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Christian Pfarr

BLUE CHAMPS also. Champ als Abkürzung von Champion, gängige
Bezeichnung für einen (sportlichen) Sieger bzw. Meister. Im Mittelalter
war das französische Wort champion noch ergebnisoffen: es bezeichnete
jemanden, der stellvertretend für jemand anderen (und gegen Bezahlung) zu einem Zweikampf antrat. Hier hatte sich der Champion auf dem
campus, dem Kampfplatz zu bewähren – daher der Name. Wobei man
überrascht feststellt, dass die „urdeutschen“ Wörter Kampf bzw. Kämpfer trotz ihren harten Konsonant-Reihungen lateinisch-romanischen
Ursprungs sind (das germanische Wort wäre zank). Der gute, alte Campus – lateinisch eben nicht nur akademisch konnotiert, sondern auch
und vor allem morphologisch: Feld, Ebene, Acker, Platz (geeignet zum
Camping oder zur Feldschlacht). In der Ebene, der campana (frz. champagne) fanden die Römer den kleinen Flachland-Pilz, den die Franzosen
champignon nennen – einen sprachwissenschaftlich gesehen nahen
Verwandten des Champions, dessen mittelalterlicher Vorfahr noch nicht
ahnen konnte, dass seine heutige Ausprägung ihre Wettkampfsiege
mit Champagner-Duschen zu feiern pflegt… Aber was hat das alles mit
Blues zu tun?
„Olé oléoléolé – wir sind die Champions, wir sind die Champions!“ grö-

Christian Pfarr, Soundcheck Lahnstein 2014

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BLUE CHAMPS

Von Champions, Kämpfern
und Champignons