


MA 1.pdf (PDF, 1.9 MB)


Share on social networks



Link to this file download page



Document preview


Graffiti auf Leinwand

Jan Seiler

Gymnasium Muttenz

Inhalt
Vorwort ....................................................................................................................... 2
Einleitung .................................................................................................................... 4
Entstehung der Graffiti-Szene ................................................................................... 5
Gestalterisches Vorgehen: ......................................................................................... 7
Rahmen .................................................................................................................. 8
Spannen des Leintuchs......................................................................................... 10
Bilder ........................................................................................................................ 11
Wut........................................................................................................................ 11
Fame ..................................................................................................................... 14
Kreativität .............................................................................................................. 18
Kick ....................................................................................................................... 20
Schlusswort .............................................................................................................. 23
Anhang ..................................................................................................................... 24
Quellenangabe ......................................................................................................... 24
Bildverzeichnis ...................................................................................................... 24

1

Graffiti auf Leinwand

Jan Seiler

Gymnasium Muttenz

Vorwort
Ein Thema für die Maturarbeit auszusuchen, welches mich in einem Jahr noch ebenso interessiert wie im Moment, war gar nicht einfach. Für mich war klar, entweder
geht es um Basketball oder Graffiti.
Eine beidseitige Hüftoperation stand mir bevor wonach ich ein Jahr lang keinen Sport
mehr betreiben sollte. Dies nahm mir die Motivation ein Thema im Bereich Basketball
zu bearbeiten. Aus diesem Grund entschied ich mich für Graffiti. Dies ist ein Thema
welches ich im Spital oder auch zu Hause trotz Hüftschmerzen ausführen kann ohne
den Heilungsprozess meiner Verletzung zu beeinträchtigen, da die ganze Arbeit im
Sitzen erledigt werden kann. So entstand mein Thema „Graffiti auf Leinwand“.
Ich entschied mich mehrere Leinwände mit Spraydosen, Molotow-Pumpmarker 1und
Acrylfarben mit Graffiti Schriften zu gestalten. Zusätzlich wollte ich die Benötigten
Leinwände selbst bauen. Jetzt brauchte ich nur noch eine Idee für die Themen der
Bilder. Dies fiel mir zu Beginn sehr schwer. Ein erster Gedanke waren Bilder mit Gegensätzen wie zum Beispiel die Darstellung der vier Jahreszeiten, Gefühle wie Liebe
und Hass oder warm und kalt. Ich konnte mich jedoch für keine dieser Ideen richtig
begeistern.
Ich erinnerte mich an einen Graffiti Vortrag im Fach Wirtschaft, indem ich mich mit
den Beweggründe für illegales Graffiti sprayen auseinandersetzte. Bei illegalen Graffitis oder auch bei kleinen Tags2 entstehen hohe Reinigungskosten, die von dem
Verursacher bezahlt werden müssen. Trotz Strafverfolgung, hohen Geldbussen, gerichtlichem Verfahren und diversen Anti-Graffiti Programmen, lassen sich die Sprayer
nicht abschrecken ihren Namen auf die Stadtwände zu sprayen. Im Internet stiess ich
auf eine Untersuchung der Universität Potsdam bei der verschiedene Motivationen
festgestellt wurden:

1

Spezieller Filzstift um auf Leinwände zu malen

2

Unterschrift eines Graffiti-Künstler mit dem Pseudonym

2

Graffiti auf Leinwand

Jan Seiler

Gymnasium Muttenz

[1]„•Streben nach Verbesserung, Fortschritte erzielen (Ehrgeiz)

•Positive Emotionen, abschalten vom Alltag, abreagieren, Stimmung verbessern,
drogenrauschähnlicher Kick beim Sprühen
•Kreativität (Ideen & Vorstellungen verwirklichen, Gefühle ausdrücken)
•Gruppengefühl (Geborgenheit, Zusammenhalt)
•Ruhm (sogenannter Fame) zu erlangen
•Lebenssinn
•Grenzerfahrungen machen (Angst, Gefahr erleben und überwinden)
•Selbstverwirklichung“

