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20170826 BaZ Balanta .pdf


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Sport.

| Samstag, 26. August 2017 | Seite 40

Federer vs. Nadal?

Mayweather vs. McGregor!

New York. Gestern fand die Auslosung für das am Montag
beginnende US Open statt: Roger Federer wurde in dieselbe
Tableauhälfte gelost wie Rafael Nadal. Seite 38

Las Vegas. In der Nacht auf Sonntag boxt Mayweather
gegen McGregor – ein Kampf, der spektakulär viel Geld
generiert, aber sportlich kritisch zu beurteilen ist. Seite 39

«In Basel braucht es keine Mütze»

FCB-Profi Eder Balanta spricht vor dem Spiel in Sion (Sonntag, 16 Uhr) über Rummel, Ruhe und das runde Leder
Von Oliver Gut
BaZ: Eder Balanta, ist die Annahme
richtig, dass Sie ein grosser Fan des
beim FC Basel praktizierten Systems
mit einer Dreierkette in der Abwehr sind?
Eder Balanta: Ich würde mich jetzt

nicht gerade als grossen Fan
bezeichnen. Aber ja, das System ist
mir sympathisch. Ich finde, es verleiht
der Defensive Stabilität und gibt den
Aussenläufern mehr offensive Frei­
heiten. Das gefällt mir.

Und es schafft Platz für einen dritten
Innenverteidiger …

Ja, das natürlich auch. Und klar, jeder
will spielen – ich inklusive. Zuletzt, da
habe ich gespielt und das macht mich
glücklich.

Im Frühjahr spielten Sie nicht mehr, während Manuel Akanji überzeugte. Machten Sie sich im Sommer Sorgen, dass
Sie nach dem Trainerwechsel von Urs
Fischer zu Raphael Wicky plötzlich
dauerhaft Reservist sein könnten?

Nein. Aber ich sah, dass Manuel seine
Chance nutzte. Und ich wusste, dass
ich mich wieder an ihn und Marek
Suchy würde heranarbeiten müssen,
nachdem ich im Frühjahr eine
Rückenverletzung erlitten hatte.
Offensichtlich ist mir das gelungen.

Der Rücken war das eine – das andere
waren mentale Probleme. Wie war das
genau?

Ich denke, jeder Mensch hat das
Recht, so zu sein, wie er ist. Ich bin
der Typ, der über Fussball reden will,
nicht über Persönliches.

Aber Sie dementieren nicht …

Es spielt keine Rolle, was ich dazu
sage, wenn Dinge bereits rumerzählt
werden. Dass es mir nicht nur gut
geht, wenn ich nicht spielen kann, ist
klar. Jetzt schau ich nach vorne.

Stimmt denn der Eindruck, dass Sie sich
noch nie so wohl fühlten in Basel wie
jetzt, nach einem Jahr Angewöhnung?

Ja, das kann man schon sagen. Die
Umstellung von Südamerika nach
Europa war gross. Ich erlebte zwar
schon viel Veränderung, als ich mit
17 von Kolumbien nach Argentinien
ging. Aber von Argentinien in die
Schweiz zu kommen, werte ich doch
als grösseren Schritt, obwohl ich da
fünf Jahre älter war. Es war ein
Kulturschock für mich. Und ich
sprach damals nur Spanisch.

Wie ist es jetzt?

Englischkenntnisse habe ich mir
angeeignet. Ich ging von Anfang an in
den Unterricht, aktuell erhalte ich
fünf Lektionen pro Woche. Und ich
fange jetzt mit Deutsch an, drei Lek­
tionen pro Woche.

Damit dürften Sie einer der ambitioniertesten ausländischen Profis beim FCB

Ich denke nicht an die Zukunft. Das
habe ich nie gemacht.

sein, wenn es um Sprachen geht. Ist das
Ihr Ehrgeiz oder doch eher ein Mittel
zum Zeitvertreib?

Es gibt keinen Karriereplan?

