PDF Archive

Easily share your PDF documents with your contacts, on the Web and Social Networks.

Share a file Manage my documents Convert Recover PDF Search Help Contact



Sehr geehrter Herr Professor Mag .pdf


Original filename: Sehr geehrter Herr Professor Mag.pdf
Title: Microsoft Word - Sehr geehrter Herr Professor Mag.docx

This PDF 1.3 document has been generated by Word / Mac OS X 10.13.4 Quartz PDFContext, and has been sent on pdf-archive.com on 05/07/2018 at 13:18, from IP address 62.202.x.x. The current document download page has been viewed 358 times.
File size: 2 MB (11 pages).
Privacy: public file




Download original PDF file









Document preview


Graubünden, den 5.Juli 2018

Sehr geehrter Herr Professor Mag. Dr. Kurt Kortschal,

mit Interesse habe ich ihren Vortrag mit Fragestunde (Campus Nachgefragt 26.Juni 2018)
über das Thema Wolf mitverfolgt.
Ich war über einige ihrer Ausführungen sehr erstaunt, die meiner Meinung nach nicht
objektiv sachlich sind.
Immerhin ist der Rahmen der Veranstaltung, die Universität Wien.
Seit Jahren befasse ich mit diesem Thema.
Unter anderem bin ich in verschiedene Wolfsgebiete in Deutschland, in die Lausitz und vor
allem an verschiedene Brennpunkte der Wolfproblematik im Französischen Alpenbogen,
gereist.
Warum wurde der Französische Alpenbogen zu einem Brennpunkt der Wolfsproblematik?
Um die in meinem Brief vorgebrachten Argumente zu verstehen muss ich zuerst mehr zu
Frankreich erklären.
Der Französische Alpenbogen ist aus langer Hand als Knotenpunkt für die Begegnung der
verschiedenen europäischen Populationen vorgesehen.
Zu diesem Zweck besteht heute da, mit 3 grossen Nationalpärken und 10 Regionalen
Naturpärken, das wohl dichteste und grösste Pärkegebiet Europas.
Ein perfektes Habitat für Grossraubtiere und der Schaffung von starken Wolfspopulationen.
Gleich angrenzend auf der anderen Seite der Rhone gibt es hin bis in die Pyrenäen nochmals
2 Nationalpärke und 10 regionale Naturpärke.
Die Absicht dahinter ist es genügend Schutzgebiete und Korridore hin nach Italien, Spanien ,
hin zu den Schweizer Alpen, Deutschland, Österreich u.a., zu schaffen.
Folgende Karte mit den verschiedenen Wolfspopulationen in Europa und den vorgesehenen
Verbreitungskorridoren, zeigt das eindrücklich: Der Französische Alpenbogen soll
Ausgangspunkt, Treff-und Knotenpunkt der Europäischen Populationen sein.

1

Dabei versucht man zusätzlich Nationalpärke grenzüberschreitend auszudehnen und aktiv,
über europäische LIFE Programme, die Wolfsansiedlung zu fördern. Von Slowenien bis ans
Mittelmeer über den ganze europäischen Alpenbogen. Die über den blauen, gelben und
grünen Korridor vorgesehene Wolfsausbreitung soll so realisiert werden. Die Schweiz ist da
ein störender Faktor, weil die seit dem Jahr 2000 von ProNatura/WWF/IUCN geplanten 6
Nationalpärke allesamt grössenteils schon in der Planung von der Bevölkerung abgelehnt
wurden. 2 wurden, nach jahrzehntelanger Planung mit Multimillionen Budget,2016 und
2018 an der Urne abgelehnt.
2

