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Title: 11_Oct.KR-L6

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KR-L6

C6 Krefelder Kultur

RHEINISCHE POST
SAMSTAG, 11. OKTOBER 2014

Der Schatzsucher auf Krefelds Äckern

Die Geschichte
von Samt, Seide
und Krefeld

Der Herbst ist die optimale Zeit für Schatzsucher. Carsten Repges aus Hüls betreibt das Hobby seitdem er 18 Jahre alt ist.
Er verfügt über beachtliche Funde, doch automatisch darf er sie nicht behalten. Das Land hat Erstzugriffsrecht.
VON SEBASTIAN PETERS

Mit einem Knopf im Garten fing alles an. 2006 war das, Carsten Repges
war 16 Jahre alt und spielte im heimischen Garten Fußball. Als er das
Leder aus dem Busch holen wollte,
entdeckte er im Erdreich einen alten
Knopf. Zwei Jahre lag das Ding in
der Schublade, ehe es Carsten Repges, heute 24 Jahre alt, im Museum
Burg Linn bestimmen ließ. Dort
fand man heraus, dass der Knopf zu
einer Uniform aus der Zeit vor 1871
gehört und das preußische Wappen
zeigt. Das war die Initialzündung,
die Repges zu seinem besonderen
Hobby führte. Heute verfügt er über
eine beachtliche Ansammlung an
Bodenschätzen, die er allesamt auf
Krefelder Äckern entdeckt hat.
„Mein Interesse für Geschichte
war immer schon da“, sagt der 24Jährige, der die Schatzsuche als
Hobby betreibt: Repges hat die
Kaufmannschule besucht, wurde
dann Kaufmann, fängt zum 1. Oktober neben seinem Beruf ein Studium der Wirtschaftswissenschaften
an der Fernuniversität in Hagen an.
Auch politisch ist er aktiv, seit 2008
Mitglied der Jungen Liberalen, für
die FDP sitzt er in der BezirksvertreCarsten Repges auf einem Feld in Krefeld. Genaue Suchstandorte will er nicht nennen, weil ansonsten auch solche Schatzsucher, die keine Genehmigung haben, aktiv
tung Fischeln. Erstmals kam er mit
werden könnten.
RP-FOTOS (2): THOMAS LAMMERTZ
Grabungen in den Schulferien 2009
hier im Umland schon. Nur ein
bei einem Praktikum im Museum
Landwirt hat mir bisher keine GeBurg Linn in Kontakt. Dort machte
nehmigung erteilt.“
er auch ein Freiwilliges Soziales
Schatzsuche ist ein Hobby für GeJahr. Als Hobby sucht Repges nun
duldige: „Wenn ich losgehe, dann
als einer von ganz wenigen Krefelfür einen ganzen Tag“, sagt Repges.
dern mit Genehmigung durch den
Dann bewege er stundenlang seiLandschaftsverband
Rheinland
nen Detektor über das Erdreich,
Xanten nach Bodenschätzen. „95
führe ihn wie eine Krücke, immer im
Prozent der Funde sind Müll“, sagt
Halbkreis. Technisch funktioniert
Repges – „Coladosenlaschen oder
der Detektor, indem eine ovale
Metallschrott.“ Von den übrigen
Suchspule magnetische Signale
fünf Prozent seien die meisten Dinaussendet. Trifft sie auf
ge wertlose Münzen.
Metall, gibt es eine InDoch dann gibt es, nach
terferenz und sendet ein
etlichen Kilometern der
Piepsignal aus. Je nach
Suche, alle paar WoBronzezeitliche Lanzenspitze. Alter ca. 1500 vor Chr.,
Römischer Bronze-Adler, vermutlich vom LederbeMaterial ist dieses Sigchen, diese Funde, die
Material Bronze. Bronzezeitliche Funde sind auf Krefelschlag eines römischen Pferdegeschirrs. Er könnte beim
nal hoch oder tief. Dann
den Schatzsucher in Euder
Stadtgebiet
sehr
selten.
Die
Lanzenspitze
ist
als
Bataveraufstand 69. n. Chr. verloren gegangen sein. Der
fängt Repges mit einem
phorie versetzen.
Dauerleihgabe
im
Museum
ausgestellt.
Reichsadler (Aquilae) war höchstes Feldzeichen sowie
handelsüblichen Spaten
Carsten Repges hat
Identifikationsmerkmal, es galt als große Schmach, dievorsichtig an zu graben.
spektakuläre Dinge entses Zeichen zu verlieren.
FOTOS (6): REPGES
Am meisten Spaß madeckt: einen Adler als
che die Suche an einem
Teil eines römischen
sonnigen
Herbsttag,
Pferdegeschirrs,
eine „Das ist wie ein
wenn die Felder abgebronzezeitliche Lanzenhistorisches
erntet sind.
spitze und manche alte
Puzzle, das
Selbst wenn Carsten
Münze. Zweimal fand er
Repges etwas Spektakuauch Gold, allerdings
man zusamläres gefunden hat, darf
solches aus der Jetztzeit:
mensetzt“
er es nicht automatisch
„Einen goldenen OhrCarsten Repges
behalten. „In NRW gibt
ring und ein GoldarmSchatzsucher
es eine Regel, wonach
band am Badesee.“ Sein
das Land Erstzugriffsrecht auf Bokuriosester Fund: Eine Flakgranate
denfunde hat.“ Er muss also jeden
auf einem Feld in Oppum – die verDenar (Silber) mit Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n.
seiner Funde dem Land melden, auf
setzte auch die Polizei und FeuerChr). Prägejahr ca. um das Jahr 0. Noch lesbare InPreußischer Uniformknopf. Gefunden im eigenen Gareinem Formular den Fundort marwehr in Alarmbereitschaft.
schrift: Pater Patriae (Vater des Vaterlandes).
ten. Damit fing die Leidenschaft an.
kieren und an den LVR oder das MuSchatzsucher darf nicht jeder

