Pressemitteilung Planungsverfahren Ferdinandplatz .pdf

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Author: Schiller Stefan

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PRESSEMITTEILUNG
Gestaltungswettbewerb Planungsverfahren Bebauung Ferdinandplatz

Mit der Bebauung des Ferdinandplatzes wird sich nach Jahrzehnten vergeblichen Wartens
eine der letzten innerstädtischen Nachkriegsbrachen mit Interimslösung als Großparkplatz
schließen.
Mit dem Bau des Neuen Technischen Rathauses erwächst der
Landeshauptstadt als Bauherrin allerdings auch die Aufgabe, in Bezug auf Form und Inhalt
ein besonderes Maß an Sensibilität zu zeigen. Dies gilt zum einen für die Vorgabe der
architektonischen Leitlinien, ebenso, wie für den Kommunikationsund
Partizipationsprozess bürgernahes Handelns.
Das heißt, auch wenn es sich um einen dringend benötigten Verwaltungsbau handelt,
möchten wir als Bürgerinitiative anmahnen, dass es hier sorgsam zwischen
unterschiedlichen Interessen abzuwägen gilt und es deshalb als notwendig betrachtet
werden muss, die Bürger als Kooperationspartner für den Planungsprozess mit ins Boot
zu holen.
Dies erscheint uns gerade vor dem Hintergrund geboten, da aus Zeitmangel ein
Generalunternehmer sowohl Planung, als auch die Bauleitung übernehmen soll und wir
hier - an zentraler innerstädtischer Stelle - anspruchsvolle Qualitätsmerkmale in
Architektur und Ausführung gesichert wissen möchten.
Die Pläne für den Neubau des technischen Rathauses wurden bereits in Ortsbeiräten und
anderen Gremien vorgestellt, im März d.J. wird der Stadtrat dann entscheiden.
Die Vorabauswahl soll aus fünf Anbietern erfolgen, die ihre Entwürfe für den Neubau
vorgestellt haben, für Detailfragen wurde durch Baubürgermeister Herrn SchmidtLamontain bereits eine Bürgerbeteiligung vorgeschlagen. Wir begrüßen dieses Ansinnen,
möchten aber anmerken, dass eine Debatte auf breiter inhaltlicher Basis geführt werden
sollte. Eine Bürgerbeteiligung, bei der es lediglich um Detailfragen geht, kann einer
ganzheitlichen, anspruchsvollen Aufgabenstellung unserer Meinung nach nicht genügen.
Wir fordern daher den Baubürgermeister und den Bauausschuss auf, die eingereichten
Planungsvorschläge den Dresdnerinnen und Dresdnern bereits jetzt zur Offenlage
zugänglich zu machen. Von der Herangehensweise eines Wettbewerbsverfahrens könnte
das laufende Verfahren zur Gestaltung des Königsufers (ggf. in modifizierter Form) auch
für den Ferdinandplatz als Leitlinie dienen.
Als wesentlich erscheint uns nochmals darauf hinzuarbeiten, dass es keine interne VorabEntscheidung von Seiten der Stadt geben darf. Eine institutionalisierte Jury, die ohne die
Meinungslage der Bürger zu erfassen, einen modernistischen Entwurf erzwingt, ist
ebenfalls abzulehnen. Stattdessen möchten wir zu einer offenen und fairen Debatte

anregen, die im Rahmen echter Bürgerbeteiligung, volle Transparenz in allen
Planungsverfahren gewährt, echte Partizipation ermöglicht und Gestaltungsmaxime orientiert an den von uns entwickelten Leitlinien zur regionaltypischen Bauweise - für die
Teilnehmer des Fassadenwettbewerbes vorgibt.
Das städtebauliche Konzept - die Baumassenstudie von Barcode-Architects - begrüßen
wir, den darin enthaltenen Ansatz zur Fassadengestaltung (überdimensionierte und relativ
einheitlich monotone Glasfassaden) lehnen wir jedoch ab, da er als Grundlage für eine
dem Ort angemessene Erscheinungsform als ungeeignet erscheint und dem
angeschlossenen Platz wenig Individualität im Sinne des „Genius loci“ verspricht.
Mit einem eigenen Konzept zur Fassadengestaltung des Ferdinandplatzes möchten wir
gemäß unseren Gestaltungsleitlinien zur regionaltypischen Architektur Dresdens einen
konstruktiven Beitrag zur Anregung leisten und die Verantwortlichen ermutigen, diese
Chancen zu nutzen.
Das StadtbilDD-Team

Dresden, 10. März 2018

Visualisierung: Lizenzfrei, mit freundlicher Genehmigung durch Patzschke-Architekten


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