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SneakerSucht .pdf



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Title: FINAL Magazinberichtdoc Kopie

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Studienarbeit Print | Johannes Nusko |
Matrikelnummer: 00115539 |
Prof. Böhne- Di Leo

Sneaker-Sucht
Das Klischee behauptet: Frauen sind
prädestiniert für einen Schuhtick. In
d e r d e u t s c h e n Tu r n s c h u h - S z e n e
dominieren jedoch Männer das
Geschehen. Sie sammeln teils
unglaubliche Mengen an Schuhen zu
horrenden Preise.
Fünf junge Männer sitzen auf
Campingstühlen vor einem
Modegeschäft in den Münchner
Innenstadt. Alle tragen dicke
Winterjacken. „Wir warten hier“,
erklärt einer der Männer. Ein Vollbart,
eine Brille und eine Baseball-Kappe
verdecken sein Gesicht fast komplett.
„In zwei Tagen ist der Release des
neuen Yeezy Boost.“, fügt er hinzu.
Was im ersten Moment wie eine
unverständliche Jugendsprache klingt,
beschreibt wofür die fünf in der Kälte
ausharren: Die neuen limitierten
Schuhe des US-Rappers Kanye West
erscheinen am kommenden Samstag im
Münchner Schuhladen „BSTN“. Der
Grund warum Jannik Knapmeier mit
seinen Kollegen bereits jetzt vor dem
Laden campiert ist simpel: „Weil wir
sonst kaum eine Chance hätten, ihn zu
bekommen. Wir wollen ihn aber
unbedingt.“
Jannik ist Sammler aus Leidenschaft.
„Den ersten Sneaker habe ich mir vor
etwa neun Jahren gekauft“, erinnert
sich der 24-Jährige. „Seitdem kamen
regelmäßig neue Schuhe hinzu. Ich
würde es mittlerweile schon als Sucht
bezeichnen“ Für den Besitzer von 80
Paaren lässt sich der Schuhtick bestens
mit seinem zweiten großen Hobby
verbinden: „Ich fotografiere sehr
gerne. Dabei setze ich auch meine

Studienarbeit Print | Johannes Nusko |
Matrikelnummer: 00115539 |
Prof. Böhne- Di Leo

Treter in Szene.“ Die Ergebnisse
veröffentlicht er anschließend auf
seinem Online-Blog, dem „bereits
10.000 Modebegeisterte folgen“.
Normalerweise nimmt er nur geringen
Aufwand sich, wenn es um den Kauf
von Schuhen geht. „Bei dem Yeezy
Boost ist es aber notwendig, denn seit
etwa zwei Jahren sind Sneaker ein
wirkliches Hype-Objekt.“, meint er.
Das gestiegene Interesse an
Turnschuhen bestätigt auch David
Teichert. Als Besitzer des Ladens
„Sneakerhelden“ in Dresden kann er
dem Hype sowohl positives als auch
negatives abgewinnen: „Hype ist
grundlegend eine gute Sache, die vor
allem uns Ladenbesitzern hilft. Er hebt
ein Produkt von anderen ab und macht
es besonders. Davon profitieren wir.“
Allerdings erkennt auch der Dresdner
das gestiegene finanzielle Interesse im
privaten Sektor. Der größte Markt ist
dabei das Online-Auktionshaus eBay.
Gemäß der amerikanischen
Internetseite „campless.com“ sind im
Jahr 2014 über 317 Millionen Euro auf
eBay alleine mit Sneakern umgesetzt
worden. „Die extreme Beliebtheit von
Turnschuhen führt zu irrsinnigen
P r e i s s t e i g e r u n g e n . Te i l w e i s e
verdoppelt sich der Wert“, sagt David
Teichert. Selbst ist er in Besitz von
etwa 400 Paar Schuhen. Sein Liebling
ist der Puma Bloodbath aus dem Jahr
2015. Das Besondere neben dem
Schuh, „sind die Bekanntschaften, die
ich beim Warten auf den Schuh
geschlossen habe“. Diese haben sich
mittlerweile zu wahren
Freundschaften entwickelt.
Über ein großes Netzwerk an
Sneakerbegeisterten verfügt auch

Studienarbeit Print | Johannes Nusko |
Matrikelnummer: 00115539 |
Prof. Böhne- Di Leo

F r a n z B a u e r. N e b e n d e n
Freundschaften profitiert er auch
davon: „Ich komme an nahezu jeden
Schuh ran. Vor allem auch zu humanen
Preisen.“ Seine Verbindungen pflegt er
vor allem über Facebook. Als
Administrator der größten deutschen
Turnschuh-Gruppe ist der Kölner vielen
Nutzern als „Schuhmuckl“ bekannt.
Für seinen Lieblingsschuh musste der
37-Jährige übrigens trotz seiner
Kontakte tief in die Tasche greifen.
„Der GT-2 Ultramarine ließ mich zum
ersten Mal meine Schmerzgrenze von
500 Euro überschreiten“, berichtet er.
Wie viel er letztendlich gezahlt hat,
behält er aber für sich.
Um den Preis macht Jannik kein
Geheimnis: „200 Euro kostet mich das
Camping abschließend.“, erzählt der
Ingolstädter mit einem Augenzwinkern.
Später kann er das Paar für das
Vielfache verkaufen.


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