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Ev. Religion .pdf



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Theologie
Gottesvorstellungen im AT (Namesoffenbarung, Dekalog, Israels Exodus)
Namensoffenbarung:
• Gott gibt sich selbst keinen Namen ("der der ich bin"), wird von in der Bibel mit JHWH,
Elohim benannt, von Juden als "adonaj" ("der Herr") angesprochen
• Dornenbusch als Metapher für den Zustand des Volkes Israels (leidend, unterdrückt),
Feuer als dessen Ausdruck (von Ägyptern ausgeübtes Leid)
• da der Dornenbusch nicht verbrennt wird auch das jüdische Volk nicht verzehrt werden
Exodus (Auszug aus Ägypten):
• historisch nicht belegbar, keine archäologischen Hinweise für einen Auszug des in der
Bibel ca. 600 Tsd. großen Volkes Israel, wenn es stattgefunden hat, dann vermutlich unter
Ramses II, ca. 1300 vor Chr.
• Auszug aus Ägypten kann als Verarbeitung der Fremdherrschaft Israels von 931 bis 500
vor Chr. interpretiert werden (vlg. Babylonisches Exil 586-538 vor Chr.)
• unterschiedliche Überlieferungen weisen Differenzen auf
• Jahwist (950 vor Chr.) beschreibt das die Ägypter sich, von Gott in Panik versetzt, ins
Meer stürtzen
• Elohist (722 vor Chr.) beschreibt die Teilung des Meeres, welche den Juden das
Überqueren ermöglicht, die Ägypter mit ihren Streitwagen jedoch im Schlamm stecken
bleiben und umkommen
• Priesterschrift (550 vor Chr.) erzählt von der Teilung des Meeres durch Moses, das Meer
flutet zurück sobald die Ägypter den Juden durch die Gasse folgen
Dekalog (Übrs: "Zehnwort"):
• Verkündung am Berg Sinai nach dem Auszug aus Ägypten
• gilt als Zentrum und Inbegriff der Throa

Gottesbilder der Bibel
Gott im Alten Testament:
• Gott als Schöpfer (Genesis) – Hoffnung auf Erneuerung
• Gott als Vater (Nomadenzeit) – Vertrauen in Gott und in die Zukunft
• Gott als Krieger (Auszug aus Ägypten) – Hoffnung auf Befreiung
• Gott der Berge (Sinai) – Disziplin und Gehorsam
• Gott als König (Königszeit) – Angst vor der Zukunft??
Gottestbild im NT (Gleichnis vom verlorenen Sohn, Richtender Gott, Leidender Gott):
• Gott wird Mensch

Atheismusvorstellungen am Besipiel von Feuerbach, Marx und Freud
Ludwig Feuerbach (1804-1872):
• Mensch ist von negativen Faktoren beinflusst (Tod, Krankheit, Naturereignis) seiner
eigenen Unzulänglichkeit und Endlichkeit bewusst
• Entstehung Gottes aus einem Abhänigkeitsgefühl (zum eigenen Leben) heraus, welches
dem Menschen die Unsterblichkeit verspricht (vgl. Def. Egoismus nach Feuerbach, welche
dem Selbsterhaltungstrieb entspricht)

