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Gezielte Eingriffe in das Klima?
Eine Bestandsaufnahme der Debatte
zu Climate Engineering

Gezielte Eingriffe in das Klima?

Gezielte Eingriffe in das Klima?
Eine Bestandsaufnahme der Debatte
zu Climate Engineering

Herausgeber:
Wilfried Rickels, Gernot Klepper und Jonas Dovern
Autoren:
Gregor Betz, Nadine Brachatzek, Sebastian Cacean, Kerstin Güssow,
Jost Heintzenberg, Sylvia Hiller, Corinna Hoose, Gernot Klepper,
Thomas Leisner, Andreas Oschlies, Ulrich Platt, Alexander Proelß,
Ortwin Renn, Wilfried Rickels, Stefan Schäfer, Michael Zürn

Zitierung: Rickels, W.; Klepper, G.; Dovern, J.; Betz, G.; Brachatzek, N.; Cacean, S.; Güssow, K.;
­Heintzenberg J.; Hiller, S.; Hoose, C.; Leisner, T.; Oschlies, A.; Platt, U.; Proelß, A.; Renn, O.;
Schäfer, S.; Zürn M. (2011): Gezielte Eingriffe in das Klima? Eine Bestandsaufnahme der
Debatte zu Climate Engineering. Sondierungsstudie für das Bundesministerium für Bildung
und Forschung.

Vorwort
Die Bewältigung des Klimawandels ist eine Kernaufgabe des 21. Jahrhunderts. „Climate Engineering“ scheint hier auf
den ersten Blick einen neuen Ausweg zu eröffnen. Entsprechende technologische Verfahren erzielen in jüngster Zeit eine
erhöhte Aufmerksamkeit – insbesondere auf internationaler Ebene. Von einer großflächigen Erprobung oder gar Umsetzung ist Climate Engineering allerdings noch weit entfernt. Eine zuverlässige Bewertung der diskutierten Verfahren
ist überaus schwierig – nicht zuletzt aufgrund der Neuartigkeit, der ökologischen Eingriffstiefe und der weit reichenden
politischen und wirtschaftlichen Konsequenzen. Ob Climate Engineering eine Ergänzung zum Klimaschutz und zur Anpassung an nicht mehr vermeidbare Klimaveränderungen bilden könnte und sollte, ist noch völlig offen.
Climate Engineering wirft zahlreiche Fragen von grundsätzlicher Bedeutung auf: Welche Vorschläge sind wissenschaftlich
realistisch? Lassen sie sich technisch umsetzen und wie wirksam werden sie voraussichtlich sein? Mit welchen Wechselund Nebenwirkungen (z. B. im Klimasystem) müssen wir rechnen? Wie weit lösen sich Effizienzvorteile einzelner Verfahren bei einer umfassenden gesamtwirtschaftlichen Betrachtung auf? Wird Climate Engineering zur Belastungsprobe
für die Gesellschaft und die internationalen Beziehungen? Ist ein gezielter Eingriff in das Erdsystem ethisch überhaupt
zulässig bzw. verantwortbar?
Aus Sicht des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sind diese Fragen vorausschauend, wissenschaftlich fundiert und umfassend, d. h. unter Einbindung unterschiedlichster Perspektiven zu prüfen. Dazu hat das BMBF in
einem ersten Schritt ein unabhängiges Team von Wissenschaftlern beauftragt, den aktuellen Wissensstand zu Climate
Engineering zusammenzutragen, diesen auf der Grundlage ihrer fachlichen Expertise zu bewerten sowie Kontroversen
und Wissenslücken klar zu benennen.
Der vorliegende Bericht ist in seiner thematischen Breite und interdisziplinären Ausrichtung wegweisend. Er gibt der
öffentlichen Diskussion und der politischen Willensbildung zu Climate Engineering eine solide Wissensgrundlage und
Orientierungshilfen an die Hand. Er wird überdies dazu beitragen, Impulse für die internationale Debatte zum Umgang
mit Climate Engineering zu liefern.
Dabei muss aber auch klar sein, dass wir unsere Kompetenzen und Ressourcen uneingeschränkt der Reduktion des CO2Ausstoßes sowie der Anpassung an den unabwendbaren Klimawandel widmen müssen. Diese Bereiche werden auch weiterhin in der Forschungsförderung des BMBF entsprechende Priorität genießen.
Trotz der inhaltlichen Breite und der differenzierten Analyse dieses Berichts und der ergänzenden Einzelstudien sind
noch zahlreiche Fragen ungelöst. Bei einer weiteren, vertiefenden Forschung zu Climate Engineering geht es nicht darum,
den Einsatz entsprechender Technologien vorzubereiten. Sie sollte vielmehr klar mit dem Ziel verbunden sein, die Bewertungskompetenz zu diesem Thema zu erhöhen. Gefragt ist hier nicht nur eine naturwissenschaftliche Theorie- und
Modell­entwicklung. Zu bearbeiten sind insbesondere auch sozio-ökonomische Fragen, die das gesellschaftliche und internationale Konfliktpotenzial von Climate Engineering berücksichtigen. Dieser Diskussion darf die Politik nicht aus
dem Weg gehen.

