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Author: Robert Berger

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Oktober
2016

StadtbilDD

Positionspapier "Hafencity"
Teilplanungsbestand der USD Immobilien GmbH
Das Projekt in der Leipziger Vorstadt, welches vielen Dresdnern als "Hafencity" bekannt ist, erfuhr
kürzlich einen gewaltigen Schub, nachdem ein Wettbewerb zur Gestaltung des Areals abgeschlossen
wurde. Das von der Firma USD zu bebauende Areal wurde in Abstimmung mit dem Stadtplanungsamt
in einen zu verwirklichenden Gestaltungsrahmen gehoben, der zwar im Vergleich zu allen bisherigen
Vorentwürfen Verbesserungen aufweist, aber dennoch Anlass zur Kritik und für Umgestaltungsempfehlungen im Detail bietet.

Bild 1, Quelle: BILD - 16.10.2016

Zuvorderst ist dem gesamten Verfahren ein eklatanter Mangel vorzuwerfen: Die von städtischer Seite
unterstützte Intransparenz des gesamten Gestaltungsverfahrens und die damit einhergehende
komplette Ausgrenzung des Bürgers. Dass nun die zuständigen Stellen konstatieren, dass diese
Entwürfe, nebst der einzelnen Architekturen der Häuser noch nicht für die Information der
Öffentlichkeit bestimmt waren, verdeutlicht zum wiederholten Male, dass die Entscheidungsprozesse
zu Dresdner Bauprojekten intransparent sind und vielmehr den Anschein zwielichtiger

Hinterzimmerentscheidungen vermitteln. Es besteht nicht einmal die Absicht Teilhabe am
Findungsprozess zu generieren. Hier ist generell von einer "Masche" auszugehen, bei welcher einem
das Gefühl überkommt, dass sich Stadtplaner und Investoren gleichermaßen ein gegenseitiges
"Reinreden" verbieten.
Im Vergleich mit den anderen vier platzierten Architekturbüros, schneidet der Gewinner Rohdecan in
der städtebaulichen Anordnung und visuellen Überzeugungskraft überraschenderweise noch am
besten ab. Besonders gute Ergebnisse lieferte das Büro Querfeldeins in der Freianlagengestaltung,
doch auch dabei gäbe es Kritikpunkte und offene Fragen, welche einer Klärung bedürfen.

Bild 2, Quelle: USD Immobilien

In der städtebaulichen Anordnung der Gebäude sind alle Teilnehmer demselben Prinzip von solitären
Einzelbauten und freistehenden Wohnblöcken gefolgt. In einem Gebiet, welches als "Hafencity"
tituliert wird, kann man unterschwellig von derlei Entwicklungen ausgehen; sie schneiden aber zum
"Urkonstrukt" dieser Titulierung - der Hamburger Hafencity - eher unterdurchschnittlich ab. Dem
kompakten, aber doch freien Charakter des Hamburger Pendants, welcher durch Häuserschluchten
und Wasserwege erzeugt wird, kann die Dresdner Version nichts Gleichwertiges entgegensetzen. Im
Gegenteil, es unterbietet sich in Struktur und Gestaltung gleichermaßen.