Mensch bildet alle seine Wünsche auf Gott ab, welcher ihm gegensätzlich, zu deren
Erfüllung bemächtigt ist, hieraus folgt eine Entzweiung des Menschen
(Projektionstheorie)
• ruft zur Entmächtigung Gottes und zur Bemächtigung des Menschen auf
Karl Marx (1818-1883):
• Entstehung der Religion aus politischen und wirtschaftlichen Notsituation der
Unterschicht heraus (Elend verursacht Religion)
• Religion stabilisiert verkehrte gesellschaftliche Verhältnisse, vertröstet den Menschen auf
das Jenseits ("imaginäre Blumen")
• erweitert Feuerbachs Ansprüche an die Menschheit: um Religion aufgeben zu können
müssen die wirtschaflichen und sozialen Verhältnisse gebessert werden
• kritisiert darüberhinaus die Verkettung von Staat und Religion
Friedrich Nietzsche (1844-1900):
• Wünsche und Ängste der Menschen erzeugen Religion als Mittel der Selbstverneinung
(Rationalisierung von Verzicht durch Verbot/Tabu)
• Entstehung einer wirklichkeitsfernen, selbstentfremdenen Moral, welche die
Unterdrückung von Selbstbewusstsein, Lebensfreude und Sexualität bewirkt
Siegmund Freud (1856-1939):
• Übertragung von natürlich auftretenden Wünschen und Ängsten auf einen idialisierten
Retter/Erlöser (ua. Erfüllen von Gerechtigkeitsansprüchen)
• Relgion entstehe aus unterdrückten Bedürfnissen heraus: Befriedigung der Wissbegierde
(Mensch ist sich nun über seine Rolle klar), Trost und Hilfe gegen nicht beinflussbare
Mächte (Naturgewalten, etc.), Regulierung der Triebe durch Rituale und Vertröstung auf
ewiges Leben


Der Theodizeebegriff


behandelt die Frage, warum Gott Leid zulässt

Christologie
Religiöse und politische Gruppierungen








Sadduzäer: Priesteraristokratie aus Adeliegen (Mosesgeschlecht?), hauptsächlich im
Synodorium vertreten, politischer Einfluss, erkannten nur fünf Bücher Mose an, keine
Endzeitvorstellungen, keine negative Einstellung zur römischen Fremdherrschaft
Pharisäer ("Abgesonderte"): im Synodorium vertreten, bestehen hauptsächlich aus
Mittelschicht, angesehen beim Volk, kontinuierliche Auslegung der Throa führte zur
Entstehung von Gesetzen, welche in Leben praktische Anwendung fanden
Zeloten: Partei aus verarmten Bauern, Handwerkern und Jugendlichen, (u. a.
gewalttätiger) Wiederstand gegen die römische Fremdherrschaft (führte später zu
Revolten)
Essener / Quram-Leute: Lehnten der Tempeldienst in Jerusalem ab, lebten in
klosterähnlichen Gemeinschaften, hoher Wert auf zerimonielle, gesetzes Treue
Lebensführung

Heilsgeschichtliche Beudetung des Lebens und Wirkens Jesu







beinhaltet: Leben und Wirken, Kreuzestod und Auferstehung Jesu von Nazaret als Jesus
Christus
Gleichberechtigung von Frauen
Selbstverständniss: Vollmachts- und Sendungsbewusstsein
Hoheitstitel stellen Bedeutung Jesu im Leben der Menschen dar, dienen zur Verbreitung
seiner Botschaft ("Menschensohn", ""Messias (Elia)", "Sohn Gottes", "Herr der Welt"), diese
wurden vorallem von der Urgemeinde verbreitet, nachdem Naherwartungen enttäuscht
wurden
Gründer des Christentums

Lehren Jesu:
• Aufruf zur Nachfolge
• Nächsten- und Feindesliebe
Reich-Gottes-Botschaft:
• Jesus – "Reich Gottes in Person", Königsherrschaft Gottes
• Motiviert aus der Unfähigkeit der Menschen eine gerechte Welt zu erschaffen, Gott allein
ist in der Lage für Gerechtigkeit zu sorgen
• in apokaliyptischen Vorstellungen besiegt Gott das Böse und richtet über die Menschen
neu definiert nach Jesu Bergpredigt:
• Jesus erweitert diesen Gedanken durch den bereits geschehenen Einbruch des Reich
Gottes, Menschen sind somit in der Lage auf dieses hinzuarbeiten
• Reich-Gottes-Botschaft wird in Jesu Gleichnissen verdeutlicht
Zuwendung zu den Armen:
• Befreiung der Schwachen (sozial/politisch)
• Kollekte für Bedürftige
• Zuwendung zu Randgruppen der Gesellschaft

