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6.7.17 Landbote .pdf


Original filename: 6.7.17_Landbote.pdf
Title: px
Author: werner.naef

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Winterthur

Der Landbote
Donnerstag, 6. Juli 2017

Perlenschmuck aus Muttermilch,
produziert in Winterthur
rantiert, dass wirklich die eigene
Milch verarbeitet wird? «Unser
Bestellprozess ist so durchdacht,
dass wir vom ersten bis zum letzten Schritt immer genau wissen,
um welchen Auftrag und welche
Muttermilch es sich handelt»,
versprechen die beiden. Die Kundin erhalte nach der Bestellung
einen mit Namen beschrifteten
Beutel zugeschickt plus ein Retourcouvert zur Einsendung.

START-UP Zwei Freundinnen
seit Kindheitstagen haben
eine Geschäftsidee lanciert:
Sie fabrizieren Schmuck mit
Kunstperlen, hergestellt aus
Muttermilch der Kundinnen.
Rahel Kappes wurde vor einem
Jahr Mutter, und als Gotte von
Elijah wählte sie ihre beste
Freundin Mirjam Glättli. Die beiden 26-jährigen Frauen kennen
sich seit der Kindheit, ihre Familien waren Nachbarn in Höri, die
Schulzeit durchliefen sie gemeinsam, und nun haben sie gemeinsam ein Projekt gestartet, dem ihre Aufmerksamkeit gilt und das
Aufmerksamkeit erregen wird.
Im Atelier an der GottfriedKeller-Strasse unweit des Kantonsspitals Winterthur stellen sie
Schmuck her, der teilweise aus
Muttermilch besteht: Halsketten
für 115 bis 330 Franken, Armkettchen ab 115 Franken, Ohrringe
und Ohrstecker, preislich dazwischen. Den Schmuckstücken gemeinsam sind Perlen, die aus der
Muttermilch der Kundin gefertigt werden. Rahel Kappes ist
gelernte Zahntechnikerin, sie
kennt sich aus mit Kunstharz und
Derartigem: «Wir verwenden
einen hochwertiges Zweikomponenten-Epoxidharz.» Die beiden
tüftelten mehrere Monate lang
mit Kappes’ eigener Milch, bis sie
die richtige Mischung fanden.
Jetzt produzieren sie Perlen in
verschiedenen Grössen und mit
verschiedenen Oberflächen.

Wie dauerhaft ist das Produkt?
Die Kunstperlen hätten ähnliche
Eigenschaften wie handelsübliche Perlen, versprechen die beiden. Sie hätten ihr Produkt extern prüfen lassen und gute Resultate erzielt. Trotzdem raten
sie: den Schmuck nicht an der
prallen Sonne liegen lassen, ihn
beim Baden ablegen, ebenso
beim Schlafen und beim Schwitzen. Sonst droht irgendwann eine
Farbveränderung Richtung Gelb.
Und noch eine Frage treibt
mögliche Kundinnen um: Wer ga-

Wie bleibt die Milch frisch?
Damit die Milch, ob frisch oder gefroren, in guter Qualität verarbeitet werden kann, ist das Retourcouvert als A-Post frankiert, und
die Kundin wird gebeten, das
Milchpäckli zwischen Montag
und Donnerstag aufzugeben, damit die Milch nicht ein ganzes
warmes Wochenende lang irgendwo auf dem Postweg liegen bleibt.
Die beiden frischgebackenen
Geschäftsfrauen gehen gekonnt
ans Werk. Als Model posierte Rahel Kappes mit Söhnlein Elijah
gleich selber. Für die Vermarktung und die professionell gestaltete Homepage www.miah.ch ist
Mirjam Glättli verantwortlich,
die als festes Standbein noch
einen Teilzeitjob im Marketing
einer Informatikfirma innehat.

Zwei beste Freundinnen mit Geschäftssinn: Rahel Kappes (vorne) und Mirjam Glättli (mit Patenkind Elijah) im Winterthurer Atelier.

