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02.07.2019 NW Herford .pdf


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Herford

HE5

DIENSTAG
2. JULI 2019

Finale mit
einem Feuerwerk
Nordwestdeutsche Philharmonie: Spektakuläre

russische und armenische Musik
Von Philipp Tenta

¥ Herford. Sollten Skeptiker
am klassischen Musikbetrieb
den Weg in den Schützenhof
gefunden haben, hier wären alle ihre Bedenken gegenüber
einer angeblich schwierigen
Musik im Handumdrehen verflogen. Melancholische Melodien und symphonische Klangfülle vereinten sich beim letzten Saisonkonzert der Nordwestdeutschen Philharmonie
bei den ausgewählten Werken
zu einem mitreißenden Musikerlebnis.
Gleichzeitig setzte Beermann bei seinem Programm
aber nicht auf vertraute Gassenhauer der populären Klassik, sondern vor allem auf wenig Bekanntes. Lediglich die
zum Auftakt gespielten Polowetzer Tänze gehören nicht
nur zu den beliebtesten symphonischen Kompositionen
Alexander Borodins, sondern
auch zu denen der gesamten
russischen Romantik. Die teils
leichtfüßig beschwingten teils
unbändig energiereichen Tänze führen den Zuhörer zielsicher in eine imaginäre, orientalische Steppenlandschaft.
Beermanns Interpretation
widersteht der Versuchung,
das fröhlich Tänzerische noch
schneller, das Energiegeladene
noch bombastischer spielen zu
lassen. Stattdessen klingt seine
Version vielschichtig, detailgetreu und ganz nahe an Borodins Intentionen. Aram
Khatchaturian ist fast ausschließlich durch seinen Säbeltanz im kollektiven Bewusstsein verankert. Vor allem als Filmmusik, etwa bei Billy Wilder, ist dieser zum bekannten Ohrwurm geworden.
In den Ländern der ehemaligen Sowjetunion ist hingegen
auch sein Gesamtwerk weit
verbreitet, in seiner Heimat Armenien genießt er sogar den
Status eines nationalen Heiligtums. Seine zweite Sinfonie
verbindet in für Khatchaturian charakteristischer Weise
Anklänge an armenische Folklore mit überraschenden, oft

wuchtigen
symphonischen
Klangeffekten. Während dem
Zweiten Weltkrieg komponiert, ist diese Sinfonie eine direkte Stellungnahme auf den
gerade begonnenen deutschen
Angriff auf Stalingrad. Obwohl jeder der vier Sätze wie
ein eigenständiges und überwältigendes
musikalisches
Feuerwerk wirkt, gelingt es
Beermann, den Spannungsbogen des knapp einstündigen
Werks weitgehend aufrecht zu
erhalten.

Dieses Werk
faszinierte durch
klangliche Vielfalt
Ein weiterer, weniger bekannter armenischer Komponist, Alexander Arutjunian,
war zuvor mit seinem Trompetenkonzert zu entdecken.
Das 1950 komponierte Werk
wirkt eigentümlich vergangenheitsbezogen.
Harmonisch
klingt es meist spätromantisch, formal erinnert es sogar
an spätbarocke Vorgänger mit
einer klassischen schnell-langsam-schnell Struktur und einer
virtuos herausfordernden Solo-Kadenz vor dem Schlussakkord. Dennoch faszinierte
auch dieses Werk durch Ideenreichtum und klangliche Vielfalt.
Der anspruchsvolle Solopart stellt jeden Solotrompeter vor eine gewaltige Herausforderung. Bei der jungen österreichischen Trompeterin
Selina Ott klingt der Solopart
dennoch nie wie ein technischer Kraftakt. Es gelingt ihr
durchgängig sensibel und anmutig zu musizieren. Die berüchtigte, vom Trompetenvirtuosen Timofei Dokschitzer erdachte Solo-Kadenz klingt bei
ihr wie eine launische, musikalische Erzählung. Die Zuhörer waren begeistert nach
einer zweistündigen musikalischen Entführung in orientalische Traumlandschaften. Orchester, Solistin und Dirigent
zeigten sich beim Abschlusskonzert in Höchstform.

Kirchengemeinde in Laar
feiert Jubel-Konfirmationen
¥ Herford. Die KirchengemeindeLaar hat mit einem festlichen Gottesdienst die Goldene (50 Jahre), Diamantene
(60 Jahre), Eiserne (65 Jahre)
und Gnadene Konfirmation
(70 Jahre) gefeiert. Musikalisch gestaltete der Kirchenchor den Gottesdienst.
Die Predigt mit Erinnerungen an die Jahre 1969 und 1959
und Bezüge zum Predigttext Jesaja 41, 10 hielt Pfarrer Dietmar Stuke.
Beim anschließenden Mittagessen und Kaffeetrinken im
Gemeindehaus Laar lebten viele Erinnerungenund Geschich-

ten
noch
einmal
auf.
´ Goldene
Konfirmation:
Helmut Kämmerer, Wolfgang
Russkamp, Karin Monke, Sabine Hiebsch (fehlte erkrankt), Sigrid Fischer, Ursel
Kunst, Birgit Kuntemeier,
Marianne Paust, Gerlinde
Zimmer, Doris Stuckmann.
´ Diamantene Konfirmation:
Wilfried Kampmann, Wilhelm Oberhokamp, Ilse Januschewski, Brigitte Strunk.
´ Eiserne Konfirmation: Waltraut Betker, Erika Heitbrink,
Ruth Schubring, Edelgard
Jentsch, Ursula Ongsiek, Liesa
Kaschel.