Explizite (verba) und implizite (facta) Christologie
Christologie von oben: Die Aufgabe Jesu als Repräsentant Gottes steht im Vordergrund,
Jesu als Erlöser der Menschen, derjenige, der die Sünden der Menschen durch seine
Kreuzigung auf sich genommen hat --> idealisierte außerweltliche Darstellung Jesu
• Christologie von unten: dem irdischen Jesus wird Aufmerksamkeit geschenkt, seine
Gleichnisse und er selbst werden zu verstehen versucht
Kriterien für impsissima verba:
• nachöstlicherliche Inhalte, welche von einem religösen Anliegen durchzogen waren
• Inhalte, welche zB. exklusiv im Johannes Evangelium oder außerkanonische Evangelien
(zB. Petrus Ev.) vorkommen, nicht in den synoptischen
Kriterien für impsissima facta:
• Jesu Passionsgeschichte bereits sehr früh geprägt
• Inhalte, welche sich von damaligen religiösen und sozialen Normen abspalten können als
historisch betrachtet werden
• Gleichnisse Jesu sind inhaltlich und sprachlich abgehoben
• Vorkommen in mehreren alten Quellen, aramäische Reste in griechischen Texten
• Jesus setzt sich durch sein Selbstbewusst sein ab: handelt im Widerspruch zu etablierten
religösen Vorstellungen, wird folglich von Parisären der Gotteslästerung angeklagt


Wunder (Gliederung, Form, Bedeutung)
• unterteilt in Exorzismen, Speisewunder, Heilungen, Naturwunder, Totenauferstehungen
Ablauf der Wundererzählungen ist immer ähnlich, folgt folgender Chronologie:
1. (Not-)Situation wird beschrieben (Exposition)
2. Es findet eine Vermittlung zwischen Jesus und der Not statt
3. Jesus handelt, tätigt ein Wunder
4. Erfassen des Wunders durch Anwesende
5. Echo, auf Jesus und den Glauben bezogene Konsequenz des Wunders
Bedeutung:
• zeigen die Allmächtigkeit Gottes, Beherrschung der Natur, gleichzeitig Liebe zum
Menschen
• Vertreibung des Bösen (Exorzismen)

Zwei-Quellen-Theorie





mündliche Überlieferung führten zur Entstehung von vier verschiedenen Quellen:
Markus Evangelium, Logienquelle (Spruchquelle) Q, Sondergut Lukas, Sondergut
Matthäus
Lukas Evangelium entsteht aus Markus Evangelium, Logienquelle Q und Sondergut Lukas
Matthäus Evangelium entsteht aus Markus Evangelium, Logienquelle Q und Sondergut
Matthäus

Synoptischer Vergleich



Markus Evangelium ist am kürzesten und am ältesten
Johannes Evangelium ist am jüngsten, sprachlich stark von den anderen abgegrenzt

Auslegung bibl. Texte ???
Kerygmatischer Jesus:






ein Messias wurde vorhergesagt, bestätigt durch wunderhafte Geburt Jesu
predigt, prophezeit, übt Wunder aus
erlößt Menschen von ihren Sünden
steht drei Tage nach seinem Tod wieder auf
hält sich nicht an Vorschriften, gerät in Konflikt mit politischen Vertretern, distanziert sich
von seiner Rolle als politischer Führer, nahm für sich selbst keine Titel in Anspruch

Historischer Jesus






Jesus wird in nicht christlichen Quellen erwähnt, u.a. vom jüdischen Gerichtsschreiber
Josephus (ca 100 n. Chr) und später auch in römischen Schriften
Sohn von Jospeph und Maria, geboren in Galiäa
Wanderprediger ab dem 30. Lebensjahr
Geburt ca. 4. vor Chr., Tod ca 30-33 n. Chr. durch Hinrichtung unter Pontius Pilatus
"Ostergraben" trennt die Geschichtsschreibung von historischen Ereignissen

Gleichnisse des NT: Exemplarisch "Gleichnis vom verlorenen Sohn" und "Gleichnis
vom Sämann"









