COVID 19 Präexpositionsprophylaxe.pdf


Preview of PDF document covid-19---praexpositionsprophylaxe.pdf

Page 1 2 34529

Text preview


3
Letalität. Von den Folgeschäden bei den Überlebenden (darunter Lungenfibrosen – später
womöglich daraus entwickelnd Lungenkrebs oder Lungentransplantation – vgl. Ref. 24) gar
nicht zu reden. Das kann und darf keine Regierung dem Volk zumuten.
Herdenimmunität ist unter diesen Umständen keine Option (mehr). Das konnte man
erwägen, solange man die Corona-Krankheit noch meinte, mit einem grippalen Effekt
gleichsetzen zu können. Das bedeutet aber auch, dass es nicht akzeptabel ist, den „Deckel
der Kontaktrestriktionen“ immer gerade so weit zu „lüften“, dass die damit verbundenen
Neuinfektionen die Kapazität der Intensivbetten und Beatmungsplätze „gerade eben“ nicht
überschreiten. Die Vorstellung, die Anzahl der „zumutbaren“ Neuinfektionen an der
Verfügbarkeit der Beatmungsplätze festzumachen, dürfte angesichts der Schwere und
Prognose der Krankheit nicht zumutbar sein.
Dennoch denkt man in diese Richtung: wie am 3.4. in der „Berliner Zeitung“ zu lesen war,
schätzen Experten, „dass das Gesundheitssystem etwa 600.000 neu Infizierte pro Woche“
verkraften könne. Dann würde nach zwei Jahren erreicht, dass 70 % der Bevölkerung immun
wären. Man bedenke: man will 90.000 Neuinfizierte pro Tag hinnehmen! Davon ca. 18000
mit schwerem oder kritischem Krankheitsverlauf, 4500 werden intensivpflichtig, um die 2000
sterben. Täglich. Das hält man für zumutbar.

Wenn die Regierung tatsächlich meinen sollte, diese Risiken und dieses Leiden dem Volk
zumuten zu können, dann brauchen die Überlebenden – wenn sie dann am Tag X endlich
durch eine wirksame Impfung geschützt sind – nicht mehr über all die Tausende von
Sicherheitsvorschriften, die es bisher gab, zu sprechen und diese kleinkariert einzuhalten,
einzufordern, umzusetzen, weiterzuentwickeln, zu verschärfen, zu kontrollieren und die
Verstöße dagegen zu sanktionieren: vom Sicherheitsgurt und TÜV fürs Auto bis zu
Feinstaubwerten, Dieselfahrverboten, Arbeitsschutz, Betriebsmedizin und „Baumkontrolle“.
Das alles wird zur Absurdität und Lächerlichkeit, wenn man in Zeiten der Corona-Pandemie
„kontrolliert“ und „dosiert“ die Bevölkerung (bzw. die insoweit durch Alter und
Vorerkrankungen prädisponierte Bevölkerung) durch die Intensivbetten und
Beatmungsplätze durchschleusen will.
Man muss sich also von der Idee der kontrollierten Herdenimmunität abwenden und die
Bevölkerung, jedenfalls diejenigen mit höherem Risiko, solange schützen, bis entweder eine
Impfung verfügbar ist oder zumindest eine rechtzeitige Behandlung (ab Symptombeginn), die
dafür sorgt, dass schwere Verläufe von vornherein vermieden werden.
Damit sind aber Probleme vorprogrammiert für den Zeitpunkt, wenn dank zurückgehender
Zahlen von Neuinfektionen das Leben wieder „hochgefahren“ wird, egal, ob das noch im
April oder erst im Mai geschieht. Wir haben dann fünf Bevölkerungsgruppen mit
unterschiedlichen Interessenlagen, die vehement aufeinander prallen:

● Immune, die Corona durchgemacht haben (bemerkt oder unbemerkt), ggf. durch
Antikörper-Testung verifiziert, und realistischerweise zumindest für einen begrenzten
Zeitraum (z.B. bis zur Impfung) kein ernsthaftes Risiko für eine CoVid-Neuerkrankung,
jedenfalls eine schwere Erkrankung, mehr fürchten müssen. Und falls es doch zur
Reinfektion kommt (was man nicht sicher weiß, ob das möglich ist), dürfte es sich um milde