Bild 3, Quelle: USD Immobilien

Die freie, lineare Anordnung kubistischer Solitäre erinnert an der Elbseite eher an ungarische
Ferienanlagen am Plattensee, denn an eine City mitteleuropäischen Stils und der Städtebau an einen
- sicher unfreiwilligen - Vergleich zu Wohnsiedlungen am Stadtrand. Eine minimalistische glatte Form,
der Würfel in fünffacher Wiederholung entlang des Radweges und der geplanten Promenade, soll
nun den Gegenpart elbabwärts zum berühmten Canalettoblick bieten?! Uncharmant, unspektakulär,
langweilig und austauschbar.
Zur Leipziger Straße hin entschieden sich die Planer für gekappte Blöcke, welche versuchen den
Straßenverlauf aufzunehmen. In der Kubatur gestalterisch nicht mehr, als ein x-beliebiger
WohnBLOCK, welcher sich penetrant in den Raum pflanzt und zu sämtlichen Umgebungsobjekten
keinen Bezug nimmt. Besonders deutlich wird das in der Dachlandschaft, die hier erneut eintönig
und zweidimensional flach daherkommt. Sämtliche vorhandenen und im Plan erhaltenen
Umgebungsbebauungen weisen ein Satteldach auf. Dieses Element bei der Neubebauung zumindest
teilweise aufzunehmen, wurde sowohl von den Stadtplanern, dem Eigentümer oder den zur
Endrunde eingeladenen Architekten offenbar nicht einmal in Erwägung gezogen. Ebenso missachtet
die geplante zeilenförmige Bebauung die entlang der Leipziger Straße und im Quartier an der
Hafenstraße vorherrschende Parzellenbreite und steht somit der Entwicklung eines harmonischen
Stadtbildes entgegen. Hier plädieren wir im Rahmen der endgültigen Fassadenplanung für die
mindestens im Straßenraum wahrnehmbare Aufteilung in Einzelfassaden.
Flachdächer werden zugunsten einer Begrünung dieser und der Option auf solarlektrische und
solarthermische Anlagen begründet. Aus der Erfahrung wissen wir, dass solche Dächer eher mit
technischen Aufbauten ausgestattet und die Restflächen mit Kies aufgeschüttet werden. Auf die
Spitze wird das Unvermögen, ordentliche Dachlandschaften auszubilden, dadurch getrieben, dass im
vorliegenden Fall sogar auf Staffeldächer verzichtet wird, auf welche man andernorts in der Stadt
stets besteht. Hier zeigt sich erneut, wie prinzipienlos und von Ungestalt Dresdner Bauvorhaben in
der Masse aktuell sind.
Dabei gab es durchaus lobenswerte Ansätze diese Eintönigkeit aufzuheben, beziehungsweise zu
durchbrechen. Das Architekturbüro TSSB lieferte einen Architekturgebäudeentwurf ab, welcher
vereinzelte Solitäre vorsieht, die sich in einer Reihe angenehm hervorheben und in ihrer Gestalt auch
optischen Mehrwert bieten. Ansteigende Dachgeschosse mit überspitzter Eckausbildung geben einen
Eindruck davon, wie die Monotonie umgangen und spannende Lesarten zur Gestaltung der gesamten
Hafencity erzeugt werden könnten.

Bild 4, Quelle: Ausstellung Wettbewerbsbeiträge WTC - TSSB Architekturbüro

Alles in allem weiß der Entwurf von Rohdecan lediglich im Vergleich zu den weitgehend miserablen
Konkurrenz-Entwürfen zu überzeugen und sollte daher noch ein weiteres Mal überarbeitet werden.
Der Freiflächenplanung von Querfeldeins kann hingegen unumwunden zugestimmt werden. Der
Erhalt und das Anpflanzen großkroniger Bäume ist in jedem Fall zu unterstützen und die minimale
Versiegelung angesichts der geringen baulichen Dichte der Flächen ebenso. Seitens der Stadt sollte
darauf geachtet werden, dass in Zukunft auch nicht vor Ort wohnende Bürger das Angebot an Grünund Freizeitflächen nutzen dürfen. Die Umgebungsmöblierung sollte jedoch noch einmal auf den
Prüfstand kommen. So gefällig die gezeigten "Betonstrandkörbe" auch sind, ist auf jeden Fall damit zu
rechnen, dass sie eine Angriffsfläche für Vandalismus bieten. Dies sollte bereits im Vorfeld durch
einen Anti-Graffiti-Schutz und eine allgemein robuste Bauweise versucht werden zu minimieren.
Die Absicht Relikte der Historie des Hafens in die Gestaltung aufzunehmen, ist dabei mehr als
lobenswert. Das Einbinden der Kai- und Ufermauer ist ebenfalls als positiv zu bewerten. In Erwägung
zu ziehen wäre zudem die historische Rekonstruktion/Instandsetzung und Zugänglichmachung des
Hafenkrans.
Fragen stellen sich hingegen zum Badebecken in der Elbe und dem "public viewing point". Der
Kostenfaktor dieser "Annehmlichkeiten" sollte seitens der Stadt dabei unbedingt im Auge behalten
und eine finanzielle Beteiligung der künftigen Eigentümer am Unterhalt und der unter
Sicherheitsaspekten nötigen Beaufsichtigung des Badebeckens geprüft werden.
Seitens StadtbilDD besteht die Empfehlung die Planungen noch einmal zu überarbeiten und
abzuwandeln. Dem Grundkonzept der Gebäudestrukturen ist dahingehend zuzustimmen, da es von
anderen Planern inadäquatere Entwürfe gab. Dies bedeutet jedoch keinesfalls automatisch, dass es
nicht besser gemacht werden kann.

Die Freiflächenplanung kann im Vergleich mit den anderen Endrundenentwürfen
überzeugen und ist von guter Qualität. Allein das bisher vor Ort angesiedelte "Strandthema"
sollte noch einmal Gegenstand der Überlegung in Bezug auf die praktische Nutzung und den
Schutz vor Vandalismus sein.

Die Gebäudereihe von fünf Solitären der elbseitigen Planung muss unbedingt optisch
abwechslungsreich sein. Dies müssen unterschiedliche Fassadenarchitekturen unbedingt
gewährleisten. Des Weiteren empfehlen wir die Aufnahme der einzelnen unterschiedlichen
Gebäudearchitektur von TSSB Architekten, welche das spitzzulaufende Dach ausbilden. Es
bietet nicht nur eine Varianz der Höhe, sondern auch eine optische Unterbrechung der
monotonen Reihe. Außerdem käme den Gebäuden ein optischer "Blickhinweis" zur Altstadt
und ins Elbtal als Argument zur Hilfe.

Die Fassaden der übrigen Gebäudekomplexe sollten ebenfalls unterschiedlich
ausfallen und es wäre wünschenswert, wenn jenen ein Staffelgeschoss zugeordnet würde.
Dieses Geschoß kann und darf ausdrücklich zusätzlich vorgesehen werden. Es würde auch
hier eine Varianz bei den doch recht gleichförmigen, Gebäudehöhen erzeugt werden, und
würde auch den Bewohnern der oberen Etage an der Leipziger Straße die Möglichkeit eines
Ausblickes ins Elbtal bieten.

Vorspringende Erker, Eckbetonungen und eine Ausbildung verschiedener
Fassadenreliefs sind bei der Planung unbedingt zu beachten und einzubringen.


Reminiszenzen an Architekturen der Hafencity in Hamburg oder der Media Spree in
Berlin sollten auf alle Fälle, im Sinne der Einmaligkeit und Varianz des Themas, vermieden
werden.

Bild 5, Ablichtung der vorgestellten Entwürfe von TSSB im WTC

Für die Hafencity auf dem Gebiet des Investors USD sind zusammengefasst erneut, nach dem
jüngsten Wettbewerbsverfahren, Kritikpunkte aufgetreten, welche in der tatsächlichen Umsetzung
verbessert werden sollten. Positive Entwicklungen, wie differenzierte Architektur, schließender
Blockrand und Hochwassertauglichkeit bietet das Beispiel des Bauherren Max Wiessner bei seinem
Projekt "Hafen 01" – ein ebensolcher Bestandteil der entstehenden Hafencity. Daran sollte sich von
Seiten anderer Investoren orientiert werden.
Wir von StadtbilDD begrüßen, dass ein solches enormes Projekt, welches die Hafencity unbestritten
darstellt, von allen Seiten mit viel Energie und Kraft angegangen wird. Durch die hohe Wichtigkeit
sollte das Ergebnis dazu auch ein umwerfend gutes sein. Negativbeispielen, wie die Garteststadt
Striesen oder das Merkur I, II und III – Projekt sollte unter keinen Umständen nachgefolgt werden.
Für Ideenfindung, Korrespondenz und Dialog steht unsere Bürgerinitiative allen Beteiligten gern zur
Verbesserung des Projektes zur Verfügung.

Das Team von StadtbilDD.


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