Unterteilung von Gleichnisses in Bildworte, Gleichnisse im engeren Sinn, Parabeln und
Beispielerzählungen
Gleichniss im engeren Sinn: es wird ein leicht zugänglicher, alltäglicher Vorgang
beschrieben, Abstrahierung für das gemeine Volk (zB. Senfkorn)
Parabel: einmaliger, ungewöhlicher Vorfall, frei erfunden (zB. Arbeiter am Weinberg)
Beispielerzählungen: keine Übertragung (Abstrahierung) notwendig, Handlungen in den
Gleichungen sprechen für sich, Zuhörer sollen sich ähnlich verhalten (zB. Barmheriger
Samariter)
Allegorien (Bildworte) sind seltene und schwer entschlüsselbare Gleichnisse von
geringerer Bedeutung
Wiederbelebung der Natur, Neuschöpfung aller Dinge, wird deutlich aus den
Gleichnissen Jesu (Senfkorn)
Heimkehren, Buße-Tuen und Wiederaufgenomen werden werden thematisiert
(verlorener Sohn)

Passion und Kreuzigung Christi






Jesus wird vorgeworfen gegen die Gestze Gottes durch Heilen am Sabbat verstoßen zu
haben und somit zum Tod durch Kreuzigung verurteilt zu werden
wurde von den Juden and die Römer ausgeliefert, welche kein Interesse an religösen
Fragen hatten, sondern ihn als politischer Unruhestifter ansahen
Kreuzigung war als besonders abschreckende Strafe Sklaven und Schwerverbrechern
vorbehalten
religöse Entehrung durch Kreuzigung wurde durch die Oster-Auferstehung annuliert
leeres Grab und Erschreinen Jesu vor Jüngerinnen und Jünger zeugen von





Wiederauferstehung
Jesu Tod wird auf unterschiedliche Arten interpretiert: durch sein Opfer wird die
Menschheit von ihren Sünden entlastet (Versöhnung), die Gerechtigkeit wiederhergestellt
(Sühnopfer) und die Menschheit der Macht von Sünde und Dämonen entrissen
(Lösegeld)
Auferstehung ist historisch nicht belegt

Kreuzigungsdarstellungen, Jesusbilder








in der Kunst wird seine Rolle immer wieder neu interpretiert:
in der Spätantike wird er als guter Hirte dargestellt (wohlwollend, wegweisend,
prophetisch),
siegreicher Held
im Mittelalter als Leidendender am Kreuz (für die Menschen gelitten)
in der Renaissance wird das Spätantike Jesus-Bild wieder aufgegriffen
Romantik vertritt ein idealisiertes, ästhetisches Jesusbild
die Neuzeit stellt ihn abstrakt, surreal, expressionistisch dar

Hoheitstitel Jesu







unterschiedliche Titel (mehr als 50) geben Aussage über unterschiedliche Aufgaben Jesu
im Leben der Menschen
stellen Interpretationhilfen dar (zB. "Messias")
sind positiv, dienen der Verbreitung der Christentums, der Verbindung zu Gott ("Sohn
Gottes")
stammen aus dem hellenistischen Judentum
stehen in Abhängikeit zum Kontex, zu den Taten Jesu, sprechen stehts ein bestimmtes
Publikum an
erzeugen Abgrenzung zum Heidnischen/Hellenistischen, dienen zur Wesensbestimmung
des Christentums

Kirche und Staat
Definition des Begriffs "Kirche": Gemeinschaft und Individuum
in Anlehnung an 1. Kor 12, 12-31:
• Gott ist nicht beschränkt auf Taufen, Institutionen, Gemeinde definiert sich durch
Zusammenhalt, nicht durch Einheitlichkeit spezieller Vorstellungen
• jedes Mitglied ist individuell und unentbehrlich
• Jesus und Gott stehen im Zentrum, ohne sie existiert keine Gemeinde

Begriffe und Bilder für die Kirche (1.Kor. 12: Kirche als Leib Christi / Haus Gottes)





Jesus ist Haupt des Leibes (der Gemeinschaft)
Gemeinde ist Salz und Licht der Erde
Gemeinde als Tempel, Christen als lebendige Steine
Taufe entspricht der Aufnahme in die Gemeinde, Täufling wird von Gott gestärkt

