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kfm Gesprächskreisvotum zum Bischofsbericht 2018 .pdf



Original filename: kfm-Gesprächskreisvotum zum Bischofsbericht 2018.pdf
Title: Microsoft Word - Gesprächskreisvotum Bischofsbericht 2018.docx
Author: Matthias.Boehler

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Gesprächskreis-Votum zum Bischofsbericht 2018 von Kirche für morgen
08.03.2018 /Matthias Böhler

Anrede
Die Herbsttagung hat Spuren hinterlassen. In den letzten Wochen stellen wir
Störungen im Umgang miteinander fest. Vertrauen ist zerbrochen. Die WegGemeinschaft „Synode“, unser Anspruch gemeinsam unterwegs und im Gespräch zu
sein, in der Verschiedenheit einig zu werden, ist massiv in Frage gestellt.
Der Blick auf die Geschichte der beiden Jünger auf dem Weg von Jerusalem nach
Emmaus ist in dieser Situation provokativ und herausfordernd zugleich. Eine WegGeschichte, die uns zunächst vor allem eine Frage aufdrängt: Warum erkennen sie ihn
nicht?
Was blockiert uns im Blick auf das Wesentliche? Warum sind wir so sehr auf das fixiert
was uns geprägt hat, auf das was hinter uns liegt? Warum fällt es uns so schwer,
eigene Denkmuster zu hinterfragen und sich auf anderes/neues einzulassen?
Von Gott angesehen – einander sehen
Das Thema unter das Sie, lieber Herr Landesbischof, ihren Bericht gestellt haben hilft
uns ganz grundsätzlich darüber nachzudenken, wie wir unser Zusammenleben und
Zusammen-Glauben in dieser Kirche gestalten möchten. Es geht um die zentrale und
existenzielle Frage nach unserem Kirchenbild.
Sie formulieren dazu:
Zitat (Z.144ff): „Kirche ist mehr als eine Filterblase Gleichdenkender. Kirche als
Beziehungsraum der Gnade. (Z. 154
Sehr gut! Bei diesen Sätzen klingeln uns von Kirche für morgen die Ohren. Da sind
wir ganz nah beieinander! Im letzten Jahr haben wir ein Papier vorgelegt, das unser
Kirchenbild beschreibt. Der Titel: „Kirche als Beziehungsgeschehen“. Inspiriert von
Begegnungen mit der anglikanischen Kirche sprechen wir darin von vier BeziehungsDimensionen von Kirche: OUT (wir wenden uns der Welt zu), IN (wir wenden uns
einander zu), OF (wir wenden uns der weltweiten Kirche zu) und UP (wir wenden uns
Gott zu).

Im Laufe ihres Berichts gehen Sie auf alle diese von uns formulierten vier
Dimensionen ein.
Lassen Sie mich deshalb im Folgenden Ihre eingebrachten Impulsen mit unseren
Anmerkungen verstärken und ergänzen.
1. Wir wenden uns der Welt zu (OUT)
Sie nennen die Schwerpunktthemen „Familie stärken“ und die „Digitalisierung“.
Sie sagen: „Unser Auftrag als Christinnen und Christen ist universal und schließt keine
Gruppe der Gesellschaft aus.“
Für Kirche für morgen ist klar, Gemeinde ist nicht für sich selbst da. Gemeinde lebt im
Horizont des Reiches Gottes, ist gesandt in die Welt, „Gemeinschaft der berufenen
Zeugen“ (Karl Barth), die in Wort und Tat das weitergibt, was sie selbst von Gott
empfangen hat. Die Zuwendung zur Welt umfasst die ganze Schöpfung. Diakonisches
Handeln, Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sind
Teil ihrer Aufgabe bzw. Mission.
2. Wir wenden uns einander zu (IN)
Sie sprechen von der Herausforderung „sich nicht mit einer auf das eigene Milieu und
Klientel verengten Sichtweise zufrieden zu geben […] (Z. 104ff)
Beim Thema „Segnung gleichgeschlechtlicher Paare“ wird es deutlich. Sich einander
zuwenden ist ständige Verpflichtung! Diese Haltung schließt das „einander vergeben“
ein. Das Thema ist nicht erledigt. Wir begrüßen und unterstützen ihre Anstrengungen,
in dieser Frage sehr bald eine Lösung zu erreichen.
Aber auch bei vielen anderen Themen brauchen wir die Fokussierung auf eine Haltung
des gegenseitigen Respekts und der Anerkennung.
Nach wie vor streiten wir im Strukturausschuss über die Vielfalt von Gemeindeformen.
Es schmerzt uns, wenn dieses Thema so mir nichts dir nichts unter dem Stichwort
„freikirchliche Tendenzen“ vom Tisch gefegt wird. Dahinter stehen Menschen, die ein
ernsthaftes Interesse an unserer Landeskirche haben! Verengte Sichtweisen?
Theologische Gleichfarbigkeit? Gemeinde lebt für uns im vielfachen „miteinander“. Es
gibt nicht eine Form für alle, sondern unterschiedliche Arten von Beziehung, Nähe und
Distanz. Da nehmen wir Sie beim Wort, lieber Herr July. Wer Vielfalt will muss auch im
Oberkirchenrat bereit sein, eine „auf das eigene Milieu verengte Sichtweise“ zu
überdenken.

