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Datum: 02.06.2019

NZZ am Sonntag
8021 Zürich
044/ 258 11 11
https://www.nzz.ch/

Medienart: Print
Medientyp: Tages- und Wochenpresse
Auflage: 116'747
Erscheinungsweise: wöchentlich

Seite: 16
Fläche: 260'486 mm²

Auftrag: 3005872
Themen-Nr.: 390.010

Referenz: 73702815
Ausschnitt Seite: 1/6

Hintergrund Schweiz

Das Daten Kartei

Bankgeschäfte, Online-Einkäufe, amouröse Kontakte, Patientendossier: Ein
Konsortium von grossen Schweizer Firmen will die Macht über unsere intimsten
Daten im Internet - und die Politik willigt ein. Mit der Anonymität im Netz werde es
vorbei sein, sagen Datenexperten. Von Anja Burri
Selten kommen in der Schweiz so musste. Das Dokument zeigt, dass die Privatviele einflussreiche Menschen sphäre der Menschen die Entscheidungsträger
zusammen wie an diesem Mor- an dieser Sitzung nur am Rand beschäftigte.
gen des 25. Oktober 2018 in Tatsächlich geht es hier um einen der wicheinem Sitzungszimmer des tigsten Kämpfe unserer Zeit: den Kampf um
Finanzdepartements in Bern. die Macht über unsere privaten Daten. Allein
Unter einem Kronleuchter sitzen die Digitalisierung unserer Patientendaten ist
am grossen, braunen Tisch zwei Bundesräte, ein grosses Geschäft. Neben der Swisscom
Spitzenvertreter von Konzernen wie Roche, will auch die Schweizerische Post damit Geld
UBS, und Google, die Chefs von Swisscom und verdienen. Doch das ganz grosse Datenprojekt
SBB, die Präsidenten der beiden ETH, ein kommt erst noch: Um in der Zukunft den Zu-

Regierungsrat, der Bundeskanzler und wei- gang zum Patientendossier und zu weiteren
tere wichtige Leute der Bundesverwaltung. Es sensiblen Daten sicher und einfach zu garanist bereits das fünfte Treffen dieses illustren tieren, will der Bund eine elektronische IdenBeirats, der den Bundesrat zur Digitalisierung tität für die Schweizerinnen und Schweizer
berät. An diesem Morgen sprechen sie über einführen. Die sogenannte E-ID ist so etwas
unsere Gesundheitsdaten.
wie der Schlüssel zur Datenhoheit. Ein ZuDie Gäste geben den Bundesräten zu ver- sammenschluss von rund zwanzig wichtigen
stehen, dass die Digitalisierung des Gesund- Schweizer Unternehmen ist gerade dabei, sich
heitswesens viel zu langsam vorangehe. Man- dieses Geschäft zu sichern. Anders als beim
che ihrer Wortmeldungen machen klar, dass Pass oder bei der Identitätskarte wird diese
es nicht nur um eine bessere Medizin geht, E-ID nämlich nicht vom Bund herausgegeben,
sondern auch um den Zugang der Firmen zu sondern von privaten Firmen. Die Rolle der
den Gesundheitsdaten. Calvin Grieder, der Bundesverwaltung soll sich darauf beschränPräsident des Duftstoffkonzerns Givaudan, ken, die Identität der Nutzer zu prüfen.
sagt, Privatsphäre sei ein Luxus der GesunDank der E-ID wird es möglich sein, mit dem
den. Man müsse aber auch Gesunde dazu be- stets gleichen Login online einzukaufen, Postwegen, ihre Daten herzugeben. Urs Schäppi, sendungen nachzuverfolgen oder Bahnbilder Chef der Swisscom, diskutiert auch mit. lette zu kaufen. In einem zweiten Schritt soll
Das Telekommunikationsunternehmen ver- man damit auch den Strafregisterauszug an-

sucht derzeit, auf dem Gesundheitsmarkt fordern, Medikamente bestellen oder die eigeFuss zu fassen, und baut an einer Informatikplattform für das elektronische Patientendossier. Schäppi berichtet von Widerständen, er
sagt, es brauche mehr Leadership vom Bund.
Dieses Gespräch hätte nie publik werden
sollen. Doch der «Tages-Anzeiger» hatte via
Öffentlichkeitsgesetz erwirkt, dass die Bun-

nen Patientendaten an ein Spital übermitteln

können. Für solche heiklen Anwendungen

oder staatliche E-Government-Aufgaben werden strengere Sicherheitsanforderungen gelten als für die kommerzielle Nutzung. Die E-ID
ist grundsätzlich freiwillig. Tatsächlich dürften wir aber bald mit sanftem Druck dazu bedesverwaltung das Protokoll herausgeben wogen werden, eine solche E-ID zu lösen.

