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2016 . August . 30

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Resolution Rojava.pdf . by Sieber Florian (AOZ)

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Bijî berxwedana Rojava! Lang lebe der Widerstand in Rojava! Resolution zuhanden der DV der Juso Schweiz Antragssteller: Der versuchte Putsch in der Türkei hat gezeigt, dass auch der bürgerliche Widerstand gegen den Autokraten Erdogan zunimmt, während die fortschrittlichen Kräfte in der Türkei sich schon lange im Kampf mit dem Möchtegernsultan befinden. Gleichzeitig wird die Region angesichts der Frage des syrischen Bürger*innenkriegs immer instabiler. Im Rahmen des brutalen Konflikts in Syrien haben die Volksverteidigungseinheiten der YPG und die dazugehörige Partei PYD sich als stärkste und effektivste Kraft gegen die fundamentalistischen Kräfte des IS erwiesen. Mit Rojava schuf die kurdische Bewegung im Norden Syriens ein Bollwerk gegen den Terror des islamischen Staates. Doch gleichzeitig mit den Kämpfen begann man in Rojava einen neuen Gesellschaftsentwurf ins Auge zu fassen: Minderheiten werden geschützt, die Rechte der Frau* sind auf dem Vormarsch und in der Wirtschaft wird der Fokus auf die Ausweitung von gemeinschaftlicher Kontrolle über Fabriken und die landwirtschaftliche Produktion gelegt. Doch die Existenz eines Gesellschaftsprojekts, das die kurdische Frage befeuert und nach Prinzipien funktioniert, die mit der Markt- und Profitlogik des Kapitalismus brechen, ist eine Gefahr für die Herrschaft Erdogans. Um das emanzipative Projekt in Rojava zu vernichten und gleichzeitig die türkische Bevölkerung angesichts der Widersprüche in der türkischen Gesellschaft gegen einen vermeintlichen äusseren Feind zu mobilisieren, hat die türkische Armee begonnen in Nordsyrien zu intervenieren. Panzer rollten über die Grenze und gleichzeitig verkündete der US-Vizepräsident Biden, dass die YPG, die vor kurzem vom IS befreite Stadt Manbidsch räumen müsse. Dabei wird zwar offiziell angegeben, dass der Kampf gegen die Seite 1/3 IS ginge, doch die Handlungen des Erdogan-Regimes in Folge von IS-Anschlägen in der Türkei in der Vergangenheit sprechen gegen diese Version: So nahm schon damals die Türkei Anschläge des IS zum Anlass, um Luftangriffe gegen die YPG durchzuführen. Die Angriffe gegen den IS seitens Erdogan blieben indes symbolischen Ausmasses. Trotz solcher Angriffe konnte die YPG weiterhin Erfolge im Kampf gegen den IS feiern und grosse Gebietsgewinne verzeichnen. Wir Jungsozialist*innen stellen uns im grausamen Kampf, der seit Jahren in Syrien tobt, auf die Seite der fortschrittlichsten Kräfte, die angesichts des Blutbads an den Prinzipien von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität festhalten. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die YPG und die sozialistische kurdische Bewegung mit ihrem Kampf für die Rechte von Arbeiter*innen, Frauen* und Minderheiten diese Kräfte darstellen. Diese Solidarität muss eine kritische sein. Auch der Prozess in Rojava darf nicht romantisiert und idealisiert werden – so hat die Autonomieregierung den Schutz des Privateigentums in die Verfassung der Region aufgenommen und ist damit einen Kompromiss mit den Herrschenden eingegangen. Um das Projekt in Rojava zu verteidigen, genügt aber der Kampf gegen den IS und Erdogan und seine Schergen nicht. Isoliert wird Rojava fallen. Nur mit dem internationalen Kampf aller Völker gegen den Kapitalismus wird man die Fortschritte, die man in den drei befreiten Kantonen in Nordsyrien erreichen konnte, auch schützen können. Deshalb muss die kurdische Bewegung nicht in den Besitzenden, sondern in den Werktätigen und Unterdrückten des Nahen und Mittleren Ostens und aller Länder suchen, insbesondere jedoch im türkischen und dem syrischen Proletariat. Wir verurteilen den feigen Versuch des Regimes Erdogans und der türkischen Armee das emanzipatorische Projekt in Rojava niederzuwerfen. Wir verlangen daher:  Die Legalisierung von PKK und PYD in der Schweiz und international  Solidarität mit dem fortschrittlichen Gesellschaftsprojekt in Rojava  Verurteilung der türkischen Intervention  Beteiligung der Juso Schweiz an Kundgebungen und Demonstrationen der kurdischen Bewegung in der Schweiz  Die Aufnahme von Beziehungen der Schweiz mit Rojava (über Einladung einer offiziellen Repräsentation, wie es bereits bei Deutschland, Russland, Schweden u.A. der Fall ist) Seite 2/3 Hoch die internationale Solidarität! Seite 3/3

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