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Lyrik Frontal – Das Poesiemagazin

Ausgabe 3 | September 2015

K r i e g e n

Liebe LeserInnen und Leser,
Wir freuen uns sehr, dass Sie sich diese - unsere nun mittlerweile
dritte Ausgabe von Lyrik Frontal - zu Gemüte führen und wir Ihr
Interesse wecken konnten. Persönlichen Gründen im Kreise der
Redaktion geschuldet, mussten wir unseren Betrieb nach den ersten beiden Ausgaben aus dem Dezember 2012 und März 2013 bis
zur heutigen Ausgabe leider schon wieder einstellen. Was natürlich
sehr schade war, ist es dem Magazin doch bis dorthin schon ein
mal gelungen, einen kleinen aber feinen Kreis einer begeisterten
Leserschaft für sich gewinnen zu können.
Umso mehr freuen wir uns nun aber, mit dieser Ausgabe endlich
wieder in die deutschsprachige Lyriklandschaft zurückzukehren und
einen doch hoffentlich fruchtbaren Beitrag zu ihr beizusteuern.
In der vorliegenden Ausgabe, wird sich nun mehr alles um das
Thema: „Kriegen“ drehen. Bietet dieses den Dichtern, Illustratoren, Malern und Lesern doch weitaus mehr, als sich nur auf das
allgegenwärtige Thema des Krieges zu beschränken, welches sich
in der deutschen Sprache etymologisch erst aus dem hierzu gehörigen Verb „kriegen“, im Sinne des Verbs „bekommen“, abzuleiten
scheint. Ein sehr interessanter Ansatz, würde dies doch dem Status
des Krieges hiermit einhergehend gleichzeitig dem Streben danach
etwas zu erhalten und umgekehrt dem Streben danach etwas zu
erhalten gleichzeitig den Status des Krieges unterstellen. Es stellt
sich einem also die Frage, ob dem Streben nach etwas und der
Zustand des Krieges überhaupt getrennt voneinander betrachtet
werden können und sich nicht etwa sogar gegenseitig bedingen.
Zehn Lyriker haben sich dem Thema „Kriegen“ auf den nachfolgenden Seiten aus ganz unterschiedlichen Ansätzen heraus gewidmet
sowie zehn weitere Künstler hierzu visuelle Beiträge beisteuerten.
Bei der Lektüre dessen wünschen wir Ihnen recht viel Spaß und hoffen Sie auch zur nächsten Ausgabe wieder als Leser wiederzusehen!
Ihre Lyrik Frontal Redaktion

Berk Biyikli
3

Laura Düsterwald

4

Hungerkrieg
Wenn Frau Krieg mal Hunger kriegt
Frisst sie, was es gerade gibt
Weil sie alles Essen liebt
Und nie genug vom Speisen kriegt

5

Lotte Opperer
6

Jan Zänker
Im Panzer weht kein Wind
Stell dir vor, du bist im ganzen Leben langsam.
Deine Beine sind zu kurz für einen Foxtrott.
Für Krawatten ist dein Hals zu kurz.
Und Besuch setzt sich auf deinen Panzer.
Ob eine Schildkröte schneller stirbt als läuft?
Und starr im Winter vom Sommerwind träumt
oder doch vom Schnitzel – ist ungewiss.
Luft und Lust so der große Traum.
Nur: Im Panzer weht kein Wind
wenn der Kopf artig eingezogen ist.

7

Wolfgang Bittner
Die Tränen der Krokodile
Wer jemals wieder ein Gewehr,
dem soll die Hand verdorren.
Erinnert Euch! Ihr wisst es noch?
Doch gab es einen Gott,
der Eisen wachsen ließ,
und Ideologen, Profiteure.
Die Augen rechts! Die Augen geradeaus!
Und Waffenfabrikanten, Ölmagnaten.
Präsentiert das …!
So geht’s im Gleichschritt an die Front
nach Osten wie nach Westen,
mal robben sie, mal stehn sie still,
mal sitzen sie am Monitor
und spielen Scheibenschießen.
Marsch, marsch, ihr Jungs und Mädels!
Die Gräber sind schon vorbereitet,
die Trauerfeiern mit den Trommeln,
den Trompeten und den Trauerreden.
Und soll – verflucht – die Hand verdorren!

8

Bosa Grgurevic

9


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