Repges’ besondere Funde

werden. Es bedarf einer Genehmigung durch den Landschaftsverband Rheinland. Dort muss man einen „Antrag zum Einsatz eines Metalldetektors“ stellen. 250 Euro kostete Repges’ erster Detektor, mittlerweile sucht er mit dem Modell „Fischer LTE 75“, das rund 1000 Euro
kostet. „Man muss sich für die Felder, die man begehen will, alle zwei
Jahre eine Genehmigung beim LVR
holen“, erklärt Repges. Zusätzlich
müsse man die Bauern fragen, auf
deren Feldern man sucht. Ohne betrete er keinen Acker. „Meinen blauen VW Lupo kennen die Landwirte

seum Linn senden. „Bei allen Funden, die das Land für interessant
hält, geht der Besitz auf das Land
über.“ Nach einem halben Jahr erhalte man sonst die Funde zurück.
Repges stellt, wenn Interesse besteht, alle seine Funde dem Museum Burg Linn als unentgeltliche
Dauerleihgabe zur Verfügung. Geht
der Fund zurück an ihn, setzt er sich
historisch damit auseinander, liest
sich in Geschichtsbüchern ein, versucht zu rekonstruieren, was am
Fundort wohl damals geschah. „Das
ist wie ein historisches Puzzle, das
man zusammensetzt.“

Keramikfunde. Zu sehen ist beispielsweise die römische
Terra Nigra (Schwarz), ca. 1. Hälfte des 1. Jhd. n. Chr.

Denar (Silber) des Kaiser Nero (37 n. Chr. bis 68 n. Chr.).
Verhasster Kaiser im Römischen Reich.

(RP) In den Herbstferien haben Kinder zwischen fünf und 14 Jahren im
Museum Haus Esters an der Wilhelmshofallee 97 und im Haus der
Seidenkultur an der Luisenstraße 15
Gelegenheit, die Geschichte der
Samt und Seidenstadt mit Spaß und
Spannung zu entdecken. „Seidenglanz und Weltgewebe“ ist das Motto des Ferienworkshops. Der Kursus
für Kinder zwischen zehn und
14 Jahren findet am 14. und 15. Oktober, jeweils von 11 bis 13 Uhr im
Museum Haus Esters statt. Den 16.
und 17. Oktober verbringen die Kinder jeweils von 10 bis 13 Uhr im
Haus der Seidenkultur. Abschließend werden am 17. Oktober,
15 Uhr, die Arbeiten im Museum
Haus Esters in der ersten Etage präsentiert.
In den ersten beiden Kurstagen
besuchen die Kinder die Ausstellung der italienischen Künstlerin
Rossella Biscotti, die sich mit der
Geschichte der Seidenweberei beschäftigt. Sie werden eine Reise in
die textile Vergangenheit Krefelds
erleben und dabei viele Rätsel um
Stoffe, Muster und Seidenfabrikanten lösen. Im Haus der Seidenkultur
erfahren sie danach mehr über die
Geschichte von der Seidenraupe bis
zum Seidenfaden und die Technik
des Webens.
Anmeldung: Telefon 02151 936960
oder per E-Mail an seidenkultur@arcor.de.

Erstes Tanzfestival
für Kinder
(RP) Viele tanzbegeisterte Kinder
und Jugendliche besuchen bereits
die kostenfreien Tanzworkshops,
die das städtische Projekt „Tanzen
bewegt“ unter anderem in den Krefelder Jugendeinrichtungen anbietet. Im Rahmen dieses Projekts gibt
es erstmalig am Sonntag, 9. November, ein Jugendtanzfestival in der
Kulturfabrik Krefeld, Dießemer
Straße 13. Hierzu sind Teilnehmer
im Alter von 14 bis 27 Jahren eingeladen, ihre gestalterischen Qualitäten in Tanz und Bewegung auf der
großen Bühne zu präsentieren.
Tanzgruppen und Einzeltänzer
können sich noch bis Freitag, 24.
Oktober, kostenlos anmelden unter
www.jungeskrefeld.de. Informationen gibt Silke Bovenschen unter Telefon 02151 863276 oder per E-Mail
an silke.bovenschen@krefeld.de.