Ist der Wolf tatsächlich nur selbständig zurückgekehrt, wie sie behaupten?
Dass dies so war, nachdem er in unseren Nachbarländern ausgerottet war, beruht auf einer
gezielt verbreiteten Halbwahrheit.
Die LCIE/IUCN (Large Carnivore Initiative for Europe/Grossraubtierinitiative für Europa),
benutzt seit Jahrzehnten als Masterplan den 80 seitigen „ Action Plan for the conservation of
the wolves in Europe“ von Luigi Boitani. Auf Seite 8 steht da geschrieben (aus dem
Englischen)
„In Gebieten in denen eine Wiederansiedlung von Grossraubtieren wünschenswert ist, sind
folgende Grundsätze zu befolgen:“
- „Prioritär sollte die natürliche Wiederansiedlung unterstützt werden“
- ist „Die Vermehrung von nicht überlebensfähigen Populationen zu unterstützen“
- „Tiere in Gebiete nicht überlebensfähiger Populationen freizulassen, damit sie
sich diesen Populationen anschliessen“
- „die Freisetzung des Wolfes in neue Gebiete“
Auch die Empfehlung Nr.17 (1989) des Ständigen Ausschusses zum Schutz des Wolfes (Canis
Lupus) in Europa, der Berner Convention beschreibt dieses Vorgehen:
https://l.facebook.com/l.php?u=https%3A%2F%2Frm.coe.int%2F168074634c&h=AT2kCAyU
FSFTCsBlUUOsXeHHmomVMyLMLfGTlTG7F2Zn2n8sKQzTpiueWAQWzh0og1rpT3iADny22hVFFzdg160xjcKx_odZsWyewu06fsQNCOnIGp
A1YKn8fbd7vQdEBnisExNRjs
3

Insbesondere im Artikel 13:
„Consider the possibility of carrying out captive breeding and reintroduction programmes
in areas where the species has been extinct or is endangered ; (die Möglichkeit in Betracht
ziehen, in Gebieten, in denen die Art ausgestorben oder gefährdet ist, in Gefangenschaft Zuchtund Wiederansiedlungsprogramme durchzuführen;)
Einmal angesiedelt, vermehrt er sich und jedes Jahr wandern junge Wölfe in andere
Gegenden aus. Die Naturschutzorganisationen sagen dann, der Wolf sei selber
eingewandert.
Dass wird so als Halbwahrheit kommuniziert, weil eine getätigte Wiederansiedlung politisch
ein sensibles Thema ist. Da wo es keine Wölfe mehr gab, wurden sie wenn erforderlich „in
neue Gebiete freigesetzt“, wie es der Aktionsplan Boitani vorsieht.
Jegliche ausgestorbene Tierart wird wieder angesiedelt, wenn man ihre Rückkehr will.
Nur beim Wolf soll das anders gewesen sein.
Das wird aus politischen Gründen, als eine „selbständige Rückkehr“ dargestellt und ist
eigentlich eine unbewiesenen Behauptung.
Hingegen sind die, in Schriften der LCIE und der entsprechenden europäischen Institutionen,
schriftlich festgehaltenen Strategien von Einfangen, Umsiedeln und Freisetzten von Wölfen,
eine überprüfbare Tatsache. Ausserdem gibt es aus verschiedenen Ländern Zeugnisse von
beobachteten Auswilderungen auf dem Land.
Beispiel Yellowstone
Sie erwähnen in ihrem Vortrag den Yellowstone Nationalpark in den USA, wo Wölfe aus
Kanada angesiedelt wurden. In einem Spiegelinterview wurde der berühmte Wolfsexperte
David Mech gefragt, warum man die Wölfe nicht selber dahin hätte gehen lassen können, da
ja eine Landverbindung besteht. Dies, weil in Europa und auch von ihnen wiederholt
behauptet wird, die Wölfe seien selber wieder gekommen. Dazu lesen sie selbst:
https://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&cad=rja&uact=8&
ved=0ahUKEwjD_4nSqYLcAhVE_qQKHbCLAxEQFgg8MAM&url=http%3A%2F%2Fwww.spiege
l.de%2Fspiegel%2Fprint%2Fd-139456094.html&usg=AOvVaw38FIeUOfwVNgtYXcU-2PHp
Man hat die Wölfe direkt im total geschützten Yellowstone Nationalpark angesiedelt.
Französischer Alpenbogen
Im Französischen Alpenbogen ist Wolfsproblematik am weitesten fortgeschritten, da dieses
Gebiet im Fokus der Populationsausbreitung geplant wurde (siehe obige Karte) und reich an
Pärken ist.
Gleichzeitig ist die Herdenschutzforschung entsprechen weit fortgeschritten.

