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FamFü F17 S25 v02 .pdf


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Schule
Gute Schule leuchtet weiter...
Elterninitiative kämpft für den Erhalt der Edith-Stein-Schule Ludwigslust
Montagmorgen, katholische Kirche Ludwigslust. Aus
der Kirche ertönt Gesang: „Here we are together in difference. Here we are together in peace. Here we are to praise
the lord.” Die Schüler, Lehrer und Erzieher der Edith-Stein-Schule haben
sich zusammengefunden, um ein Hoffnungsgebet zu sprechen. Die
neunjährige Lidia tritt in den Kreuzgang. Sie schätze vor allem den Religionsunterricht. Bei einer Schließung der Schule würde es keine katholische Schule mehr in unserer Gegend geben. Sie bittet Gott um Hilfe,
damit ihre Schule und die von vielen anderen Kindern bestehen bleibt.
Seitdem der Erhalt der Schule durch den gestoppten Neubau in Frage
gestellt wurde, betet die Edith-Stein-Schule täglich gemeinsam. Jeden
Tag trägt ein anderes Kind vor, was es an der Schule mag und warum
diese auf keinen Fall geschlossen werden darf. Denn das droht, wenn es
nicht zu einem Neubau kommt. Dabei geht es den Kindern weniger darum, in neuen Räumen zu sitzen oder hochmoderne Technik zu nutzen,
es geht ihnen um das, was die Mauern mit Leben erfüllt:
Jedes Kind darf in seinem eigenen Tempo lernen
Jedes Kind ist einzigartig und wird geschätzt
Jeder kümmert sich um den anderen, keiner ist allein
Es gibt vielfältige Angebote im Hort, da ist für jeden etwas dabei
Jedes Kind darf mitbestimmen und jeder hat die Verantwortung,
gemeinsam erarbeitete Regeln einzuhalten
Es ist egal wie man aussieht, jeder hat etwas Besonderes
Dienstagnachmittag, Klassenraum der 456.3. SL steht auf dem Stundenplan. SL, das ist Selbständiges Lernen. Die zehnjährige Finja grübelt
über ihrem Mathe-Max. Mathe, das ist ganz sicher nicht ihr Lieblingsfach. Aber sie hängt nach und muss endlich mal vorwärts kommen, um
den Stoff noch vor den Winterferien zu schaffen. Manchmal schweift ihr
Blick ab nach draußen auf den Schulhof. Aber dann ermahnt sie sich
selbst: „Nicht bummeln, sonst muss ich die fehlenden Aufgaben in den
Ferien nachholen.“

Foto : Elterninitiative

Die Kinder schätzen viel an ihrer Stein-Schule. Ginge es nach ihnen
bräuchte es auch kein neues Gebäude, denn egal wo sie sich aufhalten,
ob im Spieleraum, um gemeinsam Halli-Galli zu spielen, in der Werkstatt, um mit Hammer und Säge etwas zu bauen oder im Tutti Gusti bei
den gemeinsamen Mahlzeiten, sie fühlen sich wohl, sicher und geborgen – sogar in den Klassenräumen. Schon morgens, wenn sie ihre nassen Straßenschuhe gegen ihre Puschen tauschen und von einer Horterzieherin, dem Flurdienst, per Handschlag begrüßt und willkommen
geheißen werden, spürt man diese Gemeinschaft. Alle Schüler kennen
sich beim Namen. Man geht nicht in dieselbe Klasse? Das ist doch kein
Grund nicht miteinander befreundet zu sein. Und auch ob „Erstie“ oder
„Drittie“: Man findet sich, weil man sich mag oder gemeinsame Interessen hat.
Mittwochnachmittag, Flur der Edith-Stein-Schule. Die achtjährige
Amelie eilt durch die Gänge auf dem Weg zur AG. In diesem Halbjahr
hat sie sich für die Roboter-AG entschieden. Die ist neu, wird das erste
Mal angeboten von einem Vater, dessen Sohn die Schule ebenfalls besucht. Die ortsansässige Rattunde GmbH sponsert die Materialen und
hat sogar die Nutzung ihrer Räumlichkeiten angeboten. Amelie ist gespannt, was genau sie machen. Am liebsten würde sie einen Roboter
mit Armen und Beinen bauen und einem Bildschirm als Kopf. Der soll
dann wie ein elektronischer Diener sein, der ihr Zimmer aufräumt. Sie
hat schon bei der Erste Hilfe und der Musik AG mitgemacht und ist gespannt, was sie in diesem Halbjahr alles Neues lernen wird.
Doch auch wenn sich die Kinder am maroden Zustand des derzeitigen
Schulgebäudes nicht stören, so ist ein Neubau dennoch bitter nötig, damit die Schule fortbesteht. Das derzeitige Gebäude ist in einem desaströsen Zustand: im Sommer zum Umfallen heiß, im Winter zum Erfrieren
kalt, die sanitären Anlagen auf dem Stand von anno dazumal. Kurzum,

Der symbolische Leuchtturm als sichtbares Zeichen
auf dem zukünftigen Schulgelände

lange kann die Schule nicht mehr in dem Gebäude bleiben. Es muss etwas passieren. Ein neues Schulgebäude muss her! Denn ohne Gebäude
wird es leider auch keine Schule mehr geben.
Donnerstagfrüh. Die Schüler stehen auf dem Schulhof, gelbe Warnwesten an, Sportbeutel übergeworfen. Frau Müllers versucht ihre Klasse, die
123.1, als Zweierreihe aufzustellen. Auf dem Stundenplan steht Sport.
Dafür müssen sie ca. 15 Minuten bis zur Techentiner Sporthalle laufen.
Zum Glück werden sie auf dem Rückweg von einem Bus abgeholt.
Bereits in Jahr 2012 wurde ein neues Grundstück für einen Schulneubau
gekauft, Baupläne erarbeitet und Gelder für den Bau zugesichert. Auch
Platz für eine eigene Sporthalle und einen eigenen Sportplatz wurde
berücksichtigt. 2013 wurde auf dem neuen Gelände in der FriedrichNaumann-Allee eine Abrissparty gefeiert. Im Februar 2015 wird die
Baugenehmigung erteilt. Im November dann der große Schock. Der
neue Bischof des Erzbistum Hamburgs stoppt den geplanten Bau und
verschiebt seine Entscheidung, ob es weitergeht oder nicht, auf unbestimmte Zeit. Für Ende 2016 wurde Schülern, Eltern, Lehrern und Erziehern eine Entscheidung zugesichert. Bislang wartet die Edith-Stein
immer noch darauf.
Freitagabend, Eltern der Edith-Stein-Schule finden sich im Zebef zusammen. Sie alle sind lange schon der Meinung, dass man mal was machen müsste: Energien bündeln, Synergien finden, Aktionen starten! Sie
gründen eine Elterninitiative, die sich auf die Fahnen schreibt „Es wird
Zeit, dass sich was dreht“. Mit vielen persönlichen Briefen an den Erzbischof, in denen sie um eine Entscheidung bitten, soll es beginnen.
Ein symbolischer Leuchtturm auf dem neuen Schulgelände, der seine
Botschaft „Gute Schule leuchtet weit(er)“ in Richtung Hamburg strahlt,
folgt. Die Teilnahme am Ludwigsluster Straßenkarneval ist ein weiterer
Mosaikstein im Kampf um den Neubau. Die Eltern sind bereit sich für die
Schule einzusetzen, die ihren Kindern nicht nur Lesen, Schreiben und
Rechnen beibringt, sondern ihnen noch viel Wichtigeres mitgibt.
Es sind Werte wie Freundschaft und Gemeinschaft, aber es geht auch
um das Anderssein dürfen und darum, Verantwortung zu übernehmen.
Werte, die nicht nur öde Theorie des Montessori-Konzepts sind, sondern
in der Edith-Stein-Schule gelebt werden. Werte, die von den Lehrern
und Erziehern vermittelt werden. Das ist nur möglich, weil Schule und
Hort eng zusammenarbeiten, der Übergang zwischen beiden fließend
ist. So ist die Schule ein Haus für gemeinsames Lernen, ein Haus für
gemeinsame Freizeit. Eben nicht nur ein Gebäude, nicht nur ein Haus,
nicht nur eine Schule. Eben die Edith-Stein.
Christine Pinnow
Kontakt zur Elterninitiative: www.facebook.com/ElterninitiativeEdith-Stein-Schule-Ludwigslust-1830577823848848/

Familienfüchse Ausgabe 28 - Frühling 2017 - 25


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