EIN WIRT AUS IBERG MACHTE 2008 SCHLAGZEILEN

Muttermilch macht Medien immer munter
Wenn Muttermilch für etwas
anderes gebraucht wird als fürs
Stillen des Babys, ist ein hoher
Grad an Aufmerksamkeit garantiert. Das ging dem (inzwischen
verstorbenen) Wirt des Storchen
in Iberg im September 2008 so.
Er hatte ein Plakat aufgehängt, er
suche «überschüssige» Muttermilch zu «einem fairen Preis».
Sein Plan war, diese in der Küche
zu verwenden, zum Beispiel für
«Gschnätzlets an Muttermilch».

Der «Landbote» machte damals diese Absicht publik, und
die Kunde vom Muttermilchverkochenden Wirt machte rasend
rasch international die Runde.
Der «Spiegel» und der «Stern»
berichteten, Zeitungen in England und in den USA ebenso. Ein
damaliger Redaktor fasste diese
Folgegeschichten zusammen
unter dem Titel «Muttermilch
macht müde Medien munter».
Der Kollege hält damit noch im-

mer den redaktionsinternen Alliterationsrekord. Der Wirt, der die
Schlagzeile geliefert hatte, war
weniger erfolgreich: Noch bevor
er auch nur einen Dezi verkocht
hatte, musste er seinen Plan aufgeben: Der Kantonschemiker hatte ihm und allfälligen Milchspenderinnen mit einer Strafanzeige
gedroht. Der Wirt selber aber war
avanciert zum «Swiss Gastronomist», und Winterthur wurde
zum «Exclusive Resort». mgm

Damit das Eckige
nicht ins Runde muss
LITTERING Leere Pizzaschachteln verstopfen die
Abfallkübel in Parks. Stadtgrün Winterthur hat reagiert –
mit einer Eigenkonstruktion.
Was hat vier Arme, ist aus Metall
und steht im Vögelipark? Nein, es
ist keine Skulptur zweier Liebender, passend zum Trauzimmer in
der nahen Villa Lindengut. Es ist
der Pizzasammler. Ein waschechter Winterthurer.
Gleich zwei davon stehen im
Lindengutpark, beide direkt
neben normalen Abfallkübeln. Ihr
Zweck wird ersichtlich, wenn die
Mittagspause vorbei ist. Dann türmen sich in den metallenen Armen nämlich Pizzaschachteln en
masse. Die meisten stammten bis
vor kurzem vom nahen PizzaBlitz, der momentan geschlossen
ist und demnächst als Telepizza
wieder eröffnen wird.

Nach Schaffhauser Vorbild
So beliebt die heissen Teigfladen
bei Lehrlingen und Gymischülern sind, so unbeliebt waren sie
bisher bei den Stadtgrün-Mitarbeitern, welche den Park pfle-

Heinz Diener

gen und sauber halten. «Leere
Pizzaschachteln
verstopfen
unsere Abfallkübel», sagt Stadtgrün-Chef Beat Kunz. Littering
verursacht seinen Mitarbeitern
viel Arbeit. Der Pizzasammler
sei nun ein Versuch, den Parkbesuchern die korrekte Entsorgung leicht zu machen. Entwickelt hat ihn der stellvertretende

Obergärtner Patrick Enderli. Er
hat in Schaffhausen solche
Sammler gesehen und nach deren Vorlage ein ähnliches Produkt konstruiert. Gefertigt wurden die Sammler dann in einer
lokalen Schlosserei.
Zehn Stück hat Stadtgrün seit
diesem Frühling in den wichtigsten Grünanlagen aufgestellt. «Es

Fussballer sind erzürnt
über Fritschis Pfadi-Geste
ist ein Versuch», sagt Kunz. «Wir
werden im Lauf der Saison die
Wirkung beurteilen und über das
weitere Vorgehen entscheiden.»
Dem Chef selbst gefallen die
Eigenkonstruktionen jedenfalls
gut: «Ich persönlich finde die
Idee toll und freue mich vor allem
über die Initiative unserer Mitarbeiter.»
Michael Graf

