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Title: Microsoft Word - UN Women Sisters Berlin
Author: Steffi

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UN Women
Wir sind die Berliner Untergruppe des Vereins Sisters e.V., der Frauen unterstützt, die aus der
Prostitution aussteigen wollen. Wir unterstützen nachdrücklich das Nordische Modell:
sinnvolle und nachhaltige Unterstützung derer, die aus der Prostitution aussteigen möchten;
keine Sanktionen der sich prostituierenden Menschen; Aufklärung und Kampagnen in der
Gesamtgesellschaft zu gleichberechtigtem Zusammenleben und gleichberechtigten Umgang
mit Sexualität; Verbot von Bordellbetrieb und Zuhälterei; Strafbarkeit des Kaufs des sexuellen
Zugangs zum Körper anderer.
Frage 1)

Die Menschenrechte sind unveräußerlich. Eine Erlaubnis zur Veräußerung würde Menschen
ausbeutbar und erpressbar machen.

Menschen sollen für sich Entscheidungen treffen können, solange sie damit nicht die Rechte
anderer einschränken und verletzen. Deswegen lehnen wir eine Kriminalisierung von
Menschen in der Prostitution ab. Ein Sexkäufer ist zu verurteilen, weil er die sexuelle
Selbstbestimmung der Frau missachtet. Es geht nur um die eigene sexuelle
Bedürfnisbefriedigung und nicht um das sexuelle Erleben des Menschen in der Prostitution.
Zugunsten der zahlenden Person wird das Bedürfnis der Frau zurückgestellt.

Eine Gesellschaft, in der es normal ist, sexuelle Handlungen zu kaufen, vermittelt den
Menschen, dass sie einen Anspruch auf sexuelle Befriedigung haben. Kein Mensch hat darauf
einen Anspruch. Einer Gesellschaft, der bewusst ist, dass sexuelle Befriedigung kein
Menschenrecht ist, schützt Frauen vor Übergriffen.
Eine Gesellschaft, die Frauen dabei unterstützt, aus dem System der Prostitution
auszusteigen, setzt ein eindeutiges Signal an Frauen, die sich aufgrund der Alternativlosigkeit
für die Prostitution entschieden haben. Ausstiegsberatungen holen diese Frauen dort ab und
eröffnen Alternativen.

Wir möchten, dass Sexualität auf der Grundlage eines gegenseitigen Wunsches geschieht, der
für alle Beteiligten ein lustvolles Erlebnis ist. Wir halten den Kauf von Sex für unmenschlich
und ausbeuterisch. Unserer Erfahrung nach sind vor allem die Schwächsten unserer
Gesellschaft in der Prostitution tätig: die Ärmsten, die mit der geringsten Bildung, oft
drogenabhängig und schon als Kind sexuell ausgebeutet. Es kann nicht sein, dass unsere
Gesellschaft unter dem Deckmantel der „Selbstbestimmtheit“ alle Verantwortung gegenüber
den Frauen in Not abgibt.
Frage 2)

Wir können Menschen nicht beibringen, Grenzen zu wahren und sexuelle Wünsche nur dann
auszuleben, wenn alle Beteiligten dies auch ausleben möchten, wenn wir gleichzeitig
legitimieren, dass die nichtvorhandene Beteiligung unserer eigenen Lust mit einer materiellen
Entschädigung ausgeglichen wird. Wir müssen den kommenden Generationen eindeutig

vermitteln, dass die Sexualität von Frauen mehr wert ist als Geld. Nur dann können
Gesellschaften in Frieden leben.

Inklusion meint, Barrieren (physisch und mental) abzubauen, um allen Menschen eine
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen. Wie bereits erwähnt, sollen alle
Menschen für sich Entscheidungen treffen können, solange sie damit nicht die Rechte
anderer einschränken und verletzen. Um zu verdeutlichen, dass sexuelle
Bedürfnisbefriedigung kein Menschenrecht ist, ist ein Gesetz, das dies zur Grundlage hat,
dringend erforderlich.

Frauen dabei zu unterstützen, kriminelle Milieus zu verlassen, trägt sehr dazu bei, dass alle
Frauen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. Sie erhalten Zugang zum Sozialsystem
und Kontakt zu Menschen außerhalb eines kriminellen Milieus.
Durch die Entkriminalisierung des Sexkaufs wird eine Nachfrage geschaffen, die der „legale“
Markt nicht decken kann. Um den Bedarf zu decken, eröffnen sich kriminelle Strukturen.

Auch ein Verbot von Sexkauf und ein deutlich größeres Angebot an Ausstiegsberatungen wird
die Gewalt gegen Frauen nicht vollständig beheben. Aber es verdeutlicht, dass wir Gewalt an
Frauen nicht stillschweigend tolerieren. Zudem werden in einer Gesellschaft, in der nicht
suggeriert wird, dass der Kauf von Sex normal ist, immer mehr Männer nicht auf die Idee
kommen, sich Sex zu erkaufen (und Frauen somit Gewalt anzutun).
Frage 3)

Um die Beseitigung von Diskriminierung gegen alle Frauen zu erreichen, halten wir es für
notwendig, die Nachfrage nach Prostitution zu stoppen und parallel dazu die Frauen, die in
der Prostitution sind, dabei zu unterstützen, Alternativen zu finden.
Wir betrachten Prostitution als sexuelle Ausbeutung, die die soziale Stellung der Frau
schwächt und somit immensen Schaden in allen Bereichen verursacht.

Ohne die Herabwürdigung von Frauen zu Objekten ist Sexkauf nicht möglich. Von dieser
Entmenschlichung ist es nur ein kleiner Schritt zur Gewalt.

Menschen zu Opfern sexueller Gewalt zu machen ist schrecklich. Opfer sexueller Gewalt als
solche zu benennen ist wichtig. Nur dann kann ihnen die Unterstützung zuteilwerden, die sie
bedürfen. Und nur dann können sie vor Schaden, Gewalt, Stigmatisierung und Diskriminierung
in diesem Gewerbe geschützt werden.


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