Dr. Georg Schütte
Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung

Sondierungsstudie Climate Engineering

iii

Vorwort der Herausgeber
Climate Engineering – ein Sammelbegriff für großskalige technische Eingriffe in das Klimasystem der Erde – wird zunehmend als Option im Kampf gegen den anthropogenen Klimawandel diskutiert. Wie die Definition schon andeutet, hat
jeder Einsatz von Climate Engineering potenziell globale Auswirkungen: Weltweit würden das Klima und Ökosysteme
verändert, und damit die Umwelt ganzer Gesellschaften. Aus diesem Grund greift eine rein naturwissenschaftliche oder
ökonomische Analyse der Thematik viel zu kurz, gerade weil so viele Umweltmedien, Gesellschaften und menschliche
Lebensbereiche durch das Climate Engineering tangiert werden. Deshalb kann nur eine interdisziplinäre Herangehensweise, die auch die g
­ esellschaftlichen Aspekte einschließt, eine zufriedenstellende Analyse des Themas gewährleisten.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat im Frühjahr 2010 die hier vorgelegte interdisziplinäre
Sondierungsstudie zu Climate Engineering in Auftrag gegeben. Erarbeitet wurde die Studie von einem Konsortium bestehend aus sechs Projektteams unterschiedlicher wissenschaftlicher Disziplinen. Die Koordination des Projektes fand
am Kiel Earth Institut durch Wilfried Rickels, Gernot Klepper und Jonas Dovern statt. Die inhaltliche Zusammen­a rbeit
zwischen den Projektteams und die Verknüpfung verschiedener Aspekte der Climate-Engineering-Debatte erfolgt in der
Studie über Argumentkarten, welche die Vernetzung aller für die Debatte um das Für und Wider einer Erforschung oder
eines Einsatzes von Climate Engineering relevanten Argumente und Thesen ordnen. Diese Argumentkarten wurden
von Gregor Betz mit Sebastian Cacean (beide Karlsruher Institut für Technologie) auf der Basis ihrer Analyse der Struktur der Debatte zu Climate Engineering in wissenschaftlichen Publikationen und gesellschaftlichen Diskursen erstellt.
Grundlage jeder Einschätzung des Climate Engineerings bilden die technischen Zusammenhänge eines Einsatzes sowie
die physikalischen und biochemischen Reaktionszusammenhänge, die dadurch im Erdsystem ausgelöst werden. Diese
Bereiche wurden für die Studie von Jost Heintzenberg (Leibniz-Institut für Troposphärenforschung), Thomas Leisner
(Karlsruher Institut für Technologie und Universität Heidelberg) mit Ulrich Platt (Universität Heidelberg) und Corinna
Hoose (Karlsruher Institut für Technologie) sowie Andreas Oschlies (IFM-GEOMAR) bearbeitet. Gernot Klepper mit
Wilfried Rickels (beide Institut für Weltwirtschaft) haben die gesamtwirtschaftlichen Kosten und Effekte der verschiedenen Technologien analysiert. Aspekte der öffentlichen Wahrnehmung des Themas sowie Möglichkeiten für die Betei­
ligung der Öffentlichkeit an der Debatte über das Climate Engineering wurden durch Ortwin Renn mit Nadine Brachatzek
und Sylvia Hiller (alle Universität Stuttgart) untersucht. Dazu hat das Team unter anderem ein Gruppen-Delphi veranstaltet, um Expertenmeinungen zu sammeln. Aspekte des internationalen Rechts, die aufgrund des globalen Charakters des
Climate Engineering relevant sind, wurden für die Studie von Alexander Proelß (Universität Trier) mit Kerstin Güssow
(Christian-Albrechts-Universität, Kiel) analysiert. Schließlich wurden Fragen der zwischenstaatlichen Kooperation und
internationalen Regulierung des Climate Engineering durch Michael Zürn mit Stefan Schäfer (beide Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung) bearbeitet.
Die Abstimmung und Vernetzung zwischen den Teilnehmern erfolgte unter anderem auf insgesamt vier Workshops, die
in verschiedenen Stadien der Projektbearbeitung in Berlin, Bonn und Kiel stattfanden. Wir wollen uns in diesem Zusammenhang für die außerordentlich kollegiale und produktive Zusammenarbeit bei allen Projektpartnern sowie beim
­Projektträger im DLR und den Projektbetreuern beim VDI Technologiezentrum und BMBF bedanken.
Die vorliegende Arbeit ist die erste umfassende Studie zum Thema Climate Engineering, die in Deutschland vorgelegt
wird. Aufgrund des gewählten breiten interdisziplinären Ansatzes leistet sie auch eine umfassendere Erörterung des Themas als bereits verfügbare Studien, die bislang die wissenschaftlichen und politischen Debatten stark geprägt haben. In
diesem Sinne soll das Werk dazu dienen, den politischen Meinungsbildungs- und Entscheidungsprozess, aber auch die
Kommu­ni­kation des Themas in der Öffentlichkeit, auf eine breite, fundierte Basis zu stellen.