«Es ist ein Versuch,
den Parkbenutzern die
korrekte Entsorgung
leicht zu machen.»
Vier Arme gegen Littering: Stadtgrün setzt auf den Pizzasammler. Marc Dahinden

So sehen die Perlen aus: Es gibt sie
rund oder in Tropfenform.
zvg

Seit einem Monat im Geschäft
Im Juni hätten sie ihr Angebot online geschaltet und seither bereits
mehrere Aufträge ausgeführt, sagt
Glättli: «Wir haben viel Lob und
Begeisterung ernten können.» Ihre Geschäftsidee haben die beiden
ebenfalls online gefunden: «Als
sich Rahel nach Elijahs Geburt in
Mütterforen umschaute, stiess sie
auf eine australische Firma, die
Schmuck aus Muttermilch anbot.» Im deutschsprachigen
Raum gebe es ähnliche Angebote,
«aber unser Design ist filigraner,
und die Materialien sind hochwertiger». So achte man darauf,
nur sogenanntes Green Gold mit
ethisch sauberer Herkunft zu verarbeiten. Und ja: Sie wollen ihr
Geschäft zum Erfolg mit rechtem
Einkommen bringen.
mgm

Beat Kunz,
Leiter Stadtgrün

PROTEST Der Fussballverband
der Stadt Winterthur hat kein
Verständnis dafür, dass der
Stadtrat die Handballer von
Pfadi finanziell unterstützt.
FDP-Stadtrat Stefan Fritschi
wusste, dass seine Zusage, die
massiven Schulden von Pfadi
Winterthur mit 100 000 Franken
zu entlasten, ein «Sündenfall» ist.
Und er musste ahnen, dass andere Sportvereine protestieren
würden. Dem ist nun so: Was bisher erst angetönt wurde, wurde
gestern laut und deutlich. Der
Fussballverband der Stadt Winterthur, dem zehn Vereine mit
rund 1000 Aktiven und mehr als
2200 Junioren und Juniorinnen
angehören, fordert «Fairplay bei
der Unterstützung». Es sei «unverständlich und nicht fair»,
schreibt der Vorstand des Fussballverbands, dass die Stadt nun
«einen Club besonders mit Direktzahlungen unterstützt».
Verbandspräsident Roger Inglin, der auch Präsident des FC
Phoenix Seen ist, sagt, er wünsche
sich vom Stadtrat «einen offenen
Dialog mit allen Sportvereinen»,
um die Finanzierbarkeit des
Sports gemeinsam angehen zu

können. Es gehe nicht an, einen
Handballclub mit einer Profimannschaft einseitig zu fördern,
wogegen Fussballvereine immer
neue Kosten etwa für Strom und
Abfallentsorgung tragen müssten.
Dem FCW entstehen dem Vernehmen nach Stromkosten von
rund 100 000 Franken pro Jahr.

Den Schuldenberg abtragen
Stadtrat Fritschi seinerseits hatte, als er den «Sündenfall» zugunsten von Pfadi bekannte, gesagt, er könne Kritik an diesem
Schritt nachvollziehen. Doch der
städtische Beitrag sei «relativ
klein» und diene als Katalysator,
um weitere, private Sponsoren zu
animieren, das Gleiche zu tun.
Pfadi hatte vor einem Jahr zugegeben, einen Schuldenberg von
1,5 Millionen angehäuft zu haben,
den man in vier Jahren abtragen
wolle. Die Stadt will ihren Beitrag
in vier Tranchen überweisen.
Die Fussballvereine wollen zudem in nächster Zeit versuchen,
den Fussball in der Lokalpolitik
wieder besser einzubringen. Andere Sportarten wie Handball,
Eishockey oder Unihockey seien
im Moment diesbezüglich besser
vernetzt, findet Inglin.
mgm


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