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TSP 04 TICKET TICKET TICBESPL4 04 09 16 .pdf


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4

SPIELZEIT

DER TAGESSPIEGEL

SEPTEMBER 2016

SEPTEMBER 2016

SPIELZEIT

DER TAGESSPIEGEL

SHOW

5

NACHGEFRAGT

Erst rettet sie Berlin –
dann die ganze Welt
Tipi am Kanzleramt Die Entertainerin Gayle Tufts entfaltet
Foto: Guy Vivien

übernatürliche Kräfte in ihrer neuen Show „Superwoman“ –
und verbeugt sich vor den Heldinnen des Alltags
Oscar Strasnoy schrieb die Musik
zu „Comeback“ – ein Stück über
Tilla Durieux und Emil Jannings

erzählt sie. Aber jedes Mal
Captain
America,
die
Premiere 21. 9.,
wenn sie zurückkommt aus
X-Men oder die Fantastic
20
Uhr
den USA, freut sie sich auf die
Four: Superhelden erfreuen
Äpfel vom Wochenmarkt. „Das
sich immer noch großer Beliebtschmeckt wie ein Apfel! Das riecht wie
heit. Frauen amüsieren sich meist über
diese Männerfantasie von einem Welten- ein Apfel!“ Ihre alte Heimat ist ihr doch ein
retter mit übernatürlichen Kräften und ei- wenig fremd geworden, stellt sie fest. Seit
nem unzerstörbaren Körper. Gayle Tufts 25 Jahren lebt sie mittlerweile in Berlin –
gibt nun die weibliche Antwort auf diese und sie ist angekommen. Auch wenn sie
Übermänner: „Superwoman“ nennt sie immer noch ihr lustiges Denglisch spricht.
Tufts erinnert auch an zwei ihrer musikaihre neues Programm – und selbstverständlich tritt sie selbst als Frau mit der Ex- lischen Helden: David Bowie und Prince.
„Bowie war ein großer Motor für mich,
tra-Power auf.
„Ich brauche das!“, erzählt die amerikani- Prince auch – das sind die Achtziger in
scheEntertainerin lachend.„Inmeiner Post- Amerika!“ Nun habe sie das Gefühl, dass
ihre Helden sie verlassen –
menopause brauche ich einen
und dass mit ihnen auch ein
Kick, um morgens aufzusteTeil ihrer Jugend verschwinhen. Ich brauche den Glauben
Wir
alle
sind
det. Wie immer gibt es bei
andie eigenen Kräfte.“ Ihr ProGayle Tufts viel zu lachen
gramm ist auch eine SelbsterHelden! Wir
und auch etwas zum Weimutigung: „In meinem Alltag
müssen
es
nur
nen. Gemeinsam mit ihrem
brauche ich das: dass ich die
sehen
in
uns
und
umtriebigen Pianisten MaBessere in mir finde, die Heldin.“ Doch auch wenn Tufts
in den anderen rian Lux hat sie neue Songs
geschrieben, aber sie singt
augenzwinkernd antritt, um
auch Coverversionen von
die Welt oder wenigstens Berlin zu retten, so möchte sie sich doch auch Lady Gaga und Beyoncé. Wie es sich für
vor den zahlreichen Heldinnen des Alltags eine Bühnendiva gehört, lässt Tufts sich
verbeugen. „Ich möchte den Frauen Res- von knackigen jungen Tänzern umschwirpekt bezeugen, die mich hochhalten. Das ren. Sie war selbst Tänzerin – und
kann Michelle Obama sein, daskann dieCo- schwärmt von ihren beiden Boys, die
medienne Amy Schumer sein oder Patti coole Street-Dance-Moves draufhaben.
Smith. Das kann auch Tina, die Mutter mei- „Und sie können gut heben!“
Letztlich geht es ihr um eine andere Defines Pianisten Marian Lux sein, die syrischen Flüchtlingskindern ehrenamtlich nition des Begriffs „Held“: „Was ist ein SuDeutschunterricht gibt. Auch eine Heldin!" perheld? Ich glaube, die sind normaler, als
Dass ihr hauptsächlich Frauen in den wir denken. Die Botschaft am Ende lautet:
Sinn kommen, ist kein Wunder: „Das Patri- We are all Superhelden. Wir können das
archat hat doch ziemlich abgekackt, das ist füreinander sein. Aber wir müssen es auch
wohl klar!“ Aber Frauen seien oft so ge- sehen in uns und in den anderen.“
mein zu sich selber: „Ich hatte ein Dinkelbrötchen nach 18 Uhr! Shut the fuck up!
Sandra Luzina
Die Stimme in meinem Kopf ist manchmal
schlimmer als alle anderen.“ Aber Hand
Wow! Die Entertainerin Gayle Tufts
aufs Herz: Folgt sie nicht einer speziellen
Diät, um sich auf das „Superwoman“-Proaktiviert die Superkräfte, die in ihr
gramm vorzubereiten? „Ich lebe nur von
schlummern, und beeindruckt damit
Chia-Samen und Luft“, sagt Tufts und
nicht nur ihren Pianisten Marian Lux.
lacht schallend. In ihrer Show mokiert sie
Dann fliegt „Superwoman“ mal kurz
sich über den Hype um „Superfoods“. In
über die Baustellen der Hauptstadt –
den schicken Saftbars in SoHo kostet ein
und umschwirrt sogar die Goldelse.
Fotos und Bearbeitung: Kai-Uwe Heinrich
Green Smoothie schon mal zwölf Dollar,