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Datum: 02.06.2019

NZZ am Sonntag
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Medienart: Print
Medientyp: Tages- und Wochenpresse
Auflage: 116'747
Erscheinungsweise: wöchentlich

Denn zum Joint Venture, das plant, eine
solche E-ID herauszugeben, gehören grosse
Unternehmen der Schweiz: die Post und die
Swisscom, die Grossbanken UBS und Credit
Suisse, die Zürcher Kantonalbank, Versicherungskonzerne wie Zurich oder Helvetia sowie Krankenkassen - alles Firmen, die auf die
eine oder andere Weise ein riesiges Interesse

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Themen-Nr.: 390.010

Intimste Details aus seinem Leben, die er
gerne voneinander getrennt halten würde,
werden im Hintergrund miteinander verknüpfbar. Man könnte sie theoretisch zu umfassenden Persönlichkeitsprofilen zusammensetzen: der unangenehme Hautausschlag, den
er beim Arzt behandeln lässt, die Steuerdaten,
sein Medikamentenkonsum, seine Spenden

an unseren Daten haben. Das Konsortium an eine Partei, Vorstrafen, die Aktivität auf
heisst Swiss Sign Group. Ihre «SwisslD» ist
zwar noch nicht staatlich anerkannt, aber die
Gruppe rechnet damit, dass sie schon in drei
Jahren von über vier Millionen Menschen genutzt werden wird. Das ist über die Hälfte der
erwachsenen Bevölkerung. Denn das Konsortium hat nicht nur die Schlagkraft, alternative
E-ID-Anbieter aus dem Markt zu drängen. Es
hat auch die Macht, die Kunden mehr oder
weniger dazu zu zwingen, eine elektronische
Identität zu nutzen. Denn gewisse Dienstleistungen wie Bahnbillette oder das Versenden
von Paketen sind nicht oder nur mühsam bei
anderen Anbietern erhältlich. So wie es heute
aussieht, liefert der Bund seine Bürger faktisch einem Monopolisten aus.

einem Dating-Portal, seine Vorliebe für Sexspielzeuge. Vielleicht wird diese Datenkombination nie sichtbar, vielleicht aber schon.
Bruno Baeriswyl sagt: Auch wenn sich die

Herausgeber der E-ID selbst an das Gesetz
hielten, das ihnen die Nutzung dieser Daten
verbiete, bestehe ein Risiko. «Solche Daten
sind auch für Hacker enorm wertvoll, ein
Datendiebstahl wäre verheerend», warnt der
Datenschützer. «Denn wenn Sie nur noch
einen Schlüssel haben zu all ihren Daten und
dieser gestohlen wird, dann können Sie alles
verlieren.» Baeriswyl und seine Kollegen, die

Datenschutzbeauftragten der anderen Kantone, haben im vergangenen Herbst versucht,

dieses Schreckensszenario zu verhindern. Sie
wandten sich mit einem Brief an die RechtsUmfassende Persönlichkeitsprofile kommission des Nationalrates, der das E-IDFür die Nutzerinnen und Nutzer stellt sich Gesetz zuerst beriet. Es dürfe keine einheiteine fundamentale Frage: Wollen wir uns in liche Registrierungsnummer geben, mahnten
der digitalen Welt gleich frei bewegen kön- sie. Doch es nützte nichts.
Die zweite grosse Frage lautet: Welchen
nen, wie wir das in der realen Welt tun? «Wir

sind drauf und dran, diese Freiheit aufzu- Preis werden wir für unsere elektronische
geben», sagt Bruno Baeriswyl, der Daten- Identität tatsächlich bezahlen? Alle sind sich
schutzbeauftragte des Kantons Zürich. Er sitzt einig, dass die E-ID für die Nutzer kein Geld