Preisträger liest
aus „Königsallee“
(ped) Hans Pleschinski wird am
Sonntag, 19. Oktober, mit dem Niederrheinischen Literaturpreis der
Stadt Krefeld ausgezeichnet. In einer Feierstunde im Rathaus (ab 17
Uhr) wird der 58-Jährige den mit
10 000 Euro dotierten Preis für seinen Roman „Königsallee“ erhalten.
Darin erzählt er von einer fiktiven
Begegnung Thomas Manns mit seiner großen Liebe Klaus Heuser in
Düsseldorf in den 50er Jahren. Am
folgenden Tag, Montag, 20. Oktober,
wird Pleschinski auf Einladung des
Anderen Buchladens aus diesem
Roman lesen. Der Abend beginnt
um 20 Uhr in der VHS. Eintritt: 8
Euro. Die Moderation übernimmt
der Autor und Literaturwissenschaftler Theodor Pelster.

MELDUNGEN

Sonntag Matinee
zu „Romeo und Julia“

„Go Music“ aus der
Sommerpause zurück

Daniel Minetti spielt
Albert Camus’ „Fall“

Edel-Punk Kay Ray
kommt in die Kufa

Asasello Quartett
spielt Burgserenade

Schlagzeugschule
Krefeld expandiert

(ped) Das wohl berühmteste Liebespaar der Weltliteratur kommt nach
dem Ballett nun im Schauspiel auf
die Theaterbühne. Eine Matinee
gibt am Sonntag, 12. Oktober,
11.15 Uhr, einen Eindruck von Hüseyin Michael Cirpicis Inszenierung
des Shakespeare-Klassikers „Romeo
und Julia“. Der Regisseur siedelt die
Geschichte um die unglücklich Liebenden im Heute an – mit einer klaren, schnörkellosen Sprache. Ab
10 Uhr erwartet die Besucher wie
gewohnt ein Frühstück.

(ped) „Go Music“ heißt es heute ab
21.30 Uhr im Jazzkeller, Lohstraße
92. Für die erste Veranstaltung nach
der Sommerpause hat Bassist Martin Engelien drei Kollegen eingeladen: Sänger, Gitarrist, Songwriter
und Entertainer Kai Sonnhalter,
Sänger und Pianist Kai Werth sowie
Schlagzeuger Thomas Lieven, der
bei „Sweetbox“ und „Brings“ mitmischte und eine Festanstellung bei
der Big Band der Bundeswehr hatte.
Heute ist er Dozent an der RobertSchumann-Hochschule.

(ped) 1956 veröffentlichte Albert Camus seinen Roman „Der Fall“. Seine
sprachlich brillante Schilderung der
Oberflächlichkeit in menschlichen
Beziehungen brachte dem französischen Dichter des Existenzialismus
1957 den Literaturnobelpreis ein.
Am Donnerstag, 16. Oktober, 21
Uhr, spielt Daniel Minetti „Der Fall“
im Café Kosmopolit, Lindenstraße 7.
Der Schauspieler hat das Stück bereits in Theatern in Berlin, Freiburg,
Weimar und Dresden gezeigt. Platzreservierung: Telefon 0171 6860909.

(RP) „So blöd, wie ich das brauch,
kann mir keiner kommen!“ Mit diesem Programm ist Kay Ray am Donnerstag, 23. Oktober, zu Gast in der
Kulturfabrik. Der exzentrisch-extrovertierte Edel-Punk aus Osnabrück
will laut lachend Tabus brechen und
legendäre Pop-Perlen schmettern.
Schrille Frisuren, quietschbunte
oder schwarz-weiße Klamotten,
auch gern mal keine, gehören zu seinem Trash-Stil. Das Programm beginnt um 20 Uhr, Dießemer Straße
13. Abendkasse: 23 Euro.

(RP) Beim nächsten Serenadenkonzert in Zusammenarbeit mit Bayer
Kultur auf Burg Linn am Freitag, 24.
Oktober, 20 Uhr, spielt das Asasello
Quartett. Karten für 15 Euro (ermäßigt 8,50 Euro) gibt es ab Montag,
13. Oktober, 10 Uhr, im Kulturbüro,
Telefon 02151 583611. Auf dem Programm stehen das Streichquartett
Es-Dur Nr. 1 op. 12 von Mendelssohn Bartholdy, das Streichquartett
Nr. 9 op. 117 von Schostakowitsch
und das Streichquartett es-moll Nr.
3 op. 30 von Tschaikowsky.

(RP) Vor zweieinhalb Jahren ist
Christian Schages mit einem eigenen Schlagzeugunterrichtskonzept
in Uerdingen gestartet, jetzt hat er
eine weitere Unterrichtsstätte in der
Freien Musikschule Rosenberger/
Pügner in Rheinberg eröffnet.
„Selbstverständlich
bleibt
die
Schlagzeugschule Krefeld in Uerdingen Hauptstätte meiner DrumCoachings und erste Anlaufstelle“,
versichert Schages. Anmeldung für
das kommende Semester in Uerdingen unter Tel. 02151 3291719


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