Kunst unterm
Hakenkreuz


„Comeback“ stellt in der Werkstatt der
Staatsoper die Biografien von Tilla Durieux
und Emil Jannings gegenüber. Sind das exemplarische Künsterleben für die NS-Zeit?
Strasnoy Sie funktionieren als Archetypen.
Er hat kollaboriert und konnte nach dem
Krieg nicht mehr arbeiten. Sie verkörpert
das Gegenteil: Sie hat Widerstand geleistet
und wurde später als Nationalheldin gefeiert. Sie sind wie Schwarz und Weiß, deswegen hat Christoph Hein diese beiden Figuren ausgewählt. Er hat eigentlich zwei Stücke geschrieben, für dieses Libretto hat er
sie fusioniert.
앫 Wie sind Sie als Komponist vorgegangen?
Strasnoy Ich habe über die beiden gelesen
und mir ein paar Filme angeschaut. Aber
ich wollte nicht zu naturalistisch arbeiten.
Was mir geholfen hat: Ich habe Christoph
Hein und Maria Husmann gebeten, das Libretto zu sprechen und aufzunehmen.
앫 Werden die beiden Figuren durch unterschiedliche Klangsprachen charakterisiert?
Strasnoy Jannings ist ein sehr expressiver,
extrovertierter Charakter. Die Figur geht
in Richtung Buffo. Bei Tilla haben wir eine
ganz andere Art des Ausdrucks. Es gibt
zwei Tillas: eine, die singt auf sehr lyrische
Weise, und eine, die spricht. Die beiden
Figuren treffen nie aufeinander. Jeder ist
in seiner Welt. Die von Jannings ist sehr
opernmäßig, die Welt der Tilla ist intimer.
앫 Haben Sie sich von der Musik der damaligen Zeit inspirieren lassen?
Strasnoy Der Klang des Orchesters lässt
ein bisschen an die damalige Zeit denken.
Die Chansons sind direkte Stilzitate. Ich beziehe mich nicht auf existierende Chansons, ich habe vielmehr ein Fake-Chanson
im Stil der 30er geschrieben. Das taucht
immer wieder auf wie ein Ritornell.

Aufführungen vom 21. September bis zum 13. Oktober; Di - Sa 20 Uhr, So 19 Uhr
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Premiere 30.9., 20 Uhr


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