in seinem Büro und kritzelt Kreise auf ein kosten soll - damit sie sich möglichst rasch
Notizpapier, die er mit Strichen verbindet. Ein verbreitet. Doch das bedeutet noch lange
Mensch habe immer mehrere Rollen oder nicht, dass die elektronische Identität für PriIdentitäten: Er sei nicht nur Datenschützer, vatpersonen gratis ist. Die Währung in der
sondern auch Ehemann und beispielsweise digitalen Welt heisst Daten. Das E-ID-Gesetz
Mitglied eines Sportvereins. Nicht alle wüssten alles über ihn. Gewisse Einkäufe könne er
anonym erledigen. Im Internet habe er dazu
verschiedene Profile und Logins, die nichts
miteinander zu tun hätten.
Die E-ID, wie sie die Politik nun einführen
wolle, werde das verändern - je stärker sie ge-

verbietet den Anbietern zwar, zusätzliche per-

sönliche Informationen mit den geschützten
Personendaten der E-ID zu verknüpfen. Doch
rund um die E-ID werden, so lautet die Prognose von Datenschutzexperten, Geschäfts-

modelle entstehen, die darauf bauen, den
Nutzern viele zusätzliche Daten zu entlocken,

nutzt werde, desto einschneidender. «Eine unter anderem durch die Analyse des Surfveranonyme Nutzung im Internet wird nicht mehr haltens. Die technologischen Möglichkeiten
möglich sein», sagt er. Denn jede Person, die sind gross, das heutige Schweizer Datensich eine E-ID machen lasse, erhalte eine Regis- schutzgesetz lasch. Und was gewisse Chefs
trierungsnummer. Diese bleibe immer gleich, grosser Unternehmen vom Schutz privater
egal, was man tue. «Das ist, wie wenn ich im Daten halten, hat sich an der eingangs errealen Leben an jeder Migroskasse, am Kiosk wähnten Sitzung gezeigt.
oder im Kino meinen Pass zeigen müsste.»
So sieht es auch Dirk Helbing. Er ist ProfesWas bedeutet das für den einzelnen Nutzer? sor für computergestützte Sozialwissenschaf-

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Datum: 02.06.2019

NZZ am Sonntag
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ten an der ETH Zürich und empfängt in sei- Anschluss an die Digitalisierung nicht verpasnem Büro nahe dem Zürcher Hauptbahnhof. sen, braucht sie eine staatlich anerkannte
«Wer über die E-ID spricht, muss sich bewusst E-ID. Zudem treiben internationale Konzerne
sein, in welcher Welt wir heute leben», sagt er. wie Google und Facebook universelle Logins
Eine elektronische Identität sei wohl in Zu- voran. Es geht auch darum, diesen globalen
kunft unvermeidlich. Man müsse sie aber so Datenkraken etwas Eigenes entgegenzusetorganisieren, dass jeder Nutzer die vollstän- zen. Der dritte Grund hat mit der Lobbymacht

dige Kontrolle über seine Daten zurück- des Konsortiums zu tun. Werben zwanzig dererlangt. Die E-ID dürfe daher nicht in den Hän- art wichtige Firmen und Wirtschaftsverbände

den von Privaten sein. Das sei ein Schritt in
Richtung eines digitalen Feudalismus. «Das
derzeitige Schweizer Modell unterstützt die
unkontrollierte Datensammelwut.»

Eine Aufgabe des Staates?
Die meisten Länder Europas kombinieren
staatliche und private Lösungen. Auch in der

Schweiz gibt es das Beispiel des Kantons

für dasselbe Anliegen, sind die Erfolgsaussichten in der Politik gross. Wie die NZZ kürzlich berichtete, gab es auch in der SVP Kritiker.
Ein Treffen mit Vertretern der Zürcher Kanto-

nalbank habe zu einem Meinungsumschwung
beigetragen.
Thomas Kläusli ist der Sprecher der Swiss
Sign Group. Er kann Befürchtungen, dass Nutzer am Ende immer mit ihren Daten bezahlen
werden, nachvollziehen, sagt aber: «Die Swiss
Sign Group darf und wird mit den Daten kei-

Schaffhausen, der für seinen Online-Schalter
eine E-ID einsetzt. Die Technologie stammt
von einer privaten Firma, die Herausgabe der nen Handel betreiben und wird damit beE-ID und die Daten bleiben jedoch unter staat- stimmt kein Geld verdienen.» Das Konsortium

licher Kontrolle. Doch wie kommt nun der wolle sich dadurch abheben von ausländiBund darauf, eine solch heikle Aufgabe an schen Anbietern wie Google. Die notwendigen
profitorientierte Konzerne auszulagern?
Personenangaben seien verschlüsselt und
Diese Frage stellten sich vor zwei Jahren würden in der Schweiz aufbewahrt. Rücknicht nur Linke und Datenschützer, sondern schlüsse darauf, was der Kunde bei den Portaauch bürgerliche Parteien wie die CVP und die len mache, seien für Swiss Sign nicht möglich.
BDP, wichtige Vertreter der Tech-Branche, der Geld verdienen will man mit Nutzungsgebüh-

