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Offener Brief an Susanne Abbuehl .pdf


Original filename: Offener Brief an Susanne Abbuehl.pdf
Title: Offener Brief an Susanne Abbuehl
Author: joana aderi

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Offener Brief an Susanne Abbuehl, neue Leiterin der Musikhochschule Luzern, Jazz und Volk
ein Wunsch aus der eher punkigen Ecke
Zürich, 14.12.2018
Zuerst einmal herzliche Gratulation zur Wahl! Ein zentraler Posten der professionellen
Musikbildung Schweiz ist ab März 2019 von einer Frau besetzt. Das ist wunderbar, wir haben
einflussreiche Signalfrauen in der Schweizer Musikszene dringend nötig.
Liebe Susanne, es ist lange her, aber mir persönlich hast du damals zu meiner Studienzeit das
Leben höllisch erschwert. Ich war nie bei dir im Unterricht, du hättest mich gar nicht
genommen. Aber als Expertin hast du bei jeder Gelegenheit versucht, mich durch Prüfungen
rasseln zu lassen und mir zu verstehen gegeben, dass ich an einer Musikhochschule nichts zu
suchen habe.
Ich habe schon immer mit einer punkigen DIY-Energie Musik gemacht. Und gerade in meinen
Lehrjahren musste ich oft über das Ziel hinausgehen, um herauszufinden, was für mich
funktioniert und was nicht. Das ist eine Herangehensweise und eine daraus resultierende
Ästhetik, die Lichtjahre von deiner eigenen Ästhetik entfernt ist.
Und das ist ja eigentlich das Schöne in der Musik! Wir können alle unseren ureigenen Ausdruck
finden und nebeneinanderstellen. Wir müssen nicht einmal werten, sondern können uns
einfach ob der Vielfalt erfreuen.
Es gibt so wenige Frauen, die professionelle Musikausbildungen absolvieren. Ich wünsche mir,
dass die paar Wenigen als starke Persönlichkeiten mit prägnantem Ausdruck daraus
hervorgehen, ich wünsche mir eine grösstmögliche Diversität weiblicher Vorbilder, auf der
ganzen Bandbreite, also von der technisch perfekten Schönstimme bis hin zum rohen, rotzigen
Energiebolzen. Es ist wahrscheinlich anmassend, aber ich habe dir einen Grossteil der
Verantwortung gegeben, dass das in der professionellen Schweizer Gesangszene kaum
stattfindet. Ich habe während der letzten Jahre mit grossem Unbehagen verfolgt, wie ähnlich
viele deiner Student*innen klingen, auch nach dem Diplom, und wie ähnlich sie sich auf der
Bühne präsentieren. Als ob es genau einen richtigen Weg zu singen gäbe und, noch
schwerwiegender, nur eine mögliche Art von Weiblichkeit auf der Bühne.
Jetzt wirst du Leiterin von Luzern. Ich wünsche dir von Herzen alles Gute bei dieser grossen
Herausforderung! Mir persönlich hat die Reibung an deiner Ästhetik damals vielleicht sogar
dazu verholfen, noch unbeirrter meinen eigenen Weg zu gehen. Trotzdem wünsche ich mir,
dass du dich als Frau mit soviel Einfluss stark machst für Diversität in der Musik, vor allem in
der Musik von Frauen. Ich freue mich auf jede starke, eigenständige professionelle Musikerin,
die aus der von dir geleiteten Institution hervorgeht!
mit lieben Grüssen

Joana Aderi


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