Publikationen der AfD Paderborn sorgen für Empörung.pdf


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Dennoch muss gesagt werden, dass Polizeiberichte ihrerseits eine wertvolle Quelle
bleiben. Bei den Auswertungen des Regionalausschusses geht es in erster Linie um
die Sondierung und Analyse von Wahrnehmungen und verfügbaren Daten zur Lage
der Inneren Sicherheit, wobei die Breitenwahrnehmung der Bevölkerung eine
zentrale Rolle spielt. Darum ging es bei der Datenerhebung auch nicht darum, die
Gesamtzahl aller wirklich untersuchten Sexualdelikte im Kreis zu erfassen, weil diese
zum größten Teil im wohnlichen Umfeld geschehen, während für eine
Auseinandersetzung mit innerer oder öffentlicher Sicherheit ausschließlich Vorfälle in
Betracht zu ziehen sind, die sich auch im öffentlichen Raum zugetragen haben.
Somit kann es erst gar nicht Anspruch einer solchen Untersuchung sein, in der vor
allem die öffentliche Wahrnehmung im Fokus steht, eine Gesamtstatistik zu erstellen,
sondern lediglich durch öffentlich zugängliche Quellen ein Wahrnehmungsabbild
aufzuzeigen. Weil es sich jedoch bei der öffentlichen Wahrnehmung um eine
fundamentale und Wirklichkeit schaffende Dimension (Stimmungsbilder) handelt, die
wiederum ihre Umgebung beeinflusst, muss sie folglich auch im Zentrum von
Ermittlungen der allgemeinen Sicherheitslage stehen.
Gerade weil es sich bei den Pressemitteilungen der Polizeibehörden um offene und
viel gelesene Medien handelt, tragen sie dazu bei, die öffentliche Wahrnehmung zu
prägen. Hier stellt sich aber zugleich die Frage, warum im zweiten
Beobachtungszeitraum die Anzahl sexueller Übergriffe so stark angestiegen ist. Nach
vorliegenden Auswertungen auf 925 Prozent. Statistisch und unter Berücksichtigung
aller Sexualdelikte bietet dieser Wert keine solide Basis, was sich aber ändert, wenn
man den Faktor der Mehrheitswahrnehmung mit einbezieht. Dann wiederum gibt
der Wert von 925 Prozent wieder, wie die Bevölkerung die Entwicklung von sexueller
Gewalt im öffentlichen Raum wahrnimmt.
Zweck von Polizeimeldungen sei es zudem, so Biermann weiter, Straftaten durch
Zeugenaufrufe aufzuklären, oder präventive Aspekte zu vermitteln. Diesen beiden
Punkten sollen die AfD-Publikationen ebenfalls Rechnung tragen. Einmal werden
mögliche Zeugen, die über unsere Facebook-Seite auf vergangene und aktuelle Taten
aufmerksam gemacht und dazu bewegt, sich nachträglich bei den Polizeidienststellen
zu melden. Zudem kann durch Hinweis auf öffentliche Ballungsgebiete präventiv
weiteren Straftaten begegnet werden, indem die Öffentlichkeit um diese weiß und
bewusster auf ihre Mitmenschen achtet. Denn nur wenn eine gewisse Sensibilität
vorhanden ist, kann damit gerechnet werden, dass Passanten die gebotene
Aufmerksamkeit dazu besitzen. Hinzu kommen die Aufrufe des Kreisverbandes, nicht
wegzusehen und wenn nötig, in bedrohlichen Situationen im rechtlich-zulässigen
Rahmen einzugreifen.
Unter Nennung des Artikels zu einem vorgetäuschten Übergriff am 2. November
durch eine 17-Jährige heißt es, dass man zahlreiche Sexualdelikte unter Beteiligung
mehrerer Täter in Paderborn suggerieren wolle, es diese Taten aber nicht gegeben