Aus diesen verschiedenen Beweggründen suchte ich mir vier aus, welche auf mich
und meiner Meinung nach auf Basel am Besten zutreffen:
•Wut (abreagieren, Meinungsäusserung, Hass auf den Staat, politische Äusserungen…)
•Kick (abschalten vom Alltag, drogenrauschähnlicher Kick, Gefahr erleben/ überwinden…)
•Ruhm (seinen Namen in der Stadt bekannt machen, berühmt werden…)
•Kreativität (Ideen/ Vorstellungen verwirklichen, Fortschritte machen, „Style3“ verbessern…)

An dieser Stelle bedanke ich mich bei meiner Betreuungsperson Frau Wyss, für die
Hilfe der Themenwahl, die Unterstützung im Laufe der gesamten Arbeit und die vielen kleinen Tipps, welche mir sehr weitergeholfen haben und mir einige Pannen ersparten.
Außerdem möchte ich mich bei meinem Bruder Michael Seiler und seinem Arbeitgeber der Schaub AG, für die Benutzung ihrer Maschinen und die zahlreichen Informationen für das Bauen der Leinwandrahmen bedanken.

3

Schwung/ Stil der Buchstaben eines Künstlers.

3

Graffiti auf Leinwand

Jan Seiler

Gymnasium Muttenz

Einleitung
Jeder kennt die grossen, farbigen Bilder an der „Graffiti-Line“ beim Basler Bahnhof.
Sie zählt, mit einer Länge von 10 Kilometer, zu einer der längsten Europas und
macht Basel zu einer der Graffitihochburgen unseres Kontinents.
Die grauen Wände der Stadt Basel werden über Nacht immer wieder neu verziert.
Gewisse werden übermalt, andere umgestaltet oder erweitert. Darauf folgt in vielen
Fällen gegen den Sprayer eine Anzeige wegen Sachbeschädigung und meist eine
Geldbusse von mehreren hundert Franken und je nach dem noch eine Anzeige wegen „unbefugtem Betreten des Areals“. Es stellt sich die Frage:

Warum nimmt ein Sprayer das Risiko einer solchen Strafe auf sich, nur um sein
Pseudonym in der Nacht auf eine Wand zu sprayen?

Die Beweggründe Graffiti zu malen sind von Sprayer zu Sprayer unterschiedlich und
sind nur in seltenen Fällen auf Zerstörungswut, Schmiererei oder Vandalismus zurückzuführen. Graffiti bietet vielen Jugendlichen einen Rückhalt und stellt einen Lebensinhalt dar. Es gilt als Ausdruck von Kreativität der meist jungen Künstler.
Um noch besser auf die Frage nach den Beweggründen der Strassenkünstler eingehen zu können, müssen wir uns mit der Frage auseinandersetzen:

Wie ist ein derartiges Verhalten überhaupt erst entstanden?

4

Graffiti auf Leinwand

Jan Seiler

Entstehung der Graffiti-Szene

Gymnasium Muttenz

4

Die ersten Graffitis zur Entstehungszeit dieser
Kunst, kann man kaum mit den heutigen vergleichen.
1971 kam ein jugendlicher Fahrradkurier in
New York auf die Idee sein Pseudonym „Taki
183“ in der Stadt zu verbreiten. Vielleicht wollte
er Ruhm erlangen oder er hatte einfach nur
Langeweile und suchte nach einer Beschäftigung. Man weiss es nicht so genau. Jedoch
schrieb er seinen Nicknamen mit einem Marker
Abb. 1: Artikel „Taki 183“

so oft auf die Wände der Stadt, dass die „New
York Times“ einen Artikel über ihn publizierte.