Wilfried Rickels, Gernot Klepper und Jonas Dovern

Sondierungsstudie Climate Engineering

iv

Inhaltsverzeichnis
Zusammenfassung für Entscheidungsträger ��������������������������������������������������������������������������������������������� 1
1 Klimapolitische Hintergründe und Aufbau der Sondierungsstudie ������������������������������������������������� 9
1.1 Gezielte Eingriffe in das Klimasystem: Climate Engineering ��������������������������������������������������� 9
1.2 Anthropogener Klimawandel �������������������������������������������������������������������������������������������������������������10
1.3 Verlauf der klimapolitischen Diskussion ��������������������������������������������������������������������������������������12
1.4 Climate Engineering als mögliche klimapolitische Option? ����������������������������������������������������13
1.5 Entwicklung der weltweiten CE-Debatte ��������������������������������������������������������������������������������������15
1.6 Zum Aufbau der Sondierungsstudie �����������������������������������������������������������������������������������������������17
2 Argumentationsanalyse der Gesamtdebatte ��������������������������������������������������������������������������������������22
2.1 Die Makrostruktur der Debatte �������������������������������������������������������������������������������������������������������� 24
2.2 Kritik der Forschung ����������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������27
2.2.1 Forschungsnebenfolgen �������������������������������������������������������������������������������������������������������27
2.2.2 Alternativlosigkeit ������������������������������������������������������������������������������������������������������������������28
2.3 Argumente für die Einsatzbereitschaft ����������������������������������������������������������������������������������������29
2.3.1 Effizienz- und Machbarkeitsüberlegungen ��������������������������������������������������������������������29
2.3.2 Geringeres-Übel-Argumentation ����������������������������������������������������������������������������������������30
2.3.3 Das 350ppm /2°C-Ziel ������������������������������������������������������������������������������������������������������������� 31
2.4 Argumente gegen Einsatz und Einsatzbereitschaft �����������������������������������������������������������������32
2.4.1 Risikoethik ��������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������32
2.4.2 Gerechtigkeitstheoretische Einwände ����������������������������������������������������������������������������33
2.4.3 Einsatznebenfolgen ��������������������������������������������������������������������������������������������������������������34
2.4.4 Geopolitische Einwände �������������������������������������������������������������������������������������������������������34
2.5 Direkte Begründungen des Forschungsverbotes ����������������������������������������������������������������������35
2.6 Querschnittsfrage: Priorität von Maßnahmen zur Emissionsvermeidung �������������������������35
2.7 Zusammenfassung der Argumentationsanalyse ����������������������������������������������������������������������36
3 Das Klimasystem der Erde und CE-Technologien ������������������������������������������������������������������������������� 37
3.1 Atmosphärenphysikalische Grundlagen und Klassifizierung von Climate Engineering � 37
3.1.1 Die Strahlungsbilanz der Erde �������������������������������������������������������������������������������������������� 37
3.1.2 Der menschliche Einfluss auf die Strahlungsbilanz ����������������������������������������������������39
3.1.3 Temperaturerhöhung durch Strahlungsantrieb �������������������������������������������������������������40
3.1.4 Kipppunkte im Klimasystem ����������������������������������������������������������������������������������������������� 41
3.1.5 Klassifizierung der Technologien �������������������������������������������������������������������������������������� 41
3.1.6 Grundsätzliche Nebenwirkungen von Radiation Management ����������������������������������42
