Zur Theorie der Elektrolyte II. P. Debye und E. Hückel (1923). Physikalische Zeitschrift.pdf


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Da schon der Grenzfall kleiner Konzentrationen zu vielen Überlegungen Anlass gibt, haben wir uns im Folgenden konsequent auf diesen Fall beschränkt
und nicht versucht, die Formeln so zu erweitern, dass sie auch noch für größere Konzentrationen anwendbar wären.
Im Teil IV werden dann die Überlegungen kombiniert zu einer Formel für
den Leitfähigkeitskoeffizienten. Im Teil V wird schließlich Theorie und Erfahrung verglichen.
Wie ebenfalls schon in unserer ersten Notiz angegeben wurde, liegen zwei
Berechnungen mit demselben Endziel vor: die eine von P. Hertz5 , die zweite
von J. Ch. Ghosh6 . Wenn wir auch der Meinung sind, dass die Rechnung
von P. Hertz wahrscheinlich in der Idealisierung zu weit geht, was praktisch
darin zum Ausdruck kommt, dass sie das Kohlrausch’sche Grenzgesetz nicht
erklärt, so ist sie doch als konsequenter Versuch, die gegenseitige Behinderung der Ionen zu erfassen, von besonderem Wert. Wir haben den Eindruck,
dass die späteren Arbeiten von J. Ch. Ghosh über den Gegenstand weniger
wichtig sind. Auch sie lassen das Kohlrausch’sche Gesetz unerklärt. Überdies aber wird im Gegensatz zu Hertz der Mechanismus der Behinderung
gar nicht diskutiert. Es wird nur der Ansatz gemacht, dass bei Vermehrung
der Konzentration ein gewisser Teil der Ionen des vollkommen dissoziierten
Elektrolyten als nicht mehr frei anzusehen sei. Dieser Teil wird berechnet
unter angeblicher Anwendung des Boltzmann’schen Prinzips. Wir glauben
nicht, dass dieses Prinzip hier in dem ihm zukommenden Sinne Verwendung
gefunden hat.

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Annalen der Physik (4) 37, 1. 1912.
Chem. Soc. Journal 113, 449, 627, 707, 790, 1918; Zeitschrift für physikalische Chemie
98, 211, 1921.

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