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ArbeitgeberInfo 2016 2 v16 für HP.pdf


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ARBEITGEBER AUF DRAHT
Ausgabe 2/2016
Brancheninformationen des
Arbeitgeberverband Großhandel,
Außenhandel, Dienstleistungen e. V.

EDITORIAL

NEWS

IGNORIEREN UND DÄMONISIEREN
DER AFD HAT KEINEN ERFOLG
Bosbach kritisiert politische Abhängigkeit durch Türkei-Abkommen
ESSEN – Er ist einer der bekanntesten Politiker Deutschlands. Als Bundestagsabgeordneter ist seine Meinung in Rundfunk und Fernsehen gefragt. Mit seinen
fundierten Analysen und seiner lebendigen Sprache ist er nicht nur ein gern gesehener Gast in Talkshows und Expertentalks. Auch auf dem AGAD-Forum am
24. Mai 2016 in der Essener Philharmonie begeisterte Wolfgang Bosbach die
Anwesenden vom ersten bis zum letzten Wort durch sein mitreißendes Auftreten. Seine charmant witzige Art stellte Wolfgang Bosbach (CDU-MdB) gleich zu
Beginn seines Vortrags „Aktuelles aus der Bundespolitik“ unter Beweis, indem
er das Publikum mit den Worten begüßte: „Bei den Anwesenden kann ich keine
Politikverdrossenheit feststellen, da Sie einen aktiven Politiker eingeladen haben“.

In der ihm eigenen Art, unangenehmen Wahr- geschlossene Abkommen problematisch.
„Es geht um die Abhängigkeit, die wir eingeheiten nicht auszuweichen, sondern diese
hen. Es geht um die Verquickung von Flüchtoffen anzusprechen, räumte er auch gleich
mit einem Vorurteil auf: „Ich halte mich nicht lingsabkommen und Visafreiheit. Die EU muss
für einen Querdenker, sondern einen Gerade- selbst für Sicherheit an ihren Grenzen sorgen.
Ich habe auch nicht verstanden, dass wir der
ausdenker. So ändern sich die Zeiten. Früher
Türkei überlassen zu entscheiden, wer in die
warst du ein Rebell, wenn du etwas Wildes
angestellt hast. Heute bist du Rebell, wenn du EU darf und wer nicht“, so Bosbach.
bei deiner Meinung bleibst“.
Darüber hinaus stelle die Integration der
Bosbach kam dann aber schnell zur Sache.
Flüchtlinge eine große Herausforderung für
Bei aller Diskussion um den Flüchtlingsstrom
Deutschland dar. Denn die Integration der
nach Deutschland geht es seiner EinschätZuwanderer gehe nur über Sprache, Bildung
zung nach nicht um die Frage: Zuwanderung
und berufliche Qualifikation. „Nur zehn Proja oder nein? „Die gab es immer. Man soll
zent der Flüchtlinge haben eine Qualifikation,
nicht denken, wenn die Politik nicht darüber
mit der sie in Deutschland arbeiten könnten.
spricht, gibt es ein Problem nicht“. Aber allein 30 bis 40 Prozent haben überhaupt keinerlei
in zehn Monaten in 2015 habe Deutschland
Qualifikation. Hier muss zuerst eine Umalmehr Flüchtlinge aufgenommen als in den
phabetisierung stattfinden, um überhaupt
zehn Jahren zuvor. Doch trotz der enormen
Deutsch lernen zu können, alleine dafür müsZuwanderung findet er das mit der Türkei
sen Sie schon 300 Stunden veranschlagen“,
rechnet Bosbach vor.

Das führte den CDU-Abgeordneten dann auch
zu der Frage, wo denn heute noch aus Ideen
neue Produkte entstehen? In Deutschland
jedenfalls nicht, das sei früher einmal gewesen, als Deutschland noch Weltmarktführer
im Bereich der Unterhaltungselektronik war.
Andere Länder hätten uns mittlerweile den
Rang abgelaufen, weil sie sich einen Wissensvorsprung erarbeitet hätten. Aber noch etwas
anderes treibt Wolfang Bosbach um: „Ich
habe die Erfahrung gemacht, dass man über
viele Themen in der Öffentlichkeit nicht mehr
reden darf, ohne in eine ausländerfeindliche,
islamophobe Ecke gestellt zu werden. Daher
suchen viele Bürger ein Ventil, das sie in der
AfD finden“, glaubt Bosbach, um in seiner
offenen Art, auch unangenehme Dinge anzusprechen, fortzufahren: „Ich gehöre nicht zu
denen, die der Auffassung sind, dass sich
das Thema AfD über kurz oder lang komplett
erledigt. Deswegen rate ich, die Partei weder
zu ignorieren, noch zu dämonisieren und
deren Wähler nicht zu beschimpfen. Das hat
alles keinen Erfolg. Wir müssen uns kritisch,
auch selbstkritisch, fragen, warum diese Partei in so kurzer Zeit beachtliche Wahlerfolge
erzielen konnte und mit welchen Motiven die
Menschen zur AfD gehen und welche Hoffnungen sie haben, wenn sie dort ihr Kreuz
machen“.
Dass auch er keineswegs politikverdrossen,
sondern vielmehr die Zuversicht in Person
ist, belegt sein Schlusssatz: „Wir haben in der
Vergangenheit bewiesen, dass wir mit allen
Herausforderungen fertig werden können –
wenn wir die richtigen politischen Entscheidungen treffen“.