Ich denke, es ist beides (lacht).

Nein. Ich bin hier und freue mich,
dass ich meiner Leidenschaft, dem
Fussball, beruflich nachgehen kann.

Was ist anders in der Schweiz als in Südamerika?

Es gibt viele kleine Dinge, die anders
sind. Am extremsten empfinde ich
aber, dass hier alles funktioniert, alles
pünktlich ist – und dass ich im Club
als Fussballer sehr menschlich
behandelt werde.

Und wohl auch, dass Sie in der Champions League eine Chance haben, zu
beweisen, dass Sie es besser können
als beim ersten Mal …

Die ganze Mannschaft will be­
weisen, dass sie es besser kann. Die
Resultate im vergangenen Herbst
waren gewiss nicht das, was wir uns
erhofft haben.

Ist das in Argentinien nicht der Fall?

So würde ich das nicht sagen. Aber es
ist einfach anders, wenn du bei einem
argentinischen Fussballclub ange­
stellt bist. Und das Alltagsleben als
Fussballprofi dort ist erst recht eine
andere Welt.

«In Südamerika wird
der Status des
Fussballprofis
eigenartig überschätzt.»

Wie denn?

Bevor ich mit River Plate mein erstes
Spiel als Profi machte, konnte ich
mich in Buenos Aires problemlos
bewegen. Ich nahm die öffentlichen
Verkehrsmittel, um ins Training zu
kommen. Dann kam mein erster Ein­
satz – und danach war sofort vieles
anders: Am nächsten Morgen klin­
gelte es an meiner Tür und stand ein
ganzes TV­Team von ESPN davor. Ich
konnte mich gar nicht wehren. Und
wenn ich früher einkaufen ging, dann
war das eine Sache von fünf Minuten.
Nun dauerte es eine Stunde, bis ich
Autogramme gegeben hatte und alle
Fotos geschossen waren. Da rief der
Ladenbesitzer seine Kumpels an, sie
sollen alle vorbeikommen, weil Eder
Balanta im Laden sei.

Damals waren sie frisch im Team. Sie
verteidigten oft höher als der Rest der
damaligen Fischer-Viererabwehr, was
zu Instabilitäten führte. In Wickys Dreierabwehr scheint es, als ob der Trainer
wolle, dass Sie allle hoch verteidigen.

Das ist schon so.

Kommt Ihnen das entgegen?

Es sind noch nicht so viele Spiele in
der Dreier­Abwehr gewesen, um da
eine klare Aussage zu machen –
zumal auch nicht alle Spiele von uns
gut waren. Aber hoch und aggressiv
zu verteidigen, ist gewiss das, was ich
mir eher gewohnt bin als tiefer zu ste­
hen und abzuwarten.

Sie rutschten schnell ins kolumbianische Kader für die WM 2014. Es hiess,
Barcelona wolle Sie als Nachfolger von
Carles Puyol verpflichten. Ging alles ein
bisschen zu schnell damals?

Es ist klar, dass das sehr viel in sehr
kurzer Zeit ist – und das für einen
damals Zwanzigjährigen. Aber ich
wusste immer, dass der Fussball so
sein kann und war darauf vorbereitet.
Und ich stehe mit beiden Füssen fest
auf dem Boden. Also würde ich nicht
sagen, dass es zu schnell ging. Aber
ich finde, in Südamerika und speziell
in Argentinien wird der Status des
Fussballprofis eigenartig überschätzt.
Ich verstehe nicht, warum dich die
Anhänger dort nicht als ganz norma­
len Menschen sehen – so, wie ich
mich selbst wahrnehme.

Hat Barcelona tatsächlich angerufen?

Nein. Auch nicht Juventus oder Chel­
sea, wie es mal hiess. Das waren nur
Geschichten in Argentinien. Ich
weiss, dass es Kontakt zu Sampdoria
Genua, Galatasaray Istanbul und
auch zur AS Roma gab. Und dann ver­
letzte ich mich und das war kein
Thema mehr.

