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Title: DC5

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Erscheinungstag: 13.04.2016 - Zeitung: AZ - Ausgabe: B-KE - Ressort: LOK - Seite: 28
Gefunden in: Textarchiv

Bewährung für Gusswerk-Chefin
Gericht Über drei Jahre nach der Pleite des Waltenhofener
Unternehmens setzt ein Urteil nun den Schlusspunkt unter
die Sache: Ein Jahr und zwei Monate. Ebenfalls angeklagter
Vater muss Geldstrafe zahlen
Von Sabine Beck
Waltenhofen/Augsburg Als der Staatsanwalt am Schluss von "einer doch gewissen kriminellen Energie"
spricht, verzieht die ehemalige Chefin des Waltenhofener Gusswerks kurz den dunkelrot geschminkten
Mund. Ansonsten verfolgt sie ohne merkliche Regung die gut einstündige Verhandlung, die an diesem
Dienstag gegen sie geführt wird. Das Urteil, das die Augsburger Amtsrichterin Elke Bethge nach einer
kurzen Pause verkündet, entspricht exakt dem, was sie zu Beginn der Verhandlung angekündigt hatte: ein
Jahr und zwei Monate auf Bewährung. Dazu eine Geldstrafe von 18 000 Euro an den Staat. Der ebenfalls
angeklagte Vater der Ex-Geschäftsführerin wird einen Strafbefehl über 12 000 Euro erhalten. Er nimmt aus
gesundheitlichen Gründen nicht an der Verhandlung teil.
Dass von den ursprünglich angesetzten fünf Verhandlungsterminen nur einer stattfindet und sofort das Urteil
fällt, hat einen Grund: Bevor die Sitzung beginnt, haben sich die Vertreter von Staatsanwaltschaft,
Verteidigung und Gericht bereits dreimal getroffen. Die Absprache: eine Strafe zwischen einem Jahr und
zwei Monaten sowie einem Jahr und zehn Monaten, wenn die 35-jährige Angeklagte gesteht. Für sie und
ihren Vater geht es letztlich um Insolvenzverschleppung, 24 Fälle des Betrugs von Lieferanten sowie um
Verletzung der Buchhaltungspflicht. Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt waren ebenfalls
Bestandteil der Anklage. Doch nach der Absprache fällt dieser Punkt weg: Der Schaden in Höhe von fast 163
0000 Euro ist mittlerweile nahezu beglichen.
Bei knapp 430 000 Euro liegt der Schaden, der Lieferanten entstand. Denn die Geschäftsführerin und ihr
Vater, der zeitweise ebenfalls als Geschäftsführer eingetragen war, vergaben weiter Aufträge - obwohl sie
wussten, dass sie nicht mehr zahlen konnten. Nur für sich selbst und weitere von ihnen im Ausland geführte
Firmen, so sagt es ein Kemptener Kriminalbeamter vor Gericht aus, zahlten sie geflissentlich bis zum Schluss
die Rechnungen. Beispielsweise für Beratertätigkeiten.
Ans Licht gebracht hatten die Gusswerkpleite und die Ungereimtheiten im Umfeld die Sparkasse und die IG
Metall. Zwei Anzeigen gab es. Eine von der Bank wegen Kreditbetrugs, weil Geld nicht wie geplant
verwendet wurde. Und eine der Gewerkschaft wegen Insolvenzverschleppung. Diese sowie den Betrug und
die Verletzung der Buchhaltungspflicht räumt die 35-jährige Ex-Geschäftsführerin ein. Ihr Verteidiger
skizziert ihren Werdegang, der die gebürtige Bulgarin mit ihrer Familie 1990 zunächst in den Schwarzwald
führte. Nach dem Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften arbeitete die junge Frau zunächst lange
für eine Unternehmensberatung. Im Frühjahr 2010 kaufte sie das Gusswerk, dem sie anfangs gute Chancen
eingeräumt habe. Doch als die finanziellen Probleme kamen, sei ihr die Sache schlicht über den Kopf
gewachsen. Im Januar 2012 war das Gusswerk endgültig pleite. 80 Mitarbeiter verloren ihre Jobs.
Große Firma, großer Schaden
"Unternehmen scheitern nun einmal und bei großen Unternehmen ist halt auch der Schaden groß", sagt der
Verteidiger und auch, dass sich der Verdacht, seine Mandantin habe sich bereichern wollen, nie bestätigt
habe. Insolvenzverschleppung ist in seinen Augen gängig, weil die Fristen so kurz seien. Und er fragt: "Wo
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ist die kriminelle Energie bei Lieferantenbetrug in der Krise?"
Der Staatsanwalt sieht die kriminelle Energie der Angeklagten darin, dass die heute 35-Jährige sich sofort
nach der Pleite ins Ausland abgesetzt hatte. Wohl zeitweise nach London zu ihrem Ehemann, von dem sie
heute getrennt ist. Aktuell lebt sie laut ihrem Verteidiger von 3500 Euro netto im Monat in Dubai, wo sie
Existenzgründer berät.
Das letzte Wort der 35-Jährigen fällt knapp aus. "Ich schließe mich den Ausführungen an", sagt sie nach dem
Plädoyer ihres Anwalts leise, bevor es in die Pause vor der Urteilsverkündung geht. Die Richterin bleibt
damit am unteren Ende des vereinbarten Strafrahmens. Die Gründe: Die 35-Jährige hat sich an die Absprache
gehalten - und sie hat eine positive Sozialprognose.
Artikel-ID: srv0000039519779 | Quelle: AZ | Erscheinungstag: 13.04.2016 | Seite: 28 | archives.*.ORGAUSGABE: B-KE | Datum: 20160413 |
Eingangszeit: 054725 | DCID: 939152984 | Zeitung: AZ | Ausgabe: B-KE | Ressort: LOK |

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