3.2 RM-Technologien ����������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������44
3.2.1 Reflektoren im Weltall �����������������������������������������������������������������������������������������������������������44
3.2.2 Aerosole in der Stratosphäre ����������������������������������������������������������������������������������������������45
3.2.3 Modifikation von Zirruswolken �������������������������������������������������������������������������������������������46
3.2.4 Modifikation mariner Schichtwolken �������������������������������������������������������������������������������47
3.2.5 Modifikation der Erdoberflächenalbedo ��������������������������������������������������������������������������48
3.3 CDR-Technologien ��������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������49
3.3.1 Physikalische Verfahren zur marinen Kohlenstoffaufnahme �����������������������������������50
3.3.2 Chemische Verfahren zur marinen Kohlenstoffaufnahme ���������������������������������������� 51
3.3.3 Biologische Verfahren zur marinen Kohlenstoffaufnahme ���������������������������������������� 51

Sondierungsstudie Climate Engineering

v

Inhaltsverzeichnis

3.3.4 Chemische Kohlenstofffilterung aus der Luft (Air Capture) �������������������������������������53
3.3.5 Biologische Verfahren zur terrestrischen Aufnahme und Speicherung

von Kohlenstoff ����������������������������������������������������������������������������������������������������������������������54
3.4 Zusammenfassung naturwissenschaftlicher und technischer Aspekte ����������������������������55
4 Gesamtwirtschaftliche Kosten und Effekte �����������������������������������������������������������������������������������������57
4.1 Gesamtwirtschaftliche Kosten von CE-Technologien ����������������������������������������������������������������58
4.1.1 Kostenvergleich mit Emissionskontrolle �������������������������������������������������������������������������58
4.1.2 Betriebskosten �����������������������������������������������������������������������������������������������������������������������59
4.1.3 Preis- und Skaleneffekte �������������������������������������������������������������������������������������������������������63
4.1.4 Externe Kosten �����������������������������������������������������������������������������������������������������������������������64
4.2 Gesamtwirtschaftliche Effekte �������������������������������������������������������������������������������������������������������66
4.2.1 Substitutionalität von Emissionskontrolle und Climate Engineering ����������������������66
4.2.2 Climate Engineering als Risikovorsorge ��������������������������������������������������������������������������67
4.2.3 Bewertung langfristiger Auswirkungen ����������������������������������������������������������������������������68
4.2.4 Internationale Zielkonflikte �������������������������������������������������������������������������������������������������69
4.2.5 Strategische Vorteile von CDR ��������������������������������������������������������������������������������������������70
4.2.6 Intergenerationale Interessengegensätze ��������������������������������������������������������������������70
4.2.7 Erforschung von Climate Engineering ������������������������������������������������������������������������������� 71
4.3 Implementierung von CE-Maßnahmen ������������������������������������������������������������������������������������������� 71
4.3.1 Die Rolle der Skalen ���������������������������������������������������������������������������������������������������������������� 71
4.3.2 Instrumente für einen CE-Einsatz �������������������������������������������������������������������������������������72
4.4 Zusammenfassung der gesamtwirtschaftlichen Aspekte �����������������������������������������������������73
5 Gesellschaftliche Risikodiskurse und Öffentlichkeitsbeteiligung �������������������������������������������������77
5.1 Gesellschaftliche Risikowahrnehmung ����������������������������������������������������������������������������������������77
5.2 Gesellschaftliche Risikodiskurse und -wahrnehmung in Literatur, Medien

