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DER GOLDSCHMIED

„Wenn ich was mache, dann mache ich’s ganz. Und perfekt.“

Hat sich Ihr Berufsbild
in den letzten Jahren
verändert?

Wer sind Sie
und warum?

Was mir immer wichtig war, ist: all das,
was ich mache, dass ich das mit Leidenschaft
mache. Und so gut mache wie es irgendwie geht.
Ich bin weniger der Typ der sagt „jetzt lass mal
schnell fertig machen und Feierabend“, sondern
wenn ich was mache, dann mache ich’s ganz.
Und perfekt. Und das ist eigentlich immer so,
egal ob ich jetzt den Kühlschrank putze oder
irgendwas anderes mache und so ist es eben
auch beim Goldschmieden. Also ich verstehe
mich weniger als Künstler und mehr als Handwerker, möglichst als perfekter Handwerker.


Also ich glaube, was allgemein ist ist, dass eine gewisse Sättigung am Markt ist, dass
viele junge Leute sehr Label-gesteuert sind und auch nicht
mehr sich selber die Treue bewahren. Früher war es oft so,
da hatte man seine Handwerker
und die hat man einmal getestet und wenn die gut waren und
das alles so gestimmt hat dann
hat man eben mit denen - wenn
nichts schlimmes vorgefallen ist
- mit denen weitergearbeitet bis
an sein Lebensende. Und heute ist es doch, glaube ich, viel
mehr so dass die Leute sprunghaft sind und mal hier schauen
und mal da schauen. Wenn die
Leute ein Mal sehr zufrieden
sind, dann heißt das noch lange nicht dass die beim nächsten
Mal auch wieder hier her kommen. Ich glaube das hat sehr zugenommen, dass man sich nicht
mehr so verbunden fühlt son-

dern allgemein schaut, was einem gefällt und wenn hier gerade irgendwas ist nimmt man das
und wenn da gerade irgendwas
ist nimmt man das. Und natürlich, was auch, glaube ich, in den
letzten Jahren sehr zugenommen
hat, ist der industriell gefertigte,
unechte Schmuck - Swarowski und sowas. Die Sachen sind
zum Teil wirklich gut gemacht
und sehen toll aus, ist natürlich
nicht echt und wenn man genau
hinschaut sieht man’s auch aber
die sind halt so vom Style und
der Qualität her ziemlich gut.
Und ich glaube das ist gerade
bei den jungen Leuten die nicht
viel Geld ausgeben wollen, die
kaufen sich dann lieber hier mal
was und da mal was, das hat
auch zu sehr genommen. Zum
Einen natürlich weil die Masse
einfach immer größer geworden ist und zum Anderen aber
auch damit man eben nicht so
viel Geld ausgeben muss. Was
vielleicht noch ist: die Konkurrenz aus Asien ist enorm.

2016
wurde
nach
Deutschland Schmuck
im Gesamtwert von
knapp 1.784 Millionen Euro importiert.
2008 waren es noch
1.010 Millionen Euro.

Warum
arbeiten
Sie?

„Wenn die
Leute einmal sehr
zufrieden sind, dann
heißt das noch
lange nicht dass die
beim nächsten
Mal auch
wieder hier
her kommen.“


Naja.. zum einen wegen der Notwendigkeit, natürlich, aber
zum anderen, ich bin kein Mensch der zu Hause sitzt und Däumchen dreht. Also schon einfach aus Drang, aus Spaß, letztendlich.
Gut, es gibt immer Zeiten wo man sagt „es könnte weniger sein“
und ne Woche Urlaub mehr, aber letztendlich: ich könnte nicht zu
Hause sitzen, ich würde immer arbeiten. Vielleicht jetzt nicht unbedingt nur im goldschmiedischen Bereich - es gibt auch viele andere
Bereiche, die mich interessieren würden - aber auf jeden Fall auch
in dem Bereich. Das ist ein schöner Beruf, man kann tolle Sachen
machen, schöne Sachen entwickeln, es gibt wunderschöne Steine
und wenn man ein bisschen Leidenschaft für
Steine hat, dann hat man
da auch seine Freunde
dran. Eben, oft ist es so,
ich sehe einen Stein und
dann stelle ich mir das
Schmuckstück darum vor.

Was können Sie
besser als andere?


Also ich glaube, dass ich
ein sehr guter Goldschmied bin,
handwerklich. Also einfach aus
dem, was ich in der ersten Frage schon gesagt habe, es ist eine
Leidenschaft von mir und es
ist mir wichtig; ich fühle mich
nicht gut dabei, wenn ich hier
Sachen rausgehen lasse, wenn
ich das Gefühl habe „naja..“,

damit kann ich schlecht leben.
Und mich in andere Menschen
einfühlen, das glaube ich, kann
ich auch sehr gut. Und andere
Menschen wahrnehmen, Befindlichkeiten von anderen Menschen wahrnehmen, das hat jetzt
aber nix mit dem Beruf zu tun.

gen auszuprobieren in der Welt,
auch auf die Nase zu fliegen,
und ich denke auch, jeder muss
sich mal die Finger verbrennen
oder sich schneiden oder was
weiß ich. Völlig egal. Aber nur
dann kann ich das selber erleben und meine eigenen Erfahrungen in mein Leben einbauen.
Was ich gerne verändern würde
wäre, dass die Leute wieder sozialer werden, alle mehr um sich
herum wahrnehmen. Das ist das

was ich schlimm finde, es geht
immer mehr auf das selbst zurück, ich drehe mich um mich
selbst. Trump, Le Pen, De Wilders, was weiß ich, wie sie alle
heißen. Das ist gruselig, finde
ich. Letztendlich ist das im Großen, was wir hier alle im Kleinen leben. Es gibt wenig Leute,
die wirklich andere Leute noch
wahrnehmen und versuchen,
sich rücksichtsvoll zu verhalten.

Wenn Sie eine
Sache an der
Welt ändern
könnten, was
wäre es?


Es ist eher Politik oder Philosophie.
Was für mich wichtig wäre, wenn ich
mein tägliches Leben
betrachte: Also einmal bin ich der Meinung, dass
alles in der Familie beginnt. Das
heißt, wenn ich für meine Kinder
nie da bin, dann muss ich mich
nicht wundern wenn die später
sehr, verbindungslos sind. Ich
bin eigentlich der Meinung, dass

der Grundstock
für
das gesamte
Leben letztendlich in
der
Kindheit gelegt wird. Wenn ich meine
Kinder sozial erziehe und versuche, ihnen zu erklären, warum
gewisse Dinge so und so sind,
beziehungsweise ich gewisse Regeln aufstelle und sie die
Möglichkeit haben, sich sozusa-

Henryk Schreiber ist gelernter Goldschmied und
führt sein eigenes Ladengeschäft im Grindelviertel in Hamburg.


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