4

Es gibt wohl kein Land in dem mehr darüber, unter sehr realistischen Bedingungen mit
starker Wolfspräsenz, geforscht wurde.
Sie erwähnen Frankreich mit ihre Wolfsproblematik und den langen Erfahrungen mit
Herdenschutz, mit keinem Wort, was doch sehr erstaunlich ist.
Statt dessen erwähnen Sie mehrmals die Schweiz als positives Beispiel.
Sozusagen die Schweiz als Garant für Qualität und Glaubwürdigkeit.
Dass die Schweiz als positives Beispiel in Hinblick auf das Wolfsmanagement mit
Herdenschutz genannt wird, ist doch sehr zu relativieren!
Dies bezieht sich in erster Linie auf die Alp Ramuz in Gebiet des Calandarudels.
Mit Videos wird dieses Bild gezeichnet und einfach übernommen.
Die Alp Ramuz ist die Vorzeigealp der Naturschutzverbände WWF, Pro Natura, CHWolf,
Agridea u.a…, wo mit grosser Kelle angerührt wird. Da wird mit sehr grossem finanziellen
Aufwand der bestens alimentierten Verbände, mit allen möglichen technischen Mittel und
Abschreckmittel, mit vielen Herdenschutzhunden und gut bezahltem Personal und Helfern,
alles unternommen damit es möglichst zu keinen Wolfsattacken kommt.
Dann wird in den Medien die Botschaft verbreitet, seht her, der Herdenschutz funktioniert
bestens. So wie Sie es auch suggerieren. Daher die Botschaft, dass die Schweiz ein positives
Beispiel sei.
Die Schweiz hat momentan erst 3-4 Rudel und ca. 40 Wölfe (17 Rudel, also ein vielfaches der
heutigen Zahl, sollen es werden). Eine geringe Anzahl in einem ausserordentlich wildreichen
Umfeld im Alpenraum ,mit genügend Wolfsbeute.
Der Druck auf Nutztiere ist darum noch klein.
Unter diesen Bedingungen kann die Schweiz bezüglich Erfahrung mit Herdenschutz nicht
wirklich mitreden.
Mit diesem Beispiel und angesichts der Tatsache der kleinen Wolfspopulation in der Schweiz
zu behaupten, dass der Herdenschutz und die Kohabitation mit den Grossraubtieren in der
Schweiz funktioniere, ist schlicht unwissenschaftlich.
Ab einer gewissen Anzahl Wölfe ändert sich das grundlegend, wie das Beispiel Frankreich
eindrücklich aufzeigt.
Frankreich
Dort ist die begleitende Forschung, mit über 20 Jahren Erfahrung, auch am weitesten
entwickelt.
Die Schweiz hat also erst 3 Rudel und ca. 40 Wölfe.

5

Diese Situation, wie wir sie in der Schweiz momentan haben, war in Frankreich in den Jahren
um 1996-98 so gegeben (siehe folgende Graphik).
Trotz massivem Herdenschutz steigen die Wolfsattacken in Frankreich jährlich:
2016 hatte Frankreich offiziell ca. 300 Wölfe und 9000 Nutztierrisse . 2017, 360 Wölfe und
mehr als 11000 Nutztierrisse bzw. über 3000 Wolfsattacken.
Das sind die offiziellen Zahlen. Inoffiziell sind es bedeutend mehr. Hinzu kommen viel Aborte
durch Panik.
Wie die folgende Graphik zeigt, steigt die Anzahl Risse bzw. Wolfsattacken trotz massivem
Ausbau des Herdenschutzes

Contrats de protection et nombre d'attaques
(France)

3000

3000

2500

2500

2000

2000

1500

Quelques
années
d’efficacité

1500

1000

1000

500

500

0

0

1993 1995 1997 1999 2001 2003 2005 2007 2009 2011 2013 2015 2017

Attaques de
loups

Données utilisées :
DRAAF et DREAL AURA

Die rote Kurve zeigt die Wolfsattacken und die blaue Graphik die zunehmenden
Herdenschutzmassnahmen (Verträge)

6

Troupeaux
protégés

92% der Wolfsattacken finden auf geschützte Herden statt.