Ist es das, was Sie gelernt haben?

Ja, es ist der südamerikanische Stil,
der mir beigebracht wurde. Hinzu
kommt ausserdem, dass ich als Junior
im zentralen Mittelfeld zu Hause war.
Also auch weiter vorne.

Es heisst, Sie seien sehr selbstkritisch,
sässen unzufrieden in der Kabine, auch
wenn Sie gut gespielt hätten …

«Ich bin der Typ, der über Fussball reden will, nicht über Persönliches.»
Eder Balanta, 24. Foto Florian Bärtschiger
Sie tragen eine Baseballmütze – ist das
ein Überbleibsel aus Ihrer Zeit in Argentinien, als Sie sich tarnten?

Nein, nein (lacht). Ich trug schon vor
meinem ersten Spiel für River ab und
zu eine Mütze. Aber als ich dann
gespielt hatte, ging ich nicht mehr
ohne Mütze aus dem Haus, trug sie
tief ins Gesicht gezogen. Und ich
überlegte mir gut, wann und wohin
ich ging. Anders geht das gar nicht,
wenn du in Buenos Aires für einen der
grossen Clubs spielst.

Wie viele Mützen besitzen Sie?

In Argentinien waren das 20 – jetzt
sind es nur noch neun, wobei ich nur
zwei davon trage.

In Basel brauchts nicht mehr Mützen?

In Basel braucht es gar keine. Da trage
ich oft keine Mütze, wenn ich unter­
wegs bin. Und ich fahre hier nun auch
wieder ab und zu Tram und Bus, was
ich in Buenos Aires nicht mehr tat.
Das schätze ich sehr.

Wie lange schätzen Sie das noch, was
Sie in Basel haben?

Also das stimmt nicht. Aber ich freue
mich eher still, bin der zurück­
haltende Typ. Und ja: Ich erkenne
meine Fehler, die ich in einem Spiel
gemacht habe und will mich ent­
sprechend verbessern.

Wo am meisten?

Das Spiel mit dem Ball, das Spiel ohne
Ball. Die Auslösungen. Das Zwei­
kampfverhalten. Das taktische Ver­
ständnis. Das Kopfballspiel… Ich
glaube, da gibt es nichts, das mehr zu
verbessern wäre als das andere.

Nicht?

Nein. Meine Stärke ist, dass ich von
den Möglichkeiten her ein sehr kom­
pletter Innenverteidiger bin. Aber es
bedeutet gleichzeitig auch, dass ich
an allem arbeiten muss, um besser zu
werden. Seite 39

Das Generationenduell

Das Unspunnenfest in Interlaken ist der wichtigste Wettkampf des Jahres – die jungen Schwinger melden ihre Ambitionen an
Von Dominic Willimann
Interlaken. Christian Stucki ist das

Schwergewicht unter den Schwingern
schlechthin. 140 Kilogramm wiegt der
Berner. Er dürfte zu denjenigen Kraft­
paketen gehören, die auch beim Wett­
kampf mit dem 83,5 Kilogramm schwe­
ren Unspunnenstein nicht abfallen wür­
den. Doch darum geht es für den
32­Jährigen am Sonntag nicht. Wenn
ab 8 Uhr in der Arena im Berner Ober­
land geschwungen wird (ganzer Tag
SRF 2 live), schauen die 15 000
Besucher im Rund auf ihre Helden im
Sägemehl. Und zu ihnen gehört eben
Stucki. Das Steinstossen hat zwar
ebenso seinen fixen Platz am Unspun­
nenfest, ist aber weitaus von weniger
Interesse als das Schwingfest mit eid­
genössischem Charakter.
Es geht morgen also um den wich­
tigsten Schwinganlass im 2017, bei dem
die 120 Besten der Saison antreten. Wer
hier gewinnt, gehört zu den Grossen im
Nationalsport. Stucki ist zwar schon
einer der Renommiertesten seiner

