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begeistert von dem Gedanken und führte von interessierter Seite, statt der notwendigen Diskussion ein Ablenkungsmanöver durch. Die Ein-Kind-Politik sei antiliberal, übergriffig und genau
genommen eben keine Erfolgsgeschichte. Konservative fanden, daß sie weiterhin fruchtbar sein
dürfen sollten, um sich zu mehren und die Institution Familie zu erhalten. Progressive wollten
sich das ureigene Recht auf selbstbestimmte Reproduktion nicht absprechen lassen. Alles sehr
gute Gründe, die Ein-Kind-Politik abzulehnen. Auch die Gegenseite meint, viele gute Gründe zu
haben: Überbevölkerung, Ressourcenverschwendung, Umweltzerstörung und vieles mehr. Der
Planet sei begrenzt – auch für unkontrolliertes Wachstum hatte man schon einen Namen: Krebs.
Wo die Überbevölkerung tatsächlich stattfindet, darüber will niemand sprechen, man könnte den
Gründen ja zu nahe kommen.
1984 zog Hoimar von Dittfurth Bilanz: Seit Jahrzehnten „weltweit jährlich 40 Millionen Hungertote. Ein nur noch in Megatonnen ausdrückbares Produktionsvolumen an menschliches Aas.
Solche Größenordnungen haben selbst Hitler und Stalin gemeinsam nicht zuwegegebracht. Das
ist die Proportion, um die es sich handelt“. 2 Es ist keine westliche Größenordnung, sondern die
der Dritten Welt. Es war die afrikanische Proportion. Und damit steht fest, wo die Ein-Kind-Politik dringend notwendig ist. Doch um weiter Raum für die Invasoren zu schaffen, sollen die in
Einehe lebenden Europäer den fortpflanzungswütigen Bigamisten der Dritten Welt ihre Länder
zum Fraß vorwerfen, die schon bald zu solchen übervölkerten Dreckslöchern verkommen wären,
aus denen die Invasoren „flüchten“.
Das verarmte Afrika ist, anders als das halbwegs vermögende Europa, ein reicher Kontinent, der
keinerlei Spenden braucht: Reich an Rohstoffen, Bodenschätzen, Energiereserven und, wie alle
Länder der Dritten Welt, zu „reich“ an einem Überhang gedanken- und rücksichtslos produzierter junger Männer (youth bulge), die ihren Platz in der eigenen Gesellschaft fordern, aber nicht
finden! Die Demographie ist neben dem afrikanischen Tribalismus eines der erdrückensten Probleme Afrikas und für Deutschland wie Europa auch ein existentielles. Es braucht seit 66 Jahren
nachprüfbare Geburtenkontrolle, die diesen Namen verdient, man ist aber auf beiden Seiten, der
der Geber und der Nehmer, teils unfähig, teils unwillig, die Probleme zu lösen! So sieht afrikanische Realität aus und läßt auch gewisse Rückschlüsse auf intellektuelle Defizite zu:
„‚Im Januar 2001 starben täglich 1.500 Südafrikaner an Aids, im April waren es bereits
1.800 am Tag‘ ... ‚Aber Aufklärungsposter, Fernsehspots oder das Verteilen von Kondo-men
reichen nicht aus.‘ Zu wenige Leute würden auf diese Weise erreicht, zu viele beherr-schten
existentielle Schutztechniken nicht. ‚Ein Familienvater, dem der Kondomgebrauch anhand
eines Besenstiels erklärt worden war, hat künftig vor jedem Beischlaf ein Kondom über
einen Besenstiel gezogen, ein anderer hat stets die Spitze des Gummis abgeschnitten - damit
es nicht abrutscht.‘ Solche Fälle zeigen nach Ansicht des Bischofs von Soweto, daß Sex,
Verhütung und der Schutz vor Aids immer noch zu den größten Tabus in Südafrika zählen,
nicht zuletzt in Kirchenkreisen...“ 3
So funktioniert Familienplanung nicht, für funktionierende Beispiel Thailand. Dort brachte man
in Erfahrung, daß die Frauen lieber weniger als mehr Kinder hatten und auch dazu bereit waren,
lange Wege bis nach Bangkok auf sich zu nehmen. Das Programm im Kern kurz zusammengefaßt:
„Die offizielle Familienplanung arbeitet im Rahmen der Gesundheitsfürsorge für Mutter und
Kind. So wird der Aktion nicht nur das Odium einer ‚lebensvernichtenden Maßnahme‘
genommen, es wird im Gegenteil positiv argumentiert: Du wirst wenige, aber gesunde Kin2
3

„Die mörderische Konsequenz des Mitleids“, Spiegel v. 13.08.1984, v. Hoimar von Ditfurth
Nur eine Schock-Therapie hilft im Kampf gegen Aids, HAZ v. 14.06.2001, S. 2

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