und Öffentlichkeit ��������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������79
5.2.1 Sozialwissenschaftliche Literatur �������������������������������������������������������������������������������������79
5.2.2 Medien ����������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������80
5.2.3 Stakeholder �������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������82
5.2.4 Öffentliche Wahrnehmung ����������������������������������������������������������������������������������������������������84
5.3 Ergebnisse des Experten-Delphi ����������������������������������������������������������������������������������������������������86
5.3.1 Konfliktpotenzial ��������������������������������������������������������������������������������������������������������������������86
5.3.2 Vergleichbarkeit mit anderen Technologiediskursen ��������������������������������������������������88
5.3.3 Partizipationsmöglichkeiten der Öffentlichkeit im Konfliktfall �������������������������������89
5.3.4 Entwicklung von Kommunikations- und Diskursstrategien ��������������������������������������90
5.4 Zusammenfassung gesellschaftlicher Aspekte ������������������������������������������������������������������������� 91
6 Instrumente und Institutionen des internationalen Rechts �������������������������������������������������������������95
6.1 Bereichsübergreifende Instrumente ����������������������������������������������������������������������������������������������96
6.2 Völkerrechtmäßigkeit spezifischer CE-Maßnahmen �����������������������������������������������������������������98
6.2.1 Völkerrechtmäßigkeit von RM-Maßnahmen �������������������������������������������������������������������98
6.2.2 Völkerrechtmäßigkeit von CDR-Maßnahmen �������������������������������������������������������������� 105
6.3 Vorgaben des Völkergewohnheitsrechts ����������������������������������������������������������������������������������� 110
6.4 Allgemeine Vorgaben zur Haftung im Völkerrecht ������������������������������������������������������������������� 111
6.5 Künftige Entwicklungen ����������������������������������������������������������������������������������������������������������������� 112
6.6 Zusammenfassung der Aspekte des internationalen Rechts ���������������������������������������������� 115

Sondierungsstudie Climate Engineering

vi

Inhaltsverzeichnis

7 Internationale Koordination und Regulierung ����������������������������������������������������������������������������������� 119
7.1 Internationale Kooperationsanforderungen für Forschung und Einsatz ������������������������� 121
7.2 Soziale und politische Nebenfolgen uni- oder minilateraler Politiken ������������������������������� 124
7.3 Vorschläge für das institutionelle Design einer multilateralen Regulierung ������������������� 128
7.4 Anforderungen an eine internationale Regulierung �������������������������������������������������������������� 130
7.5 Zusammenfassung der Aspekte internationaler Koordination und Regulierung ���������� 132
8 Zusammenfassende Betrachtung und Implikationen �������������������������������������������������������������������� 135
8.1 Fragestellungen für eine Bewertung von Climate Engineering ������������������������������������������� 136
8.1.1 Sollten CE-Technologien eingesetzt werden? ������������������������������������������������������������� 136
8.1.2 Sollten CE-Technologien erforscht werden? ���������������������������������������������������������������� 147
8.2 Bedeutung der bisherigen Befunde für die Bewertung einzelner CE-Technologien ������ 153
8.2.1 RM-Technologien ������������������������������������������������������������������������������������������������������������������� 153
8.2.2 CDR-Technologien ���������������������������������������������������������������������������������������������������������������� 154
8.3 Schlussbetrachtung ������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������� 156
Literaturverzeichnis �������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������������� 161

Sondierungsstudie Climate Engineering

vii

Zusammenfassung für
Entscheidungsträger
Clim ate Engineering: Ge zielte Eingriffe in da s Klim a sys tem

Climate Engineering umfasst sowohl Technologien zur ursächlichen Rückführung als auch Technologien zur symptomatischen Kompensation des anthropogenen Klimawandels. Die ersten
werden als Carbon Dioxide Removal (CDR) bezeichnet, da die atmosphärische CO2-Konzentration
gesenkt wird; die zweiten werden als Radiation Management (RM) bezeichnet, da die Strahlungsbilanz und damit die Temperatur direkt beeinflusst wird. CDR-Technologien zielen darauf ab durch
biologische, chemische oder physikalische Prozesse atmosphärisches CO2 durch den Ozean
oder die terrestrische Biosphäre aufnehmen zu lassen bzw. direkt geologisch zu speichern. Bei
RM-Technologien wird entweder die kurzwellige Sonneneinstrahlung auf die Erde reduziert bzw.
deren Reflektion erhöht oder die langwellige thermische Abstrahlung ins Weltall erhöht.
S ta nd der Diskussion zu Clim ate Engineering

Die Forschung und die gesellschaftliche Diskussion über Climate Engineering befinden sich in
einem frühen Stadium. Während Climate Engineering in der Öffentlichkeit so gut wie unbekannt
ist, konzentriert sich die Debatte weitgehend auf einen kleinen Kreis überwiegend akademischer
Teilnehmer und einige Vertreter von Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und
aus der Politik. Die Forschung zu Climate Engineering, die mit sehr allgemeinen Betrachtungen
zur Manipulation der Strahlungsbilanz begonnen hatte, umfasst mittlerweile auch die spezifische
Erforschung konkreter Technologien. Die bisherige Forschung zeigt, dass CDR- und RM-Technologien
bezüglich ihrer Wirkungsweise und Effizienz, aber auch bezüglich ihrer gesellschaftlichen Aspekte
sehr unterschiedliche Charakteristika besitzen und deshalb unterschiedlich zu bewerten sind.
Dimensionen der Debat te zu Clim ate Engineering

Die aktuelle Debatte über Climate Engineering ist weitaus komplexer und vielschichtiger, als die
Mehrzahl der wissenschaftlichen Publikationen vermuten lässt. Für ein Verständnis der Komplexität, die mit der Erforschung und dem Einsatz von Climate Engineering verbunden sind, ist es
erforderlich, die sehr unterschiedlichen Argumente, welche für und wider Climate Engineering
vorgebracht werden, zu sammeln, zu strukturieren und zueinander in Bezug zu setzen. Zugunsten
des Einsatzes bzw. der Einsatzbereitschaft werden drei Argumente angeführt: CE-Technologien
seien effizienter als die herkömmliche Emissionskontrolle; ohne sie ließen sich ambitionierte
Klimaziele nicht erreichen; und sie seien als Notfalloption erforderlich, sollte es zu dem in der
UNFCCC beschriebenen katastrophalen Klimawandel kommen.
Gegen den Einsatz sprechen neben Bedenken an der Wirksamkeit und möglicherweise mangelnden ökonomischen Effizienz solcher Technologien auch risikoethische, gerechtigkeitstheore­
tische sowie eine Reihe weiterer grundsätzlicher (z. B. religiöser) Argumente. Entsprechend
wird gefordert, dass die Einsatzbereitschaft einer CE-Technologie die Erforschung aller damit
verbundenen Konsequenzen voraussetzen sollte. Nebenfolgen der Forschung und ethische Prinzipien (wie das Verursacheprinzip) werden als Einwände gegen CE-Forschung geltend gemacht.
All diese Argumente setzen neben normativen auch verschiedene empirische Annahmen voraus,
die sich im Prinzip wissenschaftlich prüfen lassen. Wissenschaftliche Resultate können somit
die CE-Debatte informieren, können aber nicht alleine Grundlage für die Entscheidung für oder
gegen Climate Engineering sein.

Sondierungsstudie Climate Engineering

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