Eiserne Konfirmation: Pfarrer Dietmar Stuke beglückwünschte beim feierlichen Gottesdienst Waltraut Betker, Erika Heitbrink, Ruth Schubring, Edelgard Jentsch, Ursula Ongsiek und Liesa Kaschel.
FOTO: WERNER K. SAUK

Harte Worte: „Der Andreas ist schon ein krasses Opfer. Er wollte mich, Patrick, provozieren, dieser Zwerg“, sagt Julian Bergmann als Patrick.

FOTOS: JÖRG WERNER

Eine persönliche Geschichte über Mobbing
Jugend-Theaterstück: 17 Jugendliche im Alter von 13 bis 18 Jahren bringen ein Stück auf die Bühne des

Stadttheaters, bei dem den Zuschauern ein Schauer über den Rücken läuft
¥ Herford. „Ich schaff das
nicht allein. Ich brauch Hilfe.
Eure Hilfe. Deine Hilfe.“ Pauline, gespielt von Franziska
Schölzel, sagt das. In ihrer
Stimme liegt dabei mehr Wut
als Verzweiflung. Es sind nur
noch wenige Augenblicke, die
das Theaterstück „diese unendliche Geschichte“ nach gut
90 Minuten vom Ende trennen, und Jenny (Jil Geppert),
Andreas (Dominik Wolf) und
Pauline teilen sich das Schlussplädoyer. Sie sprechen dabei
ganz direkt das Publikum an
und lassen keinen Zweifel daran, dass sie uns alle meinen mit
ihrer Botschaft: „Schaut bitte
nicht einfach weg!“
Dabei wollen das die Zuschauer bei diesem Stück auch
gar nicht, das 17 Jugendliche
im Alter von 13 bis 18 Jahren
auf die Bühne gebracht haben: Zu abwechslungsreich ist
das an Brüchen reiche, vielschichtige Spiel des Jugendclubs Circle of Friends des Vereins LAG Spiel und Theater
NRW.
Der Titel erinnert nicht zufällig an Michael Endes „unendliche Geschichte“: Wie die
Vorlage von Bastian, dem dicken, gemobbten Jungen und
seiner Suche nach sich selbst erzählt, sehen die Zuschauer
Schüler auf der Suche nach Zugehörigkeit, Identität und Anerkennung. Vor allem aber sehen sie, was passiert, wenn
Konkurrenzdenken, Mobbing
und Ausgrenzung statt Verständnis und Solidarität in
einer Gruppe vorherrschen.

Kein neues Phänomen, sondern eines, das sich in tausenden Klassenzimmern wiederholt, wieder und wieder hochaktuell, unendlich eben, vor allem unendlich bitter.
So ist eigentlich nur Lehrer
Marx – in seiner selbstverliebten Blindheit großartig gespielt von Lion Sandau – überzeugt, bei ihm in der Klasse sei
alles in Ordnung. Tatsächlich
machen sich seine Schützlinge
direkt unter seinen Augen
gegenseitig fertig und sind dabei nie um eine Ausrede verlegen: „Ich seh mich nicht als
Mobberin. Ich bin ein Mensch,
der immer seine Meinung sagt.
Offen und direkt, ein Motivator. Das ist doch etwas Gutes“, erklärt Sonja (Dana Loreen Wünsche) süffisant, nur
um wenig später den kleinen
Andreas vor der gesamten
Klasse vorzuführen.
Es wäre einfach, sie zu hassen, diese böse Täterin. Aber

so einfach machen es die Jugendlichen dem Publikum
nicht, so einfach sind die Charaktere nicht gezeichnet. „Wir
wollten alle Seiten beleuchten,
auch die Geschichte der
Mobber, denn die haben ja
auch ein Problem“, sagt Lea
Bödecker.
Sie spielt die Streberin Isabell, der es mit ihrer leistungsorientierten Art so schwer fällt,
mit den anderen in Kontakt zu
kommen. So sehen wir wenig
später die herrische und
scheinbar starke Sonja zu Hause, wo sie als eine von vielen Geschwistern kaum Beachtung
findet, gefangen in ihrer Einsamkeit, während uns ihre
Stimme aus dem Off von ihrem
ach so „geilen Leben“ berichtet.
Wie in Michael Endes Vorlage verschmelzen im Theaterstück Realität und Fantasie
immer mehr, die Zuschauer
begleiten die Jugendlichen auf