Da Takis Aktion viele Jugendliche beeindruckte, löste dieser Artikel der „New York
Times“ einen grossflächigen „Graffiti-Angriff“ aus. Viele Jugendliche folgten seinem
Beispiel. Dies brachte eine Art von Wettbewerbsverhalten hervor. Nun ging es darum, wer es schaffte, dass sein Pseudonym aus allen anderen heraussticht. Man
versuchte möglichst viele Tags, an möglichst verrückten Orten zu platzieren. Dies
wurde bis zu diesem Zeitpunkt noch mit dicken, grossen Filzstiften ausgeübt. Diese
Marker setzten jedoch Grenzen in der Grösse und den Untergründen der Nicknamen.
1972 folgte die erste Innovation und es entstand das erste Graffiti mit Spraydosen
eines Künstlers, mit dem vielleicht nicht allzu kreativen Namen „SUPER COOL“.
Wieder folgte die Masse seinem Beispiel. Die Zahl der Sprayer nahm immer mehr zu,
was für eine grosse Konkurrenz sorgte. Es galt wieder etwas Besonderes zu zeigen,
um aus allen herauszuragen. Man versuchte etwas zu finden das die anderen nicht
so schnell vergessen würden. Die Kreativität wurde gesteigert und die Sprayer experimentierten mit Farben und Formen, mit verschiedenen „Caps 5“ wodurch neue
Techniken erfunden wurden.
4

Vgl. [3]

5

Sprühkopf der Spraydosen; reguliert die Stärke und dicke des Sprühstrahls.

5

Graffiti auf Leinwand

Jan Seiler

Gymnasium Muttenz

Durch diese neuen Techniken wurde der „Style“ des Künstlers zu einem wichtigen
Kriterium. Es ging in erster Linie nicht mehr um die Häufigkeit der Tags eines Sprayers, sondern um das Gesamtbild und dessen Wirkung. Es entstand der „BubbleStyle“: Blasenartige Buchstaben, welche zum Teil auch schon mit Glanzeffekten geschmückt wurden.
Es folgten 3D Effekte und jeder Künstler entwickelte einen eigenen Stil seiner Buchstaben. Die verschiedenen Styles der
Künstler konnte man meist einem Stadtteil zuordnen. Es entstand zum Beispiel der Bronx-, Manhattan-, Brooklyn-Style.
Man schaute einander Styles ab und imitierte sie. Dies geschieht meist im unbeabsichtigt. Im Unterbewusstsein wird
man beeinflusst durch die Formen der Buchstaben von GraffiAbb. 2: Bsp. Character

tis die man viel sieht und welche einem gefallen. Die ersten „Writing6“-Versuche eines Künstlers enthalten meist Elemente die von andere Künstlern kopiert wurden, bis
man seinen eigenen Style findet.
Als Nächstes wurden auch die Hintergründe der Graffitis mit Farbe und Mustern gestaltet, damit die Buchstaben mehr herausstechen. Man begann auch sogenannte
„Characters“ neben sein Bild zu malen. Diese bestanden zu Beginn meist aus comicartigen Figuren, die neben die Schrift gesetzt oder sogar in die Buchstaben integriert
wurden.
Die „Writer7“ waren nicht mehr zu
stoppen und gingen soweit, dass sie
begannen in das Bahngelände einzubrechen und ihre Farbe auf die Züge
zu sprühen. Es entstand ein neues
Medium mit den Zügen und U-Bahnen,
wodurch ein normaler Zug zur fahrenden Leinwand wurde. New York wurde
von Graffitis zu gebombt und die Poli-

6

Graffiti Bilder werden auch als Writings bezeichnet.

7

Ein Writer ist ein aktiver Sprayer.