3. Wir wenden uns der weltweiten Kirche zu (OF)
Sie beginnen ihren Bericht mit dem Thema Ökumene. Als Teil der weltweiten Kirche
glauben wir, dass der Heilige Geist eine heilige, allgemeine und umfassende Kirche
schafft. Die Liebe zur Tradition, zur Wurzel, die uns trägt, aber auch die konkrete
Vernetzung der Christen heute und ihre Zusammenarbeit prägen die Gemeinde,
gehören zum Wesen jeder Kirche. Das Fremde ist spannend, regt zum Widerspruch
an, kann damit aber auch sehr fruchtbar sein. Für Kirche für morgen waren die
Begegnungen mit unseren Geschwistern der anglikanischen Kirche seit unserer
Gründung sehr prägend. Durch diesen Austausch kam ist die fresh ex-Bewegung nach
Deutschland oder der Gemeindekongress 2.0 ist entstanden.
Für Jesus hängt unsere Glaubwürdigkeit nach außen an unserer gelebten Einheit
untereinander. Und nicht zuletzt formulieren Sie: „Einheit ist nötig, weil wir
gemeinsame Gaben und Aufgaben haben, die keine Zersplitterung unserer Kräfte
dulden“ (Zeil 613f.)
4. Wir wenden uns Gott zu (UP)
„Da wurden ihnen die Augen geöffnet“. In der Zuwendung zu Gott bekommt die
Geschichte der Emmausjünger eine Wendung. Der Blick öffnet sich. Hoffnung weicht
der Niedergeschlagenheit.
Lieber Herr July, sie empfehlen: „Manchmal wird es uns gut tun, wieder innezuhalten
und vor allem betende und hörende Kirche zu sein.“ (Zeile 116-119)
Die Zuwendung zu Gott zeigt sich in der Kirche darin, dass Menschen auf der Suche
nach Gott sind. Sie fragen nach Gott, hören auf Gott und antworten auf sein Wort. Wir
treten mit ihm in eine Beziehung, leben im Hören und Fragen nach Gott und erhalten
von daher unsere Berufung und Platzanweisung in der missio dei.
In diesem Sinne freuen wir uns auf den Schwerpunkttag der Landessynode im
Sommer in Ulm mit dem Thema „Geistlich leiten - vom Geist geleitet“.
In Christus wird Gottes Liebe zu uns und zur Welt unüberbietbar konkret. Diese Liebe
geht allem menschlichen Handeln und somit allen vier Dimensionen voraus und
begründet sie.

Die Frage nach unserem Bild von Kirche ist dran und überfällig! Sie, lieber Herr
Landesbischof, haben uns dazu heute wichtige Impulse gegeben. Vielen Dank dafür!
Wir haben das unsere dazu gelegt und freuen uns über anregende Diskussionen.
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit.


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