Garde, doch ein Triumph im Heimat­
kanton liesse ihn auf die nächste Stufe
in der Hierarchie der Bösen klettern.
40 Kranzfeste hat der Seeländer bislang
gewonnen, der wichtigste Erfolg datiert
aus dem Jahr 2008, da er das Kilchber­
ger­Schwinget für sich entscheiden
konnte. Am Eidgenössischen holte er
sich fünfmal Eichenlaub.
Diese Zahlen sprechen für Stucki,
ebenso seine fünf Kranzfestsiege in die­
ser Saison. Kein anderer Schwinger hat
2017 so viele Erfolge feiern können.

Zudem weiss der Sennenschwinger
einen starken Berner Teilverband in sei­
nem Rücken, der ihm auf dem Weg zum
Festsieg behilflich sein kann.
Wickis Berg-und-Tal-Fahrt
Aber der erfahrene Stucki, der
vielerorts als Favorit Nummer 1 genannt
wird, ist sich bewusst, dass die Gegen­
wehr in Interlaken gross sein wird. Vor
allem die Jungen, die Generation nach
Stucki, ist es, die den Arrivierten das
Leben schwer machen möchte – und
Einer, der für
einen Exploit
infrage kommt.
Der 20-jährige
Innerschweizer
Joel Wicki besitzt
das Potenzial, um
das Unspunnenfest zu gewinnen.
Foto Keystone

dies in den letzten Monaten mehrfach
bewiesen hat. Auch wenn mit dem
Thurgauer Samuel Giger eines dieser
Talente kurzfristig verletzt absagen
musste, ist die Palette der hungrigen
Festsieganwärter breit: Die Berner Hoff­
nungen der Zukunft ruhen auf Remo
Käser (20), in der Nordostschweiz hat
Armon Orlik (22) mit seiner Schluss­
gang­Teilnahme am Eidgenössischen in
Estavayer aufgezeigt, zu was er fähig
ist, und in der Innerschweiz heisst der
Hoffnungsträger Joel Wicki (20).
Gerade Letzterer dürfte am Sonntag
unter besonderer Beobachtung stehen:
Das Eidgenössische Schwingfest 2016
verpasste er im letzten Moment wegen
eines Unterschenkelbruchs. In diesem
Jahr nun wollte er zu alter Stärke
zurückfinden – bis er sich auf der Rigi
erneut verletzte. Allerdings war die
Blessur am Fuss weitaus weniger gra­
vierend als befürchtet. So kehrte der
dreifache Festsieger dieser Saison Mitte
August in Therwil in den Sägemehlring
zurück – und gab danach grünes Licht
für Interlaken.

Egal, wie Wicki am Sonntag
abschneiden wird – sein mittelfristiges
Ziel lautet Zug 2019: Dann ist sein Teil­
verband Ausrichter des Eidgenössischen
Schwingfests. Schon heute sehen viele
Wicki als denjenigen, der die Inner­
schweizer Durststrecke am wichtigsten
Anlass im Schwingsport beenden
könnte. Der letzte und bislang einzige
König aus der Innerschweiz heisst
Harry Knüsel, der 1986 seinen grössten
Erfolg feiern durfte. Der Druck, der auf
Wickis breiten Schultern lastet, dürfte
in zwei Jahren enorm sein.
Gelassen können jedoch die Berner
das Unspunnen­Schwinget angehen,
auch wenn ihr letzter Triumph auf das
Jahr 1987 zurückgeht (Niklaus Gasser).
Die Gastgeber stellen mit Stucki nicht
nur den Saisonbesten, sondern auch
das stärkste Team. Das war vor sechs
Jahren allerdings nicht anders. Bis am
Ende der Nordostschweizer Daniel
Bösch der Konkurrenz den Schneid
abkaufte. Jener Bösch, der morgen das
Fest gegen keinen Geringeren denn
Christian Stucki eröffnen wird.


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