Abb. 3 Bemalte Züge in New York

6

Graffiti auf Leinwand

Jan Seiler

Gymnasium Muttenz

zei musste reagieren. So kam es, dass ein Graffiti-Gesetz erstellt wurde und man
eine Graffiti-Polizei bildete. Auch die Bahngesellschaft liess Kontrollgänge auf ihrem
Gelände durchführen und das Katz und Maus spiel zwischen den Sprayern und der
Polizei begann.
1972 wurden in New York 1562 Sprayer festgenommen. Jedoch half das wenig gegen den Boom dieser neuen Kultur.
Die Graffiti-Szene vergrösserte sich und fand den Weg, vor allem durch Graffiti- Filme wie „Stylewars“ oder „Beatstreet“, zu uns nach Europa. Seit den 80er Jahren
kennt auch die Schweiz eine höchst aktive Szene, mit mehreren Magazinen, GraffitiLäden und natürlich der Basler-Line8, welche immer wieder von berühmten Sprayern
der ganzen Welt verschönert wird.

Gestalterisches Vorgehen:
Eine Leinwand herzustellen ist eigentlich nicht eine riesige Arbeit, sie ist jedoch mit
vielen kleinen Einzelheiten verbunden, auf die man achten sollte.
Da mein älterer Bruder Michael als Zimmermann arbeitet, konnte er mir Holzleisten
für die Rahmen besorgen und mir den Zugang zu einigen Maschinen ermöglichen
um das Holz zu bearbeiten.

Abb. 4: Material der Leinwand

Material:
5 Dachlatten ( 2x Breite (1), 2x Höhe (2) und 1 Mittelstück (3) )
6 „Lamello“- Dübel (4)
8

Graffiti-Bilder entlang der Zug Linie des Basler Bahnhofs.

7

Graffiti auf Leinwand

Jan Seiler

Gymnasium Muttenz

1 Leintuch (Nesselstoff) (5)

Rahmen
Nach dem Festlegen der Formate,
wurden die Holzlatten auf die Länge
und Breite der Bilder zugeschnitten.
Die Enden der Latten mussten wir in
Gehrung schneiden, d.h. in einem
Winkel von 45° absägen, damit die
Ecken einen rechten Winkel bilden.
So

passen

die

Schnittflächen

Abb. 5: Ansicht der Schnittfläche/ Nut

schön aufeinander und können gut
verleimt werden. Beim Absägen des Winkels ist es wichtig, dass man die Länge an
der äusseren und nicht an der inneren Seite abmisst. Sonst ist das Stück zu kurz und
unbrauchbar.
Auf der Schnittfläche des Winkels wurde eine 4 Millimeter breite Nut9, auf einer Höhe
von 7mm herausgefräst, um die Einzelstücke des Rahmens mit den „Lamello“Dübeln zusammen zu stecken. Diesen Spalt mussten wir bei allen Schnittflächen
herausfräsen. Dasselbe in der Mitte der inneren Seite der oberen und unteren Latten
des Rahmens, für das Mittelstück.
Die Oberfläche des Rahmens, auf welcher das Leintuch aufliegt und das komplette
Mittelstück, schliffen wir gegen innen absinkend 2 Millimeter ab. Da die äussere Kante des Rahmens nun 2 Millimeter höher ist als die innere Kante und das Mittelstück,
liegt das Leintuch sobald es aufgespannt ist nur auf der äusseren Kante des Rah-

9

Schlitz

Abb. 6: Ansicht des Rahmen (Mittelstück, gesamter Rahmen,
8 Ecken)


Related documents


ma 1 1
graffiti schutz informationen 2017 mail
untitled pdf document 2
facebook 1
abstrakadabra endfassung
abstrakadabra zweite fassung layout komplett

Link to this page


Permanent link

Use the permanent link to the download page to share your document on Facebook, Twitter, LinkedIn, or directly with a contact by e-Mail, Messenger, Whatsapp, Line..

Short link

Use the short link to share your document on Twitter or by text message (SMS)

HTML Code

Copy the following HTML code to share your document on a Website or Blog

QR Code

QR Code link to PDF file MA 1.pdf