Kostantinische Wende
Christen lehnen Kaiserkult ab
erste Verfolgung 64 n. Chr. durch Nero wegen angeblicher Brandstiftung, Christen
erhalten den Ruf von Kriminellen, beschrieben im Plinius-Brief 112 n. Chr.
• Anteil der Christen in Rom steigt auf 0.2-0.3, Decius forderte Loyalitätsbeweis
• zweite Christenverfolgung unter Valerian 257 n. Chr. zielte auf die bis zu diesem
Zeitpunkt gebildeten inistitionellen Bereiche des Christentums ab
• dritte Verfolgung unter Diokeltion von 284-305 n. Chr. beinhaltete auch die Zerstörung
von Gebäuden
Mainlander Toleranzedikt (313 n. Chr.):
• keine politische Verfolgung des Christentums ausgelößt durch Kaiser Augustus, begündet
mit der Notwendigkeit von Religionsfreiheit
• Gleichstellung der von Christen, Wiedergabe von konfesziertem Eigentum
• Kaiser führt Vorsitz bei Beratungen des Konzils christlicher Bischöfe (325 n. Chr.)
• Christentum wird 380 n. Chr. zur offiziellen Staatsreligion
• konstantinische Wende wird heute von vielen Christen als Korrupierung der Kirche durch
Macht verstanden



Situation der Kirche im Mittelalter




Beginn des Frühmittelalters von bedeutsamen Entwicklungen begleitet
Völkerwanderungen sorgen für Verbreitung des Christentums
Zerfall des Römischen Reiches, Absetzung des Kaisers führte zur Kirche als primäre
Machtinstanz, Einfluss auf Wissenschaft (vgl. Kopernikus)

Reformationszeit: Beginn der Reformation



ausgelößt durch Martin Luther (1521), dieser verändert das Gottes Bild in wesentlicher
Weise und kritisierte kirchliche Regelungen
Kritik an der kirchlichen Organisation umfasst die Geldgier und Abfall von biblischen
Werten (Ablassbriefe, heilige Reliquien, unzüchtige Mönche)





die Autoriät der Kirche wird in Frage gestellt, nicht sie, sondern Jesus sei das Zentrum des
Glaubens
Gottesbild ändert sich von einem zornigen, richtenden Gott zu einen barmherzigen
Luther vertritt die Trennung von Kirche und Staat nach Augustinus

Zwei-Reiche-Lehre
nach Augustinus:
• Aurelius Augustinus (Bischof in Hippe 410 n. Chr.) verteidigt christlichen Glauben nach
Fremderoberung durch Alarich, differenziert in seiner Veröffentlichung ("De Civitate Dei"
– Vom Gottestaat) zwischen "geistlichem Regiment" und "weltlichen Regiment", welchen
jeweils unterschiedliche Rollen zukommen
• Gott steht über den beiden Regimentern, Papst ist Oberhaupt der Kirche, Kaiser der des
Staates
• Aufgabe des Staates ist das Materielle, Aufrechterhaltung von Ordnung durch Gesetze
und ggf. Gewalt
• Aufgabe der Kirche, welche gegensätzlich zum Staat unvergänglich ist, sind
Weiterentwicklung, Verbreitung geistiger Werte
• beide Reiche stehen in Wechselwirkung zueinander
nach Innozenz:
• Vermischung von Kirche und Staat durch Machtergreifung unter Papst Innozenz III ca.
800 n. Chr., Einrichtung einer Inquisition zur Machtausübung
• Staat ist eine Teilmenge der kirchlichen Institution, Papst ist alleiniger Herrscher,
untersteht nur Gott, Kaiser untersteht dem Papst

Landesherrliches Kirchenregiment (Text u.a. Luther. Von weltlicher Obrigkeit)



nach Reformation durch Luther und Entmachtung der katholischen Kirche verloren
Bischöfe ihr Amt
den Fürsten der Länder wurde die Leitung der entsprechenden evangelischen Kirchen
übertragen