Verband Schweizerischer Einwohnerdienste ren, die man von jedem Online-Portal veroder der Städteverband. Sie alle forderten den lange, wenn sich dort ein Nutzer mit der
Bundesrat dazu auf, die Herausgabe der elek- SwisslD eingeloggt habe.

tronischen Identität nicht aus der Hand zu
geben. Ihr Argument: Glaubwürdigkeit und Stimmen speichern
Vertrauen. Doch das ist lange her. Viele Kriti- Diese Gebühren sind allerdings ein Schnäppker sind verstummt, im Parlament ist die chen im Vergleich zu den möglichen Datengrundsätzliche Absegnung des E-ID-Gesetzes spuren, die ein Nutzer auf einem Portal
in der am Montag beginnenden Sommer- hinterlässt, nachdem er sich dort mit der E-ID
session Formsache, Opposition kommt nur eingeloggt hat. Die Firmen des Konsortiums
noch von links. Von der breiten Kritik ausser- haben die Macht der Daten längst entdeckt.
halb des Parlaments ist eine kleine Gruppe um Postfinance zum Beispiel speichert die Stimdie Stiftung für Konsumentenschutz, die Digi- men ihrer Kunden, die über die Hotline anrutale Gesellschaft und den Kampagnenspezia- fen. Nur wer dies ausdrücklich ablehnt, wird

listen Daniel Graf übrig geblieben. Letztere ausgenommen.
beiden bereiten ein Referendum vor.
Ein Mann, der seine Kritik am privaten

Dass die Unternehmen den Kampf um E-ID-Modell revidiert hat, heisst Andre Golliez.
unsere Daten gewonnen haben, hat drei Grün- Er ist 64 und einer der ersten an der ETH ausde. Der erste hat mit Realismus zu tun: Die gebildeten Informatikingenieure der Schweiz.
Bundesverwaltung sei weder in der Lage, Als er merkte, dass eine staatliche E-ID in der
noch habe sie den Willen, dieses riesige Pro- Schweiz nicht durchsetzbar ist, hat er sich dajekt selbst umzusetzen, sagen Verwaltungsin- für eingesetzt, die Rahmenbedingungen zu
sider. Die Liste der teuren gescheiterten Infor- verbessern: Er lud Gegner und Befürworter an
matikprojekte des Bundes sei lang, die Angst einen runden Tisch zur «Swiss Data Alliance»,
vor neuen Flops gross. Der zweite Grund ist gemeinsam erarbeitete man Vorschläge für
wirtschaftlicher Natur: Will die Schweiz den mehr Datenschutz. Nicht alle wurden vom

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Parlament ins Gesetz aufgenommen. Heute
habe er dennoch Vertrauen in das Konsor-

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Fachleute

tium, sagt er. Es sei diesem verboten, die Personendaten der E-ID-Nutzer für andere Zwecke zu verwenden oder weiterzugeben. Golliez' Vorschlag, eine unabhängige Expertenkommission zur Aufsicht über die Firmen einzusetzen, dürfte nächste Woche vom Ständerat neu in das Gesetz aufgenommen werden.
Zurück zum Treffen des digitalen Beirats
vom 25. Oktober 2018. Nach der Veröffent-

lichung dieses Protokolls hat der Beirat beschlossen, die Gespräche nicht mehr im Detail

festzuhalten. «Die letztjährigen Protokolle
waren einigen Mitgliedern des Beirats Digitale

Transformation zu lang und zu ausführlich.
(...) Sie äusserten zudem den Wunsch, Themen informell diskutieren zu können», heisst

Bruno Baeriswyl,
Datenschutzbeauftragter des Kantons
Zürich.

es beim Bund.

Es sieht so aus, als sei Datentransparenz
nur etwas für das gemeine Volk. Für die Wirt-

schaftsführer und Bundesvertreter gelten offenbar andere Regeln.