92 % des attaques sur troupeaux protégés
Attaques sur troupeaux
non protégés et protégés
3500
3000
2500
2000
1500
1000
500
0
2010

2011

2012

2013

2014

2015

2016

2017

grün = geschützt Herden/ rot = ungeschütze Herden)
Die Forscher, die sich mit dieser Thematik befassen, kommen zum Schluss, dass die
Wolfsattacken und die Anzahl gerissener Tiere, trotz hohem Herdenschutzstandart
massiv zunehmen.
Gleichzeitig stellt man fest, dass der Wolf sein Verhalten ändert
Als eigentlich nachtaktives Tier, verlegt er seine Attacken immer mehr auf den Tag (auch in
der Nähe von Häusern).
Er passt sich an.
Es ist für ihn einfacher die Herde bei Tag anzugreifen, wenn die Tiere verteilt in der offenen
Landschaft weiden, als des Nachts, wenn als Herdenschutzmassnahme die Herde auf
kleinem Raum im elektrifizierte Nachtpferch mit den Herdenschutzhunden übernachtet.

7

Changement de comportement des loups :
attaques près des maisons et le jour
Augmentation des attaques
de jour (Alpes françaises)

3500
3000
2500
2000
1500
1000
500
0

2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017

Attaques de nuit

Photo GAEC Piolle 11-2017

Attaques de jour

Blau=Attacken bei Nacht/Rot=Attacken am Tag
Laurent Garde von der Forschungsstelle CERPAM, hat an der Tagung am Europäischen
Parlament in Brüssel (15.Mai 2018 Defending Pastoralismus), ein eindrückliches Referat
über den Herdenschutz gehalten.
Es lohnt sich dies über den folgenden Link ( ab 1 Stunde und 17 Minuten) anzuhören.
Die Sprache kann simultan übersetzt gewählt werden.
https://web-greensefa.streamovations.be/index.php/event/stream/defendingpastoralism

Der Fazit seiner Forschungen zeigt das Scheitern der Herdenschutzmassnahmen in der
heutigen Form, mit dem totalen Schutz, wie er im Anhang IV der FFH-Direktiven vorgesehen
ist.
Wenn man sich ein realistisches Bild machen will, dann muss man den Französischen
Alpenbogen besuchen, wo die Wolfsproblematik am weitesten fortgeschritten ist.
Die Schweiz ist diesbezüglich erst am Anfang, entsprechend der Situation in Frankreich 199698.

8

„Rotkäpchen lügt“ Kampagne
Ende des 17ten Jahrhunderts schrieb Charles Perrault die Geschichte „Le petit chaperon
rouge“ (Das Rotkäppchen).
Dass Perrault 1695 diese Geschichte veröffentlichte, war nicht von ungefähr.
Er rechnete damit, dass Tausende von Lesern aus den Städten die Geschichte lesen würden,
weil man in der Öffentlichkeit wusste, dass damals mehr als 1000- 2000 ,vor allem Vieh
hütende Kinder, jährlich von Wölfen in 5 oder 6 Regionen Frankreichs angegriffen wurden.
Dies zeigen Archivforschungen des Universitätsprofessors und Historikers Jean Marc
Moriceau, der Universität Caen in Frankreich.
In diesen alten Zeiten gingen die Kinder nicht zur Schule und hüteten oft das Vieh auf
Weiden in der Nähe von Wäldern.
Das Rotkäppchen, welches wir aus dem Deutschsprachigen Raum kennen, wurde von den
Gebrüdern Grimm von Charles Perrault aus Frankreich übernommen.
Dies jedoch erst 100 Jahre später!
Die Gebrüder Grimm haben das 100 Jahre später nacherzählt. 100 Jahre später war die
Situation eine ganz andere! Die Bedrohung für den Menschen war nicht mehr so akut wie
Ende des 17 Jahrhunderts.
Beispielsweise hatten sich in dieser Zeit die Schusswaffen modernisiert und revolutionär
verbessert. Mit diesen Schusswaffen war der Erfolg bei der Bejagung des Wolfes schon sehr
gross.
Das ist mit ein Grund, warum das Märchen nicht mehr so aktuell war und anders empfunden
wurde und mehr tiefenpschologisch, mit sexuellem Hintergrund, interpretiert ist.
Zu dieser Kampagne hat ERIK Ziemen (1941-2003), einer der bedeutendsten deutschen
Wolfsexperten beigetragen, der eng mit der LCIE/IUCN (Large Carnivore Initiative for
Europe) und dem WWF aus dem Hause IUCN zusammengearbeitet hat.
Er gilt als einer der führenden „Vätern“ der Wiederansiedlung des Wolf in Europa.
Er hat sein Leben dem Wolf gewidmet und sich viel bei ihnen ihn über Jahre in
Wolfsgehegen aufgehalten, ja sogar mit Wölfen in seinem Haushalt gelebt.
Man kann durchaus sagen, das Erik Ziemen ein wohl aussergewöhnlicher Zeitgenosse war,
aber auch, dass er jenseits einer gewissen Realität gelebt hat.
Er war ein Wolfsfanatiker dessen Verhaltensforschung in Gehegen oder mit Wölfen in
seinem eigenen Haushalt, nur zum Teil auf die wilde Natur übertragen werden können.