ihrer Flucht – oder ihrer Rettung – in Tagträumereien hinein, bei ihren nächtlichen Alpträumen, bei ihren Allmachtsfantasien und Versagensängsten im auf Leistung getrimmten Schulsystem. Sie sehen ihnen zu, wie sie hin- und hergerissen sind zwischen der
Sehnsucht, wieder Kind unter
Kindern zu sein oder selbstbewusst und erwachsenen, wie
sie auf der richtigen Seite stehen wollen und dennoch dazugehören.
Das ist schmerzhaft und
schön zugleich, immer mit
einer guten Portion Humor erzählt und sehrgenau beobachtet. Spätestens wenn Julian
Bergmann als Supermario über
die Bühne springt und das Publikum sich kaum zurückhalten kann vor Begeisterung,
wird dies deutlich.
„Die Jugendlichen spielen
das mit einer ungeheuren
Kraft“, sagt Jörg Werner, der

als Theaterpädagoge der LAG
in Kooperation mit dem Stadttheater seit einem Dreivierteljahr mit den Jugendlichen an
dem Stück gearbeitet hat. „Allein ihre Körperhaltung, die
Gestik und Mimik, erzählt uns
so viel über die Figuren, die alle sehr unterschiedlich sind.“
Und dann fügt er hinzu:
„Das ist sicher kein leichtes,
einfaches Stück. Dazu ist das
Thema zu ernst und auch zu
nah dran an uns. Nicht nur an
den Jugendlichen. Das so darzustellen, erfordert viel Mut.
Die Jugendlichen haben da
auch viel von sich gezeigt. Natürlich auf eine sehr poetische
Art. Wir sind ja im Theater“.
Es wäre dem Stück und den
17 Jugendlichen sehr zu wünschen,dass es nicht dort bleibt,
dass sie stattdessen ihre Botschaft dorthin tragen können,
wo sie am dringendsten gehört werden sollte: an unsere
Schulen.

Wer die Rollen spielt

Isoliert: Tom (Oskar Nickles) ist ziemlich allein in seiner Klasse.

´ Wer mehr über das
Stück erfahren oder es an
seine Schule holen möchte, kann sich an den Theaterpädagogen Jörg Werner
wenden, E-Mail: diese-unendliche-geschichte@gmx.de.
´ Lehrer, die es in ihren
Unterricht einbeziehen
wollen, sollten ein Format
finden, das auch Zeit und
Raum gibt, mit den Schauspielern darüber zu sprechen.

Bünder Schüler stellen im Herforder Rathaus aus

´ In den weiteren Rollen
sind zu sehen: Thalia Brall
als Anja, Stella Kamphaus
als Rosi/Frau Petrell, Oskar Nickles als Tom, Greta
Kasfeld als Mja, Alexandra
Mayr als Ella, Beke Lenzen
als Clara, Romina Georg
als Carlotta, Lena Lefhalm
als Luna, Beyza Acikalin
als Hedda, Lea Bödecker
als Isabell und Sophie
Wendik als Emily. Die Assistenz hat Annalena
Friedrichs.

Busfahrt zum
Feuerwerksfestival

Chemie, Biologie und Kunst: Diese Fächerkombination wird am Gymnasium am Markt unterrichtet.

Wie die Kunstwerke entstehen
¥ Herford. Chemie, Biologie
und Kunst ist eine Fächerkopplung, die am Gymnasium am Markt in Bünde für
zwei Schuljahre in den Jahrgängen 8 und 9 unterrichtet
wird. Die Inhalte dieser Fächerkopplung sind modular
aufgebaut. II
n einer Ausstellung sind
„Kunstwerke“ der Schüler zum
Modulthema Naturfarben zu
sehen. Zunächst wurden Naturfarben beispielsweise aus
Blaukraut oder Roter Beete isoliert und auf Stoffeigenschaften untersucht.
Anschließend testeten die
Schüler die Naturfarben bezüglich ihrer Malfähigkeit und
ihrer Wirkung auf Aquarell-

Junge Künstlerinnen und Künstler: Schüler des Gymnasiums am Markt in Bünde stellen im Herforder Rathaus aus.
FOTO: GAM

papier. Schließlich erfolgte die
Verwendung von Naturfarben
als bildnerisches Mittel.
Am Mittwoch, 3. Juli, 15 Uhr

werden die Schüler sowie zwei
Lehrer des Bünder Gymnasiums die Bilder vor Ort betrachten.

Der Personalchef der Herforder Stadtverwaltung wird
die Gruppe an dem Tag begrüßen.

¥ Herford (nw). Der SportClub Stiftberg lädt für Samstag, 24. August, Mitglieder und
Gäste zu einer Fahrt mit dem
Bus zum Feuerwerksfestival in
Hannover ein. Vor der Kulisse der Herrenhäuser Gärten
sorgen Pyrotechniker aus aller
Welt für spektakuläre Feuerwerks-Choreographien. LiveMusik, Walking Acts, Schauspielerei und kulinarische Vielfalt werden die Szenerie prägen. Anmeldeschluss ist Samstag, 6. Juli.
Fragen beantworten Irmgard Uhmeier, Tel. (0 52 21)
8 47 58, Christa Neumann, Tel.
(0 52 21) 84 07 94, und Tanja
Schuckenböhmer,
Tel.
(0 52 21) 8 47 58. Infos gibt es
auch auf der Internetseite
www.sportclub-stiftberg.de.


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