Intime Details aus
dem Leben, die man
gerne voneinander
getrennt halten würde,

werden theoretisch
verknüpfbar.

Dirk Helbing, Professor für computergestützte Sozialwissenschaften an
der ETH Zürich.

Vertreter der
Wirtschaft

Thomas Kläusli,

Kommunikationschef der Swiss Sign
Group.

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Elektronische Identität

Wie ein Pass auf dem

Smartphone
Wozu dient eine E-ID? Wer im
Alltag seine Identität beweisen
muss, zeigt eine Identitätskarte
oder einen Pass. Im Internet ist es
heute deutlich komplizierter,
diesen Nachweis zu erbringen.
Weil immer mehr Einkäufe, Dienstleistungen und künftig auch staatliche Aufgaben ins Internet verlagert werden, hat der Bundesrat
beschlossen, eine staatlich anerkannte elektronische Identität zu
ermöglichen. Mit dieser könnte
man bei Amazon einkaufen, online
Bankgeschäfte tätigen oder bei
der Gemeinde einen Betreibungsregisterauszug beziehen - mit
demselben Login. Obwohl die E-ID
oft «elektronischer Pass» genannt
wird, ist sie kein Reisedokument.

Wie regelt die Politik die elektronische Identität? Derzeit
berät das nationale Parlament die
Gesetzesvorlage, am nächsten
Dienstag entscheidet der Ständerat. Das «Bundesgesetz über elektronische Identifizierungsdienste»
(EID-Gesetz) schafft die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für die staatlich
anerkannte E-ID. Die spezifischen
Bedingungen für E-GovernmentAnwendungen wie das E-Voting
oder das elektronische Patientendossier werden in einem zweiten
Schritt in anderen Gesetzen und
Verordnungen geregelt.

Wie bekommt man eine E-ID?
Der Bund will sich nicht selbst um
die Herausgabe der E-ID kümmern, sondern er plant, diese
Aufgabe an Private auszulagern.

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pol kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, weil sich ein derart
starkes Konsortium aus zwanzig
wichtigen Schweizer Firmen gebildet hat. Es heisst Swiss Sign
Group, seine E-ID «SwisslD ». Im

möchte, kann diese künftig bei
einem solchen Identitätsdienstleister beantragen. Diese Firma
leitet die Anfrage an den Bund
weiter, der die Identität des
Antragstellers überprüft: In einem
ersten Schritt anhand von Name,
Vorname und offiziellen Ausweisdokumenten, in einem zweiten
Schritt über weitere persönliche
Fragen, zum Beispiel nach dem
Vornamen und Ledignamen der
Mutter und deren Geburtsdatum.
Der Antragsteller muss via Smartphone das Einverständnis dazu
geben, dass der Bund seine Daten
an den Aussteller der E-ID weiterleitet. Auch später muss der Nutzer
jedes Mal, wenn er sich mit der E-ID
irgendwo einloggt, in die Übermittlung seiner Daten einwilligen.
Als Trägermittel für die E-ID
kommen verschiedene Varianten
infrage, zum Beispiel das Smartphone, eine virtuelle Datenwolke
oder eine Chipkarte. Um die Personendaten zu schützen, wird es
den Anbietern der E-ID verboten
sein, mit den Daten Handel zu
betreiben.

Moment ist die SwisslD zwar noch
nicht staatlich anerkannt, aber vor
allem dank den Postkunden
nutzen bereits fast 800 000 Personen ein SwisslD- Login. In den
nächsten Monaten können auch
die Hunderttausenden Swiss-PassInhaber, die ein Abonnement des
öffentlichen Verkehrs besitzen, zu
Swissl D-Nutzern werden. (ria.)

Wie sicher ist die elektronische
Identität? Je nach Art der Daten,
die mit der elektronischen Identität abgefragt werden sollen, wird
es drei unterschiedliche Sicherheitsniveaus geben. Für Einkäufe
dürfte das niedrige Schutzniveau
reichen, für E-GovernmentAufgaben oder etwa die Abfrage
des elektronischen Patientendossiers wird das höchste Schutzniveau gelten.

Wer wird die Kontrolle über die

Erfüllt ein Unternehmen die AufE-ID haben? Das E-ID-Gesetz sieht
lagen, anerkennt der Bund dieses vor, dass es mehrere EID-Anbieter
als «Identitätsdienstleister».
geben kann. Ein faktisches MonoWer eine elektronische Identität

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