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M. Köbele

Der Zehnte

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RSW 102 Die Opfer kleiner Kinder werden Gott annehmbar und wohlgefällig sein. In Übereinstimmung mit dem Geist, der zu den Gaben antreibt, wird der Wert des Opfers sein. Die Armen, die die
Regel des Apostels befolgen, indem sie jede Woche eine kleine Summe zurücklegen, tragen mit
dazu bei, die Schatzkammer zu füllen, und ihre Gaben sind Gott angenehm, denn sie bringen geradeso große, ja sogar größere Opfer als ihre bessergestellten Brüder. Der Plan systematischer
Wohltätigkeit wird sich jeder Familie als Schutz gegen die Versuchung, Mittel für nutzlose Dinge
auszugeben, erweisen, und besonders wird er sich zum Segen der Reichen auswirken, indem er sie
vor Verschwendung bewahrt.
RSW 102 Jede Woche werden die Forderungen Gottes an jede Familie in die Erinnerung aller gebracht, damit sie seinen Plan völlig durchführen mögen, und wenn sie sich selbst manche überflüssigen Dinge verwehrt haben, um Mittel für die Schatzkammer zu erübrigen, dann wurden ihren
Herzen wertvolle Lektionen der Selbstverleugnung zur Ehre Gottes eingeprägt. Einmal in der Woche wird ein jeder seinen Handlungen gegenübergestellt - seinem Einkommen, das er haben würde, wenn er sparsam gewesen wäre und den Mitteln, die er nicht hat, weil er den Forderungen
seiner Wünsche nachgab. Sein Gewissen wird sozusagen vor Gott zur Rechenschaft gezogen, entweder rechtfertigt oder verdammt es ihn. Er lernt, dass, wenn er Seelenfrieden und die Gunst Gottes erhalten will, so muss er essen, trinken und sich kleiden zu Gottes Ehre. 3T 412.

2 Bibellexikon (Elberfelder)
2.1 Der Zehnte
I) Z. sind einmalige Abgaben von der Kriegsbeute (1Mo14,20) oder regelmässige, meist jährliche
Abgaben von Ernten und Einkünften an das Heiligtum (3Mo27,30–33) oder den König
(1Sam8,15.17; vgl.® Abgaben II,1) und umfassen jeweils 1/10 des betreffenden Besitzes oder Einkommens. Sie waren auch ausserhalb Israels, etwa bei Phöniziern und Karthagern, Neubabyloniern, Persern, Arabern, auch bei Griechen und Römern bekannt; schon Abraham gab den Zehnten
von seiner Beute an Melchisedek (1Mo14,20; Hebr7,4), und Jakob gelobte ihn dem Herrn von seinem ganzen Erwerb (1Mo28,22).
II) 1) Das Gesetz schreibt vor, dass Israel dem Herrn den Zehnten »vom Ertrag des Landes und den
Früchten der Bäume« (3Mo27,30) wie von den Rindern und Schafen (V. 32; vgl. 2Chr31,6) geben
soll, und diese Z. sollen dem Herrn heilig sein. In 4Mo18,30 heisst der Getreide- und FrüchteZehnte» Ertrag der Tenne und der Kelter«; verZehntet wurde demnach das gedroschene Getreide, der
gekelterte Most (® Wein) und das ausgepresste Öl (vgl. 5Mo12,17). Diese Naturalabgabe konnte
auch gelöst, d.h. durch eine Geldgabe ersetzt werden, nur musste deren Betrag um 1/5 des Wertes höher sein (3Mo27,31).
Der ViehZehnte wurde so bestimmt, dass man die Tiere der Herde einzeln unter dem Hirtenstab
hindurchgehen liess und jedes Zehnte Tier aussonderte, wobei (im Gegensatz zum Opfertier;
3Mo22,19f) gleichgültig blieb, ob es fehlerlos war oder nicht (3Mo27,32f). Ein Auswechseln dieser
Tiere war verboten, wo es doch geschah, fielen beide, das urspr. bezeichnete und das an seine
Stelle getretene Tier, dem Herrn zu (V. 33).
2) Die ® Leviten erhielten nach der Einnahme Kanaans nur Städte als Wohnsitze für sich mit den
Vorstädten für ihr Vieh (4Mo35,2–5; Jos21,2f), aber keinen Landbesitz. Als Ersatz dafür fielen
ihnen alle Zehnten in Israel zu (4Mo18,21.24), von denen sie wieder den 10. Teil an die Priester