SEHR GEEHRTE
DAMEN, SEHR
GEEHRTE HERREN,

René Dreske und Gerhard Drauschke
Erster und zweiter Vorsitzender AGAD e.V.

ein Highlight unseres traditionellen Spargelessens in diesem Jahr war der kurzweilige Vortrag des CDU-Abgeordneten
Wolfgang Bosbach, der einen interessanten und pointierten Streifzug durch die
aktuelle Bundespolitik unternahm. Doch
bei aller Mahnung und Kritik verbreitete
Wolfgang Bosbach in der ihm eigenen Art
auch eine unerschütterliche Zuversicht,
dass wir – wie in der Vergangenheit mehr
als einmal unter Beweis gestellt – auch die
aktuellen Herausforderungen meistern
werden, wenn wir nur umsichtig vorgehen.
Zuversichtlich sind auch unsere Mitgliedsunternehmen, was die wirtschaftlichen
Auswirkungen des Brexit auf die deutsche
Wirtschaft betrifft. Die Mehrheit von
ihnen befürchtet nur geringe Konsequenzen für ihre Unternehmen.
In der aktuellen Ausgabe berichten wir
auch darüber, wie Unternehmen mit familienorientierten Maßnahmen den betriebswirtschaftlichen Nutzen steigern können,
informieren Sie über eine innovative
Online-Plattform, die sich auf effiziente
Lösungen für die Altersvorsorge spezialisiert hat und stellen Ihnen das neue AGADMitglied IPS Sicherheitsdienste vor.
Zudem gratulieren wir der IBK Wiesehahn
zum 50. Firmenjubiläum, stellen noch einmal unser Leistungsspektrum im Bereich
des Datenschutzes sowie die Vorteile unseres Inhouse-Schulungsangebots vor und
lassen Sie an den magischen Momenten
im Deutschen Fußballmuseum teilhaben.
Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre der
aktuellen Ausgabe des ArbeitGeber Auf
Draht wieder viel Spaß.
Ihre

UMFRAGE

UNTERNEHMEN BEFÜRCHTEN MEHRHEITLICH
NUR GERINGE AUSWIRKUNGEN DES BREXIT
Die Briten haben sich entschieden: Die
Mehrheit hat sich entschlossen, der EU den
Rücken zuzukehren. Befragt nach den Auswirkungen des Brexit auf das deutsche Wirtschaftswachstum rechnen 61,5 Prozent der
befragten AGAD-Mitglieder nur mit geringen
Auswirkungen während der zweijährigen
Übergangsphase. 30,8 Prozent der Unternehmen glauben sogar, dass der Brexit keinerlei

AGAD-ARBEITGEBER AUF DRAHT

Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft
hat und nur 7,7 Prozent rechnen mit negativen Folgen. Mittelfristig verschiebt sich
diese Einschätzung nur geringfügig. Nach der
Übergangsphase befürchten aber immerhin
13,8 Prozent der befragten Unternehmen
starke negative Auswirkungen auf die
deutsche Wirtschaft, während 65,5 Prozent
glauben, dass der Brexit keine Auswirkungen

auf die deutsche Wirtschaft hat. Die Zahl der
Unternehmen, die nur geringe Auswirkungen
befürchten, sinkt auf 20,7 Prozent.
Zu den weiteren Risiken des Brexit befragt,
rechnen 35 Prozent der Unternehmen mit
der Zunahme tarifärer Handelshemmnisse
durch Zölle und Steuern und 50 Prozent
glauben, dass zusätzliche Bürokratielasten,
Ausfuhrbescheinigungen und Zolldokumente

René Dreske

Gerhard Drauschke

im nicht-tarifären Bereich für Behinderungen
sorgen werden. Weitere Handelserschwernisse befürchten 65 Prozent der Unternehmen
durch eine Pfundabwertung und Wechselkursrisiken. 73 Prozent der Unternehmen
glauben, dass es zu weiteren Austrittsbestrebungen von EU-Mitgliedern kommt. Ebenso
viele Unternehmen gehen davon aus, dass der
Brexit zu einer Verlangsamung des britischen
Wachstums auf Jahre hinaus führen wird.

Ausgabe 2/2016 – Seite 1