Verhältnis Kirche/Staat 1918-1933









bis 1918: Fortführung des Landesherrlichen Kirchenregimententes: Fürst eines Landes
verfügt über die Leitung der Kirche als "oberster Bischoff", wurden mit Entstehung der
Weimarer Republik abgesetzt
in Anlehnung an die Weimarer Verfassung (Trennung Kirche – Staat) sinkt der politische
Einfluss der Kirchen, jedoch behält sie Autonomie über sich selbst, erlässt Kirchensteuern
und nimmt Einfluss auf das Schulen (Religionsunterricht)
1922: (lockerer) Zusammenschluss evangelischer Landeskirchen zum Deutschen
Evangelischen Kirchenbund, dessen politischer Einfluss jedoch auf die Meinungsbildung
der Öffentlichkeit beschränkt war
Massenaustritte aus der Kirche ausgelößt durch Freidenkerverbände der KPD und
Sympathisierung mit Sozialdemokraten
1930: NSDAP ürsprünglich religiös unpolar, vertritt nun "den Standpunkt eines posiviten
Christentum" um sich einen zusätzlichen Wählerkreis zu erschließen



1932: Gründung Deutscher Christen als nationalsozialistische Kirchenbewegung

Kirche und Nationalsozialismus (Kirchenkampf, BTE, Bonhoeffer)
Kirchenkampf:
• Ziel der national-sozialistischen Regierung ist die politische Gleichschaltung der Kirche
• 07.1933 - Deutsche Christen als "Reichskirche", Ludwig Müller zum "Reichsbischof"
gewählt
• Bekennende Kirche als oppositonelle Bewegung motiviert durch Karl Barths Schrift
"Theologische Existenz heute!"
• Gründung des Pfarrernotbundes durch Martin Niemöller und Erklärung gegen
ArierparagraphenReichskirche
• Massenaustritte aus den DC, parallel Beitritte zum Pfarrernotbund
• Gegenmaßnahmen Müllers: Überführung des evangelischen Jugendwerks in die HJ,
Gleichschaltung der Landeskirchen mit der Reichskirche
• 05.1934 – erste "Bekenntnissynode der Evangelischen Kirche Deutschlands (EKD)" in
Barmen, Annahme der "Barmer Bekenntnis", Zusammenschluss aus Pfarrernotbund,
"intakten" Kirchen (welche nicht von Müller in die Reichskirche integriert werden konnten)
und bekennenden Gemeinden
• zweite Bekenntnissynoden, wenige Monate später, kündigte Zusammenarbeit mit DC auf
und bestellte eigene (temporäre) Kirchleitungen
Barmer Theologische Erklärung:
• veröffentlicht in Barmen am 31. Mai 1934 als Reaktion auf die Theologie der DC und die
Vereinheitlichung von Kirche und Staat im Zuge der national-sozialistischen Herrschaft
• gilt als maßgebliche Orientierung für das Selbstverständnis der EKD
• besteht aus sechs Thesen, welche jeweils mit Bibelzitaten eingeleitet werden, aus welchen
Konsequenzen für Glaubensvorstellungen und dem darausfolgenden Verwurf der
Fremdherrschaft und "falschen Lehren" der National-Sozialisten hervorgehen
• die Kirche ist nur dem Wort Gottes (Bibel) verpflichtet, Jesus ist das Zentrum der Kirche,
die Kirche agiert unabhägig vom politischen Wandel, ist kein Organ des Staates, sie
widerspricht der Autorität der Führers über sie
Bonhoeffer:
• wendet sich 1933 gegen die Ausschließung der Nicht-Arier aus der Kirche
• erhält 1940 „wegen seiner volkszersetzenden Tätigkeit“ Redeverbot, später auch
Schreibtverbot
• beantwortete die Frage des Tyrannenmordes (Darf ein Christ gegen das Gebot „Du sollst
nicht morden“ verstoßen?) mit Ja (vgl. "Wer zum Schwert greift wird durch das Schwert
umkommen")
• arbeitete 1941/42 mit der britischen Regierung zusammen gegen das NS-Regime
• angehörige seiner Widerstandsgruppe unternahmen 1943 fehlgeschlagenene Angriffe
auf Hitler, Bonhoeffer wurde kurz darauf verhaftet
• 1945 Hinrichtung Bonhoeffers

Kirche und Staat nach 1945 (Stuttgarter Schulderklärung)



verfasst u.a. von Martin Niemöller
Bekenntnis der EKD dem NS-Regime nicht genug Widerstand entgegengesetzt zu haben


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