Pressebericht Zwischenbilanz Schlossplatz .pdf

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SCHLOSSPLATZKULTUR 2020
Ein autofreier Platz für alle
Initiative „Schloss Platz Kultur 2010“ zog Zwischenbilanz / Bebauung nur am Rand
/ Schlossplatzkonferenz geplant
Münster. Für sie ist der Schlossplatz ein ungeschliffener Diamant, der eine
Fassung braucht. Ein Platz, der erheblich unter Wert verkauft wird. Am
Donnerstagabend nun stellte die unabhängige Initiative „Schloss Platz Kultur
2020“ um Kaufmann Ulrich Krüger einem aufmerksam zuhörenden Publikum aus
Politik und Stadtgesellschaft, darunter Oberbürgermeister Markus Lewe und
Regierungspräsidentin Dorothee Feller, ihren ersten Zwischenbericht vor. Bei fünf
Runden Tischen waren historische und planerische Entwicklungen aufgearbeitet,
Experten befragt, Potentiale im Umfeld abgeklopft worden.
Architekt Stefan Rethfeld und Pastoralreferent Marius Stelzer zogen die
Halbzeitbilanz. Der Schlossplatz müsse ein (Fest-)Platz für die Bürgerinnen und
Bürger bleiben, dessen Zentrum durch eine Tiefgarage autofrei zu ziehen und
landschaftlich zu gestalten sei. Nur der Randbereich eigne sich als Baufeld für
kulturelle Einrichtungen. Mit ins Kalkül gehöre der Schlossgarten und die
vierspurige B 54. Lewe und Feller begrüßten ausdrücklich, auch das Umfeld der
Stadt und der Universität einzubeziehen. So schlägt die Initiative vor, Flächen und
Gebäude von Bund, Land und Stadt wie die Bereiche Kalkmarkt, Lindenhof und
Georgskommende in Wert zu setzen und den Schlossgarten zum Beispiel mit einem
Wasserkonzept und neuen Wegeführungen aufzuwerten.
Markus Lewe unterstrich, dass die Stadt den Schlossplatz als einen Identitätspunkt,
einen Ort der Entschleunigung, brauche. Auch für den Send gebe es keine
Alternative. Doch Potentiale seien nicht ausgeschöpft. Bei der Lösung der
Verkehrsfrage müsse Sorge getragen werden, dass die Dominanz des Autos die
Lebensqualität nicht beeinträchtige.
Dem schloss sich eine angeregte und anregende Diskussion an. So kam aus dem
Publikum der Vorschlag, die Frauenstraße „aus ihrem Dasein als Mauerblümchen zu
befreien“ und als Fußgängerzone mit direktem Blick aufs Schloss zu gestalten und
die Aufforderung auch an Entscheidungsträger „endlich Nägel mit Köpfen zu
machen“. Götz Alsmann, Musiker und überzeugter Münsteraner, warnte vor
„Sternstunden der Ödnis“, die dann allzu leicht entstünden, wenn eine
Platzgestaltung von innen nach außen entwickelt werde. Erst der umgekehrte Weg
bringe die gewünschte Belebung mit sich. Dabei, so Hans-Werner Gummersbach,
spiele es mit Blick auf die Besucherfrequenz eine große Rolle, was inhaltlich geplant
sei. Das Thema Bildung berge die Möglichkeit in sich, den Ort von morgens bis

abends zu bespielen. Carola Möllemann-Appelhoff (FDP) warf in die Waagschale, vor
einer Bebauung des Schlossplatzes frühzeitig zu klären, ob der Musikcampus an der
Hittorfstraße kommt. Schausteller Fritz Heitmann erinnerte daran, dass mancher
Plan gescheitert sei, weil er ökonomisch nicht darstellbar war. Ohne die öffentliche
Hand sei nichts zu realisieren. Auch fühlten sich die Bürgerinnen und Bürger bei der
Diskussion um den Bau eines Kulturforums Anfang der 2000er Jahre nicht
mitgenommen. Der Schlossplatz müsse ein Ort der Begegnung sein, der die
Menschen zusammenbringe und eine Einheit mit der Stadt bilden. Otto Reiners
(Grüne) begrüße die ganzheitliche Betrachtung und Theo Strässer (SPD) plädierte
dafür „endlich Klarheit zu schaffen“ auch darüber, ob der Schlossplatz baulich auf
Funktion zu orientieren sei oder nicht.
Die Initiative betonte, dass sich nur gemeinsam ein Weg finden lasse. Um Ideen
zusammenzuführen regte sie für den Sommer eine Schlossplatzkonferenz an, die
auch Nachbarn und Nutzer an einen Tisch bringt.

Pressetext Schlossplatzkultur 2020
Bruni Frobusch


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