9

Wohl aus diesen eher unnatürlichen Gegebenheiten, folgerte er, der Wolf hätte denn auch
... „eine scheue Sympathie für uns Menschen». „Die aber machen ihn zu Rotkäppchens
böser Grossmutter.“
Dazu siehe NZZ Artikel von 2003:
https://www.google.ch/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=2&cad=rja&uact
=8&ved=0ahUKEwi3stPs8NHVAhVNsBQKHUlzAFUQFggMAE&url=https%3A%2F%2Fwww.nzz.ch%2Farticle8W8B41.262628&usg=AFQjCNGLUSwDMVr1sfzDjdUAeSV2k6b-Kg
Seine darin beschriebenen, man könnte sagen Kuschelerfahrungen mit Wölfen, unter sehr
speziellen Bedingungen, brachten ihn zum Schwärmen und er glaubte sicherlich, dass es so
sei und „Rotkäppchen lüge“.
Aus dieser Schlussfolgerung kreierte er das Schlagwort „Rotkäppchen lügt“.
Diese Festellung wurde von der LCIE (Large Carnivore Initiative for Europe) der IUCN
(Weltnaturschutzunion), dem WWF und vielen anderen Naturschutzorganisationen dankbar
aufgenommen.
Mit diesem Schlagwort wurde die „Heimkehr“ des wilden Wolfes verharmlost und
systematisch vorbereitet und in ganz Europa in allen Sprachen wiedergegeben.
Heute da der Wolf sich zu Tausenden jährlich in Europa vermehrt, weil er total geschützt ist,
wird dieses Schlagwort aktiv weiterbenutzt um den urbanen Menschen (in manchen
europäischen Ländern schon 80% der Bevölkerung) die Ungefährlichkeit des Wolfes, und die
mögliche Kohabitation mit dem Menschen nahe zu bringen.
Auch sie, Herr Professor, verführen mit ihrem Vortrag die nicht betroffenen, diesbezüglich
naiven, urban lebenden Menschen. Der urbane Mensch verbindet den Wolf mit einer ihm
verloren gegangener intakten Natur und ist darum gerne bereit zu glauben, dass der Wolf
kein Problem sei. Wolf und Mensch in Harmonie neben einander.
Herr Professor Mag. Dr. Kurt Kortschal, man kann für oder gegen den Wolf sein.
Es ist jedoch kein gutes Zeugnis für die Wissenschaft und die Universität Wien, wenn Sie, ein
diesbezüglich naives Publikum, derart offensichtlich desinformieren und die rurale
Bevölkerung gleichzeitig desavouieren. Französische Forscher kommen auf Grund von
über 20 Jähriger Forschung auf diesem Gebiet zu ganz anderen Resultaten.
Österreich ist erst in den Anfängen, was die Wolfsproblematik betrifft und da erstaunt es
doch sehr, dass ein renommierter Professor der Universität Wien, die Französische
Forschung aus einem tatsächlich stark von der Wolfsproblematik betroffenen Land, nicht
berücksichtig.
Mit freundlichem Gruss
Georges Stoffel, Juni 2018
10

11


Related documents


sehr geehrter herr professor mag 2
sehr geehrter herr professor magcompressed
georges wolf park und grossraubtier print 5 3 2018
die frage des beitritts zu einem parkprojekt pdf
wolf und herdenschutz 1
wolf und herdenschutz


Related keywords