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Statement Paris2 .pdf


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EVENT SECURIT Y

Statement zu den Anschlägen in Paris
Nun hat es auch uns, die wir in der Veranstaltungsbranche tätig sind, eingeholt:
Die Anschläge von Paris am 13.11.15.
Wir dürfen, können und wollen diese Ereignisse nicht ignorieren. Auch ist es unsere Aufgabe,
die Gäste der von uns betreuten Veranstaltungen über mögliche „Gefahren“ zu unterrichten.
Was ist passiert und welche Auswirkungen kann es auf künftige Veranstaltungen haben? Wie
gestaltet sich die derzeitige Situation? Was können und werden wir tun und was haben wir in
der Vergangenheit schon getan?
Was ist eigentlich passiert?
Es haben am 13.11.15 in Paris drei fast zeitgleich durchgeführte Anschläge der Terrororganisation Islamischer Staat stattgefunden wobei wir auf die genauen Tathergänge hier sicher nicht
detailliert eingehen müssen, da sie anderorts ausführlich beschrieben wurden.
Laut Angaben der Pariser Staatsanwaltschaft kamen bei den Anschlägen über 130 Menschen
ums Leben. Davon starben mindestens 89 Menschen im Kulturhaus Bataclan während des
Konzertes einer US Amerikanischen-Band. Bei dieser Veranstaltung befanden sich rund 1.500
Besucher. Die Attentäter schossen wahllos in die Menge und nahmen Geiseln bis letztendlich
eine Spezialeinheit den Saal stürmte und dem Ganzen ein Ende setzte.
Wie wurde reagiert?
Umgehend wurden Konzerte, auch in Deutschland, abgesagt. Sicherheitsmaßnahmen, z.B.
Einlasskontrollen, wurden vielerorts verstärkt (waren die bisher etwa nicht ausreichend?). Ein
Fussballspiel hat nicht statt gefunden. Terrorismusexperten, von den Medien vor die Kameras
und Mikrophone gezerrt, spriessten plötzlich aus dem Boden. Wo auch immer diese plötzlich alle herkamen und was auch immer diese Personen zu Experten macht. Die Printmedien,
welche bedingt durch die nicht zur Verfügung stehende Zeit, völlig auf Recherche verzichteten
und Meldungen über Bomben in Krankenwagen veröffentlichten, taten sich hervor und immer
wieder war in den Berichterstattungen von „Panik“ die Rede. Journalisten versuchten (und
versuchen es noch) in der Folge leichte Brisen als massiven Sturm zu verkaufen. Das alles lässt
sich sicher gut vermarkten und erhöht Einschaltquoten und Verkaufsumsätze.
Jedoch; ist es gute Krisenkommunikation und bringt es uns unseren Schutzzielen näher?
Wohl eher nicht!
Wie sehen wir die ganze Sache?
Wir nehmen die real existierenden Bedrohungen sehr ernst – dies jedoch nicht erst seit den
Anschlägen in Paris. Mit der Möglichkeit terroristischer Anschläge auf Events beschäftigen wir
uns auf Seminaren, Fachtagungen und Treffen europäischer Sicherheitsgruppen schon seit langer Zeit. Somit hat die Möglichkeit terroristischer Anschläge in unseren Sicherheitskonzepten

und Risikoanalysen ebenso einen Stellenwert wie andere Risikofaktoren (z.B. das Wetter) auch.
Dieser Stellenwert hat sich für uns auch nach den Anschlägen nicht wirklich geändert. Die
Möglichkeit einer Attacke bestand vor Paris und diese Möglichkeit ist auch weiterhin existent.
Nun zur schlechten Nachricht:
Wir können nicht verhindern, dass Selbstmordattentäter auf Konzerten
oder aber Großveranstaltungen solche Anschläge durchführen!
Natürlich führen wir Einlasskontrollen durch, natürlich besetzen wir sämtliche Zugänge mit
Personal und natürlich sind wir darauf vorbereitet, bei einem Notfall die Halle oder aber das
Festivalgelände zu evakuieren. Allerdings, weder eine Konzerthalle noch ein Open Air Gelände sind von ihrer Struktur her geeignet sie hermetisch abzuriegeln. Eine 100%ige Sicherheit
kann es also nicht geben.
Dennoch: Im Rahmen unserer Möglichkeiten pflegen wir sowohl im Vorfeld einer Veranstaltung
als auch während der Dauer derselbigen einen engen Kontakt mit den für die Terrorismusabwehr zuständigen Behörden. Erkenntnisse die wir gewinnen haben direkten Einfluss auf unser
dynamisches Sicherheitsmanagement.
Was bedeutet das für die Gäste unserer Veranstaltungen und was können diese tun?
· Seid aufmerksam, beobachtet und meldet uns, wenn euch etwas ungewöhnlich erscheint.
· Kommt rechtzeitig zu Konzerten oder aber Festivals. Nutzt die euch zur Verfügung stehende
Einlasszeit bei den Kontrollen. So vermeidet ihr lange Warteschlangen.
· Sollte wirklich etwas passieren: Folgt unbedingt den Anweisungen der Sicherheitskräfte.
· Vermeidet Überreaktionen. Verhaltet euch besonnen und helft denen, die eure Hilfe benötigen.
Was solltet ihr nicht tun!
· Verdächtigt nicht pauschal Menschen die dem Klischee eines Terroristen entsprechen.
Ein Bart macht noch keinen Attentäter!
Abschließend sei gesagt:
Genießt weiterhin die Veranstaltungen die ihr besucht. Die Briten beispielsweise leben seit sehr
vielen Jahren mit der Bedrohung terroristischer Anschläge – trotzdem kommt dort niemand auf
die Idee präventiv Konzerte abzusagen.
Weitaus gefährlicher als ein Konzert zu besuchen ist es, mit dem Auto zu eben diesem anzureisen. Die täglichen Unfälle mit Todesfolge im Straßenverkehr übersteigen bei weitem die Gesamtzahl der Todesfälle durch terroristische Anschläge bei Großevents in Deutschland oder im
europäischen Ausland.
Auch wenn in den Medien immer wieder die Rede von Panik oder Massenpanik ist, lasst euch
davon nicht irre führen. Menschen handeln in Stresssituationen gewöhnlich sehr besonnen und
rennen nicht schreiend in der Gegend herum, um dann, von Panik getrieben von dem nächsten
Dach zu springen.
Wie es mein Lektor, Professor Keith Still, einmal formulierte:
„People usually don’t die because they panic; they